Hilf der Heidehummel – Amrumer Mitmachaktion startet mit neuem Namen in die Saison …

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Die Heidelandschaften auf Amrum gehören zu den besonderen Naturräumen der Insel – vor allem im August, wenn die Heideblüte die Landschaft in ein violettes Farbenmeer taucht. Damit dieser einzigartige Lebensraum erhalten bleibt, packen Einheimische und Gäste regelmäßig gemeinsam an. Unter dem neuen Namen „Hilf der Heidehummel“ startet nun wieder die Saison der praktischen Heidepflege – und jede und jeder kann mitmachen.

Mit vereinten Kräften wird das Brombeergestrüpp von allen Seiten bearbeitet – ein wahrer Kampf gegen das Dickicht.

Gemeinsam für die Amrumer Heide

Die Amrumer Heidelandschaften zählen zu den einzigartigen Landschaftsräumen der Insel. Damit dieses besondere Ökosystem erhalten bleibt, engagieren sich Einheimische und Gäste gemeinsam bei praktischen Naturschutzaktionen.

Die bekannte Mitmachaktion „natürlich helfen“ ist nun unter dem neuen Namen „Hilf der Heidehummel – praktischer Naturschutz zum Mitmachen“ gestartet. Hinter dem neuen Titel steckt weiterhin dieselbe Idee: Menschen zusammenzubringen, die aktiv etwas für die einzigartige Natur Amrums tun möchten.

Zur diesjährigen ersten Pflegeaktion hatte der Öömrang Ferian in die unmittelbare Nachbarschaft der Vogelkoje Wittdün eingeladen.
16 Helferinnen und Helfer folgten dem Aufruf. Ihre Aufgabe: den Hang eines vor wenigen Jahren ausgebaggerten Dünentälchens von dichtem Brombeergestrüpp zu befreien. Mit Spaten, Astscheren und sogenannten Ampferstechern rückten sie dem stacheligen Gehölz zu Leibe. Dank der Förderung durch die Umweltlotterie BINGO! können nun auch größere Gruppen mit Geräten für die Entkusselungsaktionen ausgestattet werden.

Fast geschafft: Jetzt geht es darum, die hartnäckigen Brombeersträucher samt Wurzeln sicher aus dem Gelände zu transportieren.

Warum die Heide Pflege braucht

Anders als die Heideflächen in den Dünen ist die Heide auf der Amrum-Geest eine jahrhundertealte Kulturlandschaft. Sie entstand durch menschliche Nutzung – etwa durch Viehweiden, Gewinnung von Brennmaterial oder Ackerbau. Besonders die Beweidung mit Schafen und anderen Tieren sorgte dafür, dass sich die typische Heidevegetation entwickeln konnte. Die Flächen blieben niedrig und offen.

Da diese traditionelle Nutzung heute weitgehend verschwunden ist, würde die Heide ohne Pflege langsam verbuschen. Besonders problematisch für die Heide sind sehr wüchsige Gehölze. Dazu zählen unter anderem Schwarzkiefern, Brombeeren, die invasive spätblühende Traubenkirsche sowie die Kartoffelrose.

Mit gezielten Maßnahmen wie Entkusseln, Plaggen oder Beweidung wird daher versucht, die Heide zu verjüngen und ihre typische Struktur zu erhalten.

Ein Mosaik wertvoller Lebensräume

Gerade diese offene Struktur macht die Heide so wertvoll. Zwischen Heidekraut, offenen Sandflächen und niedrigem Bewuchs entsteht ein vielfältiges Mosaik unterschiedlicher Lebensräume.

Davon profitieren zahlreiche Insekten-, Vogel- und Pflanzenarten. Die Heide ist daher nicht nur während der spektakulären Blütezeit im Spätsommer ein beeindruckendes Naturerlebnis, sondern das ganze Jahr über ein wichtiger Lebensraum für viele Arten. Aktuelle Untersuchungen zu Bienen, Wespen, Großschmetterlingen und Käfern zeigen: Rund 500 Arten allein dieser Insektengruppen leben in der Amrumer Heide.

