Erste Besuche von Christoph 67 auf Amrum …


Christoph 67

Gleich zweimal innerhalb zwei Stunden landete gestern der Rettungshubschrauber „Christoph 67“ auf dem Hubschrauberlandeplatz in Nebel, zwei verunfallte bzw. akut erkrankte Personen mussten in ein Krankenhaus auf dem Festland transportiert werden.

Für Amrum ein bislang eher ein seltenes Bild bot sich dem Betrachter hierbei, war es doch ein „gelber“ Hubschrauber vom ADAC (Allgemeiner Deutscher Automobil-Club), anstelle der gewohnten roten-weißen RTH (Rettungshubschrauber) der DRF (Deutsche Rettungsflugwacht).

Christoph 67 ist der Funkrufname des erst seit wenigen Tagen vom ADAC am Flugplatz „Hungriger Wolf“ bei Itzehoe stationierten Rettungshubschraubers. Seit dem 1. Juli betreibt die ADAC-Luftrettung dieses für Schleswig-Holstein zusätzliche Luftrettungsmittel. Träger des Betriebes ist das Ministerium für Justiz und Gesundheit des Landes-Schleswig Holstein. Derzeit kann der nunmehr dritte im Lande stationierte RTH nur bei Tageslicht in den Einsatz geschickt werden und ergänzt die beiden bislang in Schachtholm bei Rendsburg (Christoph 42) und in Niebüll (Christoph Europa 5) stationierten RTH der DRF, die mittlerweile beide auch eine Nachtflugerlaubnis haben (Amrum News berichtete), im Tagesgeschäft.

Christoph Europa 5 über Amrum

Alle Hubschraubereinsätze in Schleswig-Holstein werden seit kurzem zentral durch die „Integrierte Regionalleitstelle Mitte“ in Kiel koordiniert. Das eigentliche Haupteisatzgebiet von Christoph 67 ist der bevölkerungsreiche Süden von Schleswig-Holstein, er kann im Bedarfsfall aber auch überregional angefordert werden, so geschehen am gestrigen Tag. Alle für den Norden Schleswig-Holsteins vorgesehenen Luftrettungsmittel waren durch andere Einsätze gebunden, um so kam es, dass Christoph 67 zu seinen ersten Besuchen nach Amrum kam.

Neben den beiden Einsätzen des „gelben“ Hubschraubers, war am gestrigen Tag mehrfach auch Christoph Europa 5 auf Amrum anzutreffen, es war wieder einmal ein ereignisreicher Tag für den Rettungsdienst und die Notärzte*innen. Das Ganze hat auch wieder gezeigt, wie wichtig eine gut funktionierende notfallmedizinische Versorgung auf der Insel ist, und wie bedeutsam von hier aus bei Bedarf eine rasche Transportmöglichkeit von Erkrankten und Verunfallten in eine geeignete Klinik ist.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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2 comments

  1. Andreas Zawieja

    Hallo Peter
    gibt es den CH 12 aus Siblin nicht mehr?

  2. Peter Lückel

    Moin Andreas,
    Christoph 12 gibt es noch, er ist seit 2007 in Siblin, Gemeinde Ahrensböck, stationiert. Zuvor war er als 2. Luftrettungsmittel in Schleswig-Holstein im Juni 1976 in Eutin in Dienst gestellt worden. Es gibt jetzt also 4 RTH in Schleswig-Holstein. Der älteste ist Christoph 42, Indienststellung Februar 1975. Christoph Europa 5 gibt es seit April 2005, zuvor lief er als Christoph 52 ab 1985 in Itzehoe.
    Christoph 12 ist ein Zivilschutz-Hubschrauber und wird vom Bundesministerium des Inneren und für Heimat betrieben, die Piloten sind von der Bundespolizei. Er ist „orange“ und war auch schon, wenn auch selten, auf Amrum, so z. B. während des Großeinsatzes „Fährunglück Adler-Express“ am 4.6.2014.
    Andere „gelbe“ RTH, also vom ADAC betriebene Hubschrauber, die in den letzten Jahren auf Amrum gesichtet wurden, sind Christoph 26 aus Sande bei Wilhelmshaven (Niedersachsen) und Christoph Hansa aus Hamburg.
    Dr. med. Peter Totzauer

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