Der Weihnachtsvogel des Jahres …


Es ist Dezember. Alle Zugvögel sind wieder abgereist. Aber einige Vögel überwintern auch bei uns. Auf einem weihnachtlichen Winterspaziergang kann man sie entdecken und sich über sie wundern, wie sie in der kalten Jahreszeit bei uns zurechtkommen.

Die Schneeammer kommt extra aus nördlicheren Gefilden zu uns, um hier einen etwas milderen Winter zu verbringen. Als vorweihnachtliches Vogelfutter sucht sie zwischen Schnee und Matsch nach Samen. Insekten und Spinnen werden aber auch nicht verschämt. Wer genau guckt sieht sie vielleicht auf einer der Salzmarschen, Wiesen oder Äckern.

Auch einige Meerstrandläufer vertreiben sich den Winter auf Amrum. Sie suchen an unseren Küsten nach Insekten, Krebsen und Schnecken. Zu einer ausgewogenen Kost gehören für den Feinschmecker auch Samen und Pflanzen.

Knutts, die sich im Dezember auf Amrum aufhalten sind weit gereist. Sie kommen aus Nordostkanada und Grönland. Im Flug verständigt sich der Knutt mit einem gedämpften, nasalen „üätt“. Ab und an kann man ihn auch auf dem Kniephaken entdecken.

Der Alpenstrandläufer verzaubert seine Beobachter oft durch seine synchronen Flugmanöver. Auf einen gut gedeckten Weihnachtstisch gehören für ihn Insekten, Larven, Würmer, Muscheln, Schnecken und Krebse. Seinen Namen verdankt er Carl von Linné. Er entdeckte den Alpenstrandläufer in den lappländischen Alpen.

Beim Steinwälzer, der ebenfalls auf Amrum überwintert ist der Name Programm. Denn bei der Futtersuche wälzt er Steine und Seetang Fäden um. Er ist recht zutraulich und lässt sich kaum bei der Futtersuche stören.

Rote Beine, roter Schnabel. Komisch, das den Austernfischer noch niemand zum Weihnachtsvogel das Jahres gewählt hat. Ganz klar der Austernfischer ist unser Weihnachtsliebling. Aber wie lebt ein Austernfischer überhaupt den Rest des Jahres. Trillerkonzerte veranstaltet er im Mai. Im Wattenmeer sind die Vögel weitestgehend nachtaktiv. Sie suchen Herzmuscheln und andere Muscheln im Schlick. Tagsüber rasten sie dann auf den Sandbänken und versuchen ihren Schlaf nachzuholen. Dazu stehen sie oft auf nur einem Bein damit wenigstens ein Fuß warm bleibt.

Wenn wir dann nach unserem Spaziergang einen Fuß an den warmen Ofen strecken, dann schwirrt uns der Austernfischer mit seinen roten Beinen bestimmt noch ein wenig in den Gedanken herum.

Vielen Dank an Sven Sturm für die wunderbaren Bilder.

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Über Anna Kienitz

Anna Kienitz, 1988 geboren, verbrachte die ersten 18 Jahre ihres Lebens im mittelhessischen Klein-Altenstädten, bevor sich ihr Leben während eines Work and Travel Jahres in Neuseeland schlagartig veränderte. Dem Sog zu fernen Meeren folgend studierte sie Biologie im Bachelor und Küsten- und Meeresmanagement im Master auf Island. Als stellvertretende Leitung einer Meeresschutzstaion arbeitete sie in Südostasien und verbrachte ein Jahr als Umweltwissenschaftlerin beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg. Jetzt hat sie eine abwechslungsreiche Aufgabe und ihren Platz am Meer auf Amrum gefunden. Sie leitet das Naturzentrum in Norddorf und gehört als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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