Ein Tanzabend, der alle mitreißt …

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Ein Abend voller Rhythmus, Emotion und Gemeinschaft.
In der Inseldisco zeigen Tänzer:innen ihr Können – und reißen das Publikum mit.
Am Ende steht mehr als Applaus: ein Gefühl, das bleibt.

Ein Tanzabend der Begeisterung, hier die meisten der Akteure

Ein Auftakt wie in einer TV-Show

Zu einer großartigen Tanzveranstaltung lud Tanzlehrer Andrii Liubchenko herzlich in die Inseldisco 54° Nord ein. Zusammen mit seinen Tanzgruppen und Tänzer:innen der Insel wollten sie nicht nur ihr Erlerntes zeigen, sondern damit auch begeistern und motivieren, selbst das Tanzbein zu schwingen. Angelehnt an eine große TV-Show moderierte Leon Prieg und begrüßte das zahlreiche Publikum sowie die Jurymitglieder Leefke, Barne und Rusana. Unter ihren fachmännischen Augen wurde die Tanzfläche zum Parkett für Walzer, Quickstep, Rumba, Tango, Cha-Cha-Cha, Jive und Salsa.


Die Mädchen bedanken sich für den Applaus zu ihrer Latein amerikanischen Tanzchoreographie

Von Walzerträumen und ersten Schritten

Mit einer Choreografie des Wiener Walzers eröffneten Gioia, Ylvie, Maila, Tiare, Nele und Lara den Abend und stimmten das Publikum ein. Tosender Applaus war ihnen sicher, denn viele Familien und Freunde sahen das Können der Kinder hier erstmals auf großer Bühne. Auch Andrii Liubchenko überzeugte gemeinsam mit seiner Tochter Maiia mit einem Wiener Walzer in Perfektion und zog das Publikum sofort in seinen Bann.

Besonders berührend wurde es bei den jüngsten seiner Schüler:innen: In der Vorführung „a bluumen bleu“ (Die Blumen blühen) zeigten sie an den Händen ihres Lehrers ihre ersten Walzerschritte. Zum Abschluss tanzten Mia, Jella, Karla, Luana, Kaya, Eleanor, Tymur, Leif und Jorne diese sogar gemeinsam mit einem Elternteil. Beim anschließenden Workshop für Alle füllte sich die Tanzfläche nach kurzem Zögern schnell – und die ersten eigenen Schritte gelangen.


Andrii und Paula bei der Rumba

Leidenschaft auf dem Parkett

Mit viel Ausdruck und Energie ging es weiter: Paula Sturz und Andrii präsentierten einen Quickstep mit schauspielerischen Elementen und rissen das Publikum mit. Es folgte ein stimmungsvoller Tango von Maiia und Daniil, die förmlich über das Parkett schwebten.

Die Mädchen im Alter von 10 bis 13 Jahren eröffneten anschließend den lateinamerikanischen Teil des Abends mit ihren Choreografien „Rythmos Amrumos“, begleitet von begeistertem Klatschen und Johlen. Unter den „nuurdlaachten“ zeigten Andrii und Julia Tomzik eine gefühlvolle Rumba, während Martina Hoff und Andrii mit einem mitreißenden Jive für Stimmung sorgten, bei dem der Applaus gar nicht abriß.


Lateinamerikanischen Tanzchoreographie

Wenn Tanz auch unterhält

Die Amrumer Tangogruppe setzte den argentinischen Tango eindrucksvoll in Szene und zeigte ihre Verbundenheit zu diesem Tanz. Für humorvolle Unterhaltung sorgte Thomas Kaffer, vielen Insulanern aus dem Edeka/Kaufhaus Bendixen in Nebel bekannt. Gemeinsam mit Andrii und Maiia verband er Schauspiel, Tanz und Witz in einem Cha-Cha-Cha-Auftritt, der Publikum und Jury gleichermaßen begeisterte.

Der Workshop zur Salsa

Auch hier wurde das Publikum wieder aktiv: Bei einem kleinen Workshop konnten die Grundschritte des Cha-Cha-Cha selbst ausprobiert werden. Tanzspiele über den Abend hinweg wurden ebenfalls vom Publikum herzlich angenommