Kommunale Wärmeplanung für Föhr und Amrum kein Neuland …


Bereits vor rund fünf Jahren brachten vier Föhrer Gemeinden ein Quartierskonzept auf den Weg

Der Referentenentwurf eines Gesetzes „zur Dekarbonisierung der Wärmenetze“ ist derzeit in aller Munde. Dieser sieht vor, dass Städte und Gemeinden mit der kommunalen Wärmeplanung einen Fahrplan für den Umstieg auf eine klimaneutrale Versorgung mit Wärme entwickeln sollen.

Zu den wenigen Gemeinden im Kreis Nordfriesland, die hier schon einen Schritt weiter sind, gehören flächendeckend jene im Bereich des Amtes Föhr-Amrum. Hier waren vor rund fünf Jahren die vier Gemeinden Alkersum, Midlum, Nieblum und Oevenum Vorreiter, die seinerzeit gemeinsam ein Quartierskonzept auf den Weg gebracht hatten. Mit der Inselenergie Föhr-Amrum GmbH und deren Partner DSK Energie GmbH ist man mit dem Sanierungsmanagement derzeit in der bauplanerischen Umsetzung: Der entsprechende Förderantrag wurde gestellt und man befindet sich im Planfeststellungsverfahren.

Interessenten, die sich noch an das Wärmenetz „Föhr-Mitte“ anschließen möchten, können sich an Volker Broekmans von der DSK (Telefon: 0172/5721403, E-Mail: volker.broekmans@dsk-gmbh.de) oder den Sanierungsmanager Abdelrahman Ammar (Telefon: 0172/2480972, E-Mail: abdelrahman.ammar@dsk-gmbh.de) sowie Kai Becker, Nachhaltigkeitsbeauftragter des Amtes Föhr-Amrum (Telefon: 04681/5004-853, E-Mail: k.becker@amtfa.de), wenden. Darüber hinaus haben sich im Laufe des vergangenen Jahres alle übrigen Föhrer und die drei Amrumer Gemeinden für die Erstellung von Quartierskonzepten entschieden. Im Rahmen dessen sind Informationsveranstaltungen geplant, in denen die Bürger über den jeweiligen Planungsstand und die weiteren Entwicklungen informiert werden.

Der Referentenentwurf der Bundesregierung sieht vor, dass Kommunen in einem ersten Schritt den Bedarf für die Wärmeversorgung ermitteln und in der Folge prüfen, welche Energiequellen künftig unter welchen Voraussetzungen für die Wärmeversorgung zur Verfügung stehen. Dafür werden Verbräuche von Privathaushalten und Gewerbebetrieben möglichst genau erfasst und analysiert, ob Wärmenetze sinnvoll sind oder Individuallösungen inklusive fachmännischer Beratungen die bessere Alternative wären. Laut Entwurf ist dieser Wärmeplan für Kommunen ab 10.000 Einwohnern Pflicht; Großstädte ab 100.000 Einwohnern haben demnach bis Ende 2026 und Gebiete zwischen 10.000 und 100.000 Einwohnern bis Ende 2028 Zeit.

Für Schleswig-Holstein keine neue Entwicklung. Hier verpflichtet das seit Dezember 2021 gültige Energiewende- und Klimaschutzgesetz (EWKG) größere Kommunen, einen kommunalen Wärmeplan aufzustellen und spätestens alle zehn Jahre fortzuschreiben. Demnach war Wyk als Unterzentrum mit Teilfunktionen von Mittelzentren ohnehin verpflichtet, einen kommunalen Wärmeplan aufzustellen, und muss diesen dem Umweltministerium laut EWKG bis spätestens 2024 vorlegen.

Durch frühzeitiges Handeln hat man im Amtsbereich Föhr-Amrum ein Stück des Weges bereits geschafft. Sehr zur Freude des Amtsdirektors Christian Stemmer, der auch Geschäftsführer der Inselwerke Föhr-Amrum GmbH ist. Deren Ziel ist der Aufbau einer klimafreundlichen, CO2-neutralen insularen Energieversorgung. Zu den Tätigkeitsfeldern der Inselenergie Föhr-Amrum GmbH als Tochtergesellschaft gehört unter anderem die Wärmeversorgung. In diesem Kontext soll nach jetziger Planung zum 1. Januar 2024 die Übernahme des Wärmenetzes am Wyker Kortdeelsweg durch die Inselenergie erfolgen.

Vorausschauendes Denken der Inselgemeinden und deren Willen, Ideen in die Tat umzusetzen, hätten dazu geführt, dass man im Amtsbereich bei der kommunalen Wärmeplanung der bundesweiten Entwicklung mehr als einen Schritt voraus sei, ist Stemmer überzeugt. „Ich würde sogar sagen, die Inseln Föhr und Amrum haben bezogen auf die flächenmäßige Erschließung und Umsetzung der kommunalen Wärmeplanung ein Alleinstellungsmerkmal.“ Dies sei eine Leistung, auf die die Gemeinden und deren Einwohner stolz sein könnten.

Pioniergeist bescheinigt der Amtsdirektor den Gemeinden Alkersum, Midlum, Nieblum und Oevenum. Sie hätten die kommunale Wärmeplanung frühzeitig als elementares Zukunftsthema erkannt und sich dieses wichtigen Themas angenommen, als es auf Landes- oder Bundesebene längst nicht die heutige Bedeutung gehabt habe. „Ohne diese vier Gemeinden wären die Überlegungen zur Gründung des inselübergreifenden und ‑verbindenden Konstruktes Inselwerke/Inselenergie nicht so weit entwickelt, wie sie es heute sind.“

Eine gute Entwicklung konstatiert auch Kai Becker: „Dass die Inselgemeinden und die Verantwortlichen des Amtes Föhr-Amrum frühzeitig den Weg der kommunalen Wärmeplanung eingeschlagen haben, wird auch für die Bürger positive Entwicklungen mit sich bringen“, so der Nachhaltigkeitsbeauftragte des Amtes Föhr-Amrum. Eine erfolgreiche Umsetzung der jeweiligen Konzepte würde mittelfristig die Planungssicherheit der Verbraucher bei der eigenen Wärmeversorgung erhöhen.

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