Backen mit meiner Mutter – dieses Mal: “Tannenbäumchen” …


Der Backordner meiner Mutter

Nachdem ich an dieser Stelle letztes Jahr mit meiner Mutter Husarenkrapfen gebacken habe, möchte ich unseren Leser*innen die Tannenbäumchen meiner Mutter vorstellen. Auch diese backt meine Mutter solange ich denken kann zu Weihnachten. Mit inzwischen 93 Jahren braucht die alte Dame etwas Hilfe beim Backen und so nutze ich die Gelegenheit für Amrum-News zu berichten.

Backen mit meiner Mutter gestaltet sich nicht immer ganz einfach. Unterschiedliche Gerätschaften und ein unterschiedliches Arbeitstempo sind die Hauptkonfliktpotenziale.

„Zum Backen braucht man viel Zeit Junge“ „Ja Mama“. „Wo ist eigentlich meine gute alte Küchenwaage“? „Wir nehmen meine digitale Waage, die ist genauer“. Schweigen.

Besonders suspekt erscheint meiner Mutter der neue Küchenzuwachs – meine KitchenAid. Diese betrachtet meine Mutter wie ein Alien. „Ich habe immer alle Plätzchen mit dem Handrührgerät gebacken – waren die nicht gut“? „Doch Mama aber wir benutzen heute trotzdem die KitchenAid“. Unverständnisvoller Blick.

Alle Rezepte stehen im Backordner meiner Mutter, den sie wie einen Augapfel hütet, so auch dieses:

150 g (gute) Butter

125 g Zucker

1 Eigelb

1 Päckchen Vanillinzucker

1 Prise Salz

1 Tl. Instand Kaffeepulver

1 El. Kakao

1 El. Rum

250 g Mehl

1 Tl. Backpulver

2 El. Puderzucker

 

So, los geht’s …

Das Ei trennen, das Eigelb, den Zucker, den Vanillinzucker, die Butter, den Rum, eine Prise Salz, den Kakao und das Kaffeeextrakt in Pulverform – egal mit welchem Gerät – mit dem Rührbesen gut durchschlagen.

Jetzt mit dem Knethaken das Mehl und das Backpulver nach und nach unterrühren. Den Teig eine Stunde im Kühlschrank ruhen lassen. In dieser Zeit haben wir übrigens Mandelmakronen (Eiweißverwertung) gebacken.

Nach einer Stunde Kühlschrankzeit geht das Ausstechen los. Nach kurzer Prüfung bescheinigt meine Mutter dem Teig eine „wunderbare Konsistenz“. „Ja Mama, das macht die KitchenAid“. Schweigen.

Den Teig auf einer bemehlten Fläche 5mm dick ausrollen. Immer wieder werde ich von meiner Mutter auf Ungenauigkeiten in der Stärke hingewiesen. „Das muss gleichmäßig sein, sonst sind die Einen schon gar und die Anderen nicht“. Ok, das leuchtet ein. Ich stelle fest, das braucht Zeit. Respekt vor den Mengen an Keksen, die meine Mutter früher alleine gebacken hat – ohne KitchenAid.

Frieden nach gelungener Arbeit …

Wenn das geschafft ist, kommt das Blech für 13 Minuten bei 180° in den vorgeheizten Backofen. Bei diesen Keksen ist es relativ schwer zu erkennen, ob sie schon gut sind. Die Kekse sind schließlich von Natur aus schon dunkel. Lieber einen Moment früher als zu spät rausholen. Die Kekse auf dem Blech etwas abkühlen lassen und dann mit Puderzucker bestreuen. Auf einem Gitter vollständig auskühlen lassen. Vor dem Verpacken in Dosen einen kurzen Geschmackstest durchfühern („Peter du kannst sie doch nicht jetzt schon aufessen“).

Viel Spaß beim Backen und guten Appetit.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

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