Wer über Amrum fährt, sieht so viele Handwerker, Bagger, Kräne und Baufahrzeuge wie selten zuvor. Werden alle Umbauten und Neubauten termingerecht fertigt gestellt werden können?
Fährt man auf Amrum mit offenen Augen über die Insel, kann man feststellen, dass es aktuell eine größere Anzahl von Baustellen gibt. Schon immer war die Herbst- und Winterzeit die „Saison“ für Bauarbeiten. Waren es – insbesondere bis zur Corona-Pandemie – Neubauten von Ferienhäusern, die das Bild der Insel prägten, sind es derzeit eher größere Projekte, die in Angriff genommen wurden. Der Ferien- und/oder Einfamilienhausbau scheint derzeit völlig zum Erliegen gekommen zu sein. Das mag zum einen an den horrenden Baukosten, aber auch an der unsicheren Situation liegen, ob überhaupt noch Baugenehmigungen für Ferienhäuser und Zweitwohnungsbesitztümer erteilt werden.
Zahlreiche Großprojekte bestimmen derzeit das Bild – vom neuen MVZ bis zu langen Sanierungen alter Gebäude:
Die Arbeiten am Neubau des „MVZ Amrum“ haben endlich richtig Schwung aufgenommen, die ersten Außenwände sind errichtet. Am 17. September hat der symbolische erste Spatenstich durch die Amrumer Bürgermeister und die Staatssekretärin Anne Benett-Sturies stattgefunden, und wenige Tage später wurde mit den Erdarbeiten begonnen. Diese gestalteten sich zunächst schwieriger als geplant; aufgrund der großen Sandmengen waren doch erhebliche Umschichtungs- und Verdichtungsmaßnahmen erforderlich. So konnte erst – mit einigen Wochen Verzögerung – am 13.11. mit der Betonanlieferung für die Fundamente begonnen werden. Eine Fertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2026 geplant, der Umzug des MVZ aus den Räumlichkeiten der ehemaligen Praxis an der Mühle in den dann hoffentlich fertigen Neubau ist am 2.1.2027 angedacht.
Enthüllt
Die nächste „Großbaustelle“ in Wittdün ist das Appartementhaus „Alte Post“, das im Juli 2023 wegen akuter Einsturzgefahr geräumt werden musste. Nach einer zweijährigen Entscheidungsphase, was mit dem Gebäude geschehen solle, wurde im April 2025 eine Baugenehmigung zur Sanierung des Anfang der 1970er Jahre errichteten Bauwerks erteilt und in den Sommermonaten mit den Arbeiten begonnen. Das Gebäude wurde zunächst mit riesigen Planen verhüllt, und die markanten Außenverblendungen sind entfernt worden. Mit den ersten Herbststürmen zerfetzten diese Planen, und die Baustelle bot einen erbärmlichen Anblick. Mittlerweile sind die heftig im Wind wehenden Abdeckfolien abgebaut, und das Anwesen präsentiert sich „nackt“. Wann die Sanierungsarbeiten abgeschlossen sein werden, ist unklar; zu Beginn war von „2026“ die Rede.

Auch Sanierungen im Haus Seeadler
Vor einem baldigen Ende der Renovierungsmaßnahmen am Haus Seeadler in Wittdün kann ausgegangen werden. Hier wurden alle Fenster und Türen erneuert. Die das gesamte Gebäude umhüllenden Baugerüste werden wohl bald entfernt werden können.

Zwei Wohnungen und eine Sammelunterkunft
Ebenfalls mit einem Gerüst umgeben ist das Gebäude der Notunterkunft im Gewerbegebiet Nebel. Hier finanziert das Amt Föhr-Amrum die Kernsanierung des seit vielen Jahren leerstehenden und ungenutzten Gebäudes. Bereits im Haushaltsplan 2023 waren hierfür 450.000 € bereitgestellt worden, erst jetzt haben die Arbeiten begonnen. Mit der Fertigstellung wird ebenfalls 2026 gerechnet, es sollen zwei Wohnungen und eine Sammelunterkunft entstehen.

Aufgrund von neuen Bestimmungen seitens der Feuerwehr -Unfallkasse, müssen viele Gerätehäuser der Freiwilligen Feuerwehren landesweit erweitert werden.
Auch in Nebel wird gearbeitet. Der Spatenstich war hier im August dieses Jahres; auch hier wird mit der Fertigstellung im Sommer 2026 gerechnet.
Baustelle ohne Ende
Der seit Jahren andauernde Sanierungsbau der Öömrang Skuul macht endlich auch von außen sichtbare Fortschritte. Im Westflügel wurden neue Stahlträger eingesetzt und die neue Fensterfront eingebaut. Einen endgültigen Fertigstellungstermin der langwierigen, bereits im Sommer 2022 begonnenen Umbaumaßnahmen vermag offensichtlich niemand mehr vorherzusagen, kam es in den letzten drei Jahren doch immer wieder zu unvorhergesehenen Verzögerungen.
Platz für Neues
Letztendlich kann kurz noch von dem Projekt „Haus des Gastes“ berichtet werden. Hier sind nun auch die restlichen Kellerfundamente entfernt und von Steenodde aus ans Festland abtransportiert worden. Wie Amrum News bereits berichtete, ist der Baubeginn für das neue HdG im zweiten Quartal 2026 angedacht, eine Fertigstellung dann im Frühjahr 2028.
Amrum-News wird sie auch weiterhin auf dem Laufenden halten.
Ferienhäuser stehen still, öffentliche Projekte ziehen an.
Das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung berichtet, dass die aktuelle Lage in der Baubranche weiterhin von Herausforderungen geprägt ist. Durch die Nachfrageschwäche im Bau war das Bauvolumen im Jahr 2024 erneut um 4 % gesunken. Auch für die Jahre 2025 und 2026 wird die deutsche Bauwirtschaft insbesondere mit dem Fachkräftemangel und weiter steigenden Baukosten zu kämpfen haben. Für Amrum ist es erfreulich zu berichten, dass ein nicht unerheblicher Teil der Bauaufträge bei den beschriebenen Projekten an Amrumer Handwerks- und Baubetriebe vergeben werden konnte.
AmrumNews Online-Zeitung der Insel Amrum











Es wird viel gebaut auf Amrum, das stimmt – aber was geschieht mit dem schon in der 2. Saison wegen Einsturzgefahr abgesperrten Haus neben der Eisdiele in der Fußgängerzone in Norddorf??? Darüber könnte man auch mal was schreiben.