Im frisch entkusselten Hang des feuchten Dünentals bieten sich der Heide nun ideale Bedingungen für einen erfolgreichen Neuanfang.

Praktischer Naturschutz zum Mitmachen

Genau hier setzt die Mitmachaktion an. Durch die händische Pflege werden junge Gehölze entfernt, bevor sie sich dauerhaft etablieren können. Gleichzeitig entstehen wieder offene Sandstellen, auf denen sich junge Heidepflanzen ansiedeln können.

Die Arbeit ist körperlich, aber ihre Wirkung wird schnell sichtbar: Schon nach kurzer Zeit wird deutlich, wie viel Fläche die Helferinnen und Helfer gemeinsam freigelegt haben.

Die Aktion „Hilf der Heidehummel“ soll nicht nur zum Mitmachen motivieren, sondern auch auf die Bedeutung dieses besonderen Lebensraums aufmerksam machen. Die Heidehummel steht dabei symbolisch für viele Insektenarten, die auf blütenreiche Heideflächen angewiesen sind.

„Ich habe mich von dem Titel der Veranstaltung sofort angesprochen gefühlt“, sagt Försterin Lea Hauff, die den Wildpark Hardegsen bei Göttingen leitet und ihren Urlaub auf Amrum verbringt.

Mitmachen ausdrücklich erwünscht

Wer einmal ganz praktisch Naturschutz erleben möchte, kann auf Amrum selbst aktiv werden. Die Teilnahme ist unkompliziert, macht in der Gruppe Spaß und verbindet Naturerlebnis mit sinnvollem Engagement.

Das Besondere: Mitmachen kann grundsätzlich jede und jeder – egal ob Einheimische, Urlaubsgäste, Familien oder Naturinteressierte. Fachkenntnisse sind nicht nötig, denn vor Ort wird erklärt, was zu tun ist.

Und vielleicht summt schon bald wieder eine Heidehummel über genau die Fläche, die kurz zuvor gemeinsam gepflegt wurde.

Der nächste Termin „Hilf der Heidehummel“ ist am Sonntag, 19. April 2026. Treffpunkt 11.15 Uhr in Norddorf, Bushaltestelle Onkel Toms Hütte.

Weitere Informationen gibt es beim Naturzentrum des Öömrang Ferian unter veranstaltungen@naturzentrum-amrum.de oder telefonisch unter 04682 -1635.

 

Über Karen Heidemann

Karen Heidemann erblickte das Licht der Welt 1963 in Bremen, nach dem Abitur folgten eine Ausbildung zur MTRA und erste Berufsjahre in Bremer Kliniken, 1988 Studium der Biologie in Oldenburg, entdeckte dort ihre Leidenschaft für die Botanik, schloss ein Auslandsstudium in den USA mit Forschungstätigkeit im Yellowstone Nationalpark ein, war nach ihrem Diplom 1995 als Biotopkartiererin in den neuen Bundesländern unterwegs, wechselte 1996 an die Uni Trier als Wissenschaftliche Mitarbeiterin, entdeckte dort im Rahmen einer ehrenamtlichen Vereinstätigkeit ihre zweite Leidenschaft: Umweltbildung. Ging im Jahr 2000 nach Köln, um als Bildungsreferentin / Projektleiterin in der nachuniversitären Weiterbildung Schwerpunkt Medizin tätig zu werden. Nachdem ihre 2 Töchter zwecks Studiums eigene Wege gingen, verwirklichte sie 2023 ihren Traum, auf einer Nordseeinsel zu leben und kam nach Amrum. Dort war sie in den Bereichen Umweltbildung und Schutzgebietsbetreuung am Naturzentrum in Norddorf tätig, 2025 übernahm sie dort die Leitung.

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