Amrum häkelt ein Riff – machen Sie mit!

Masche für Masche wächst auf Amrum ein Korallenriff aus Wolle. Das Gemeinschaftsprojekt lädt Einheimische und Gäste dazu ein, selbst Teil des Riffs zu werden. Eine Gelegenheit zum gemeinsamen Häkeln gibt es am 1. April bei Kaffee und Kuchen.

So ähnlich könnte am Ende ein fertiges Riff aussehen. © Rüm Hart Stiftung

Vielleicht haben Sie bereits in unserem Adventskalender von dem Projekt gelesen. Oder Ihnen sind hier oder da Plakate auf der Insel aufgefallen: Amrum soll ein farbenfrohes Häkelriff bekommen. Und das geht nur mit Ihrer Unterstützung! Welche Möglichkeiten Sie haben, erfahren Sie weiter unten.

Die feierliche Enthüllung des Riffs findet am 10. Juli beim diesjährigen Aktionstag „Tag der Ozeane auf Amrum“ statt. Veranstaltet wird dieser von der Rüm Hart Stiftung in Kooperation mit der Schutzstation Wattenmeer, der Amrum Touristik und dem Öömrang Ferian.

Werden Sie Teil dieses tollen Projekts und häkeln Sie Korallen – vielleicht am 01. April in der NatourDüne bei Kaffee und Kuchen? © Lena Koers

Ein Teil der weltweiten Häkelriff-Bewegung

Das Amrumer Häkelriff soll ein Satellitenriff der internationalen Häkelriff-Gemeinschaft („Crochet Coral Reef“) werden, die bereits auf allen Kontinenten Menschen dazu inspiriert hat, Kunst und Naturschutz miteinander zu verbinden. Jede gehäkelte Koralle ist ein kleiner Beitrag zum großen Ganzen – und ein Symbol für Vielfalt, Kreativität und gemeinsames Engagement.

Denn bei dem Projekt geht es nicht nur darum, ein buntes Kunstwerk zu schaffen, das begeistert. Das fragile Konstrukt soll auch nachdenklich stimmen: Korallenriffe gehören zu den am stärksten bedrohten Lebensräumen unserer Erde. Durch Klimawandel, Übernutzung und Verschmutzung geraten sie weltweit in Gefahr. Deshalb sind auch weiße Häkelkorallen ausdrücklich erwünscht – sie stehen für gebleichte, sterbende Riffe und machen die Dramatik der realen Entwicklung sichtbar.

Warum Korallenriffe so wichtig sind

Einem aktuellen Bericht zufolge, an dem über 100 Wissenschaftler*innen mitgearbeitet haben, werden die tropischen Korallenriffe in den nächsten Jahrzehnten komplett absterben, wenn es nicht gelingt, die Klimaerwärmung einzudämmen. Denn der Kipppunkt der Korallenriffe – also der maximale Toleranzwert einer Erwärmung – liegt bei 1,2 Grad. Bei der derzeitigen globalen Erwärmung von etwa 1,4 Grad ist dieser Wert bereits überschritten.

Ein Verlust der Riffe hätte nicht nur Auswirkungen auf den Tourismus vieler Regionen, sondern bedroht vor allem die Artenvielfalt und die Sicherheit der Küstenbewohner. Rund 25 Prozent der Unterwasserfauna sind in Korallenriffen beheimatet und finden hier Nahrung und Schutz. Gleichzeitig bilden die Riffe einen natürlichen Schutzwall vor großen Wellen und Tsunamis.

Auch wenn das Amrumer Häkelriff diesen Prozess nicht aufhalten kann, soll es dennoch zur Sensibilisierung für dieses ernste Thema beitragen.

Mitmachen ist ganz einfach

Also machen Sie mit und lassen Sie ein farbenprächtiges Korallenriff auf Amrum wachsen. Wie das geht? Ganz einfach: Entweder häkeln Sie wie gewohnt zu Hause – allein oder mit Freunden – und schicken Ihre fertigen Kunstwerke per Post an die Schutzstation Wattenmeer.

Viele fleißige Unterstützer*innen haben der Schutzstation bereits ihre Kunstwerke geschickt – doch es braucht noch viele mehr! ©Nina Löschner

Häkeln auf Amrum: Treffen und Orte

Oder Sie nutzen die Urlaubszeit und häkeln vor Ort: Während der Öffnungszeiten können Sie es sich jederzeit im “JuLa – ein Laden auf Amrum” in der Inselstraße 18 in Wittdün gemütlich machen. Wolle und Häkelnadeln stehen dort bereit.

Oder Sie kommen am Mittwoch, 1. April (kein Scherz) zwischen 11 und 17 Uhr in die NatourDüne am Badeland zu einem besonderen Häkelevent. Bei Kaffee und Kuchen können Sie hier ebenfalls mit vorhandener Wolle Korallen, Fische, Algen oder Anemonen häkeln – Ihren Ideen sind keine Grenzen gesetzt. Wenn möglich, bringen Sie gern eigene Häkelnadeln mit.

Alternativ können Sie sich bei der Schutzstation Wattenmeer auch Wolle abholen und ganz bequem zu Hause oder in der Ferienwohnung häkeln. Die fertigen Kunstwerke bringen oder schicken Sie anschließend wieder zur Schutzstation zurück (Schutzstation Wattenmeer e. V., Am Schwimmbad 1, 25946 Wittdün/Amrum). Bitte beachten Sie dabei die Öffnungszeiten der Ausstellung. Einsende- bzw. Abgabeschluss ist Anfang Mai.

Enthüllung beim „Tag der Ozeane“

Alle, die zur Entstehung beitragen, werden namentlich auf einer Dankestafel erwähnt, die am Aktionstag am 10. Juli neben dem fertigen Riff stehen wird. Im Anschluss an den „Tag der Ozeane“ wird das Riff an verschiedenen Orten auf der Insel weiterhin zu sehen sein.

Inspiration und einige Häkelanleitungen finden Sie im Internet, beispielsweise hier:  https://www.museum-frieder-burda.de/pdf/Anleitung.pdf oder als Video auf YouTube: https://youtu.be/xB9bj_07b_Q?si=H4QylQT8dhPm-TbG

Weitere Informationen zur Initiative der Rüm Hart Stiftung: https://stiftung-ruem-hart.de/ein-haekelriff-fuer-amrum

Über Nina Löschner

Nina Löschner kam 1989 kurz vor dem Mauerfall in Ost-Berlin zur Welt. Aufgewachsen auf dem Brandenburger Land zog es sie nach der Schule zurück in die Hauptstadt. In Berlin studierte sie Kunstgeschichte und Englisch, arbeite anschließend im Projektmanagement eines Auktionshauses und schließlich sieben Jahre lang als Redakteurin für Funk und Fernsehen. 2022 nahm sie sich eine berufliche Auszeit und absolvierte einen Freiwilligendienst im Naturschutz auf Amrum. Doch die Insel ließ sie nicht mehr los - und so brach sie alle Zelte in der Hauptstadt ab. Heute arbeitet Nina als Leiterin der Schutzstation Wattenmeer in Wittdün.

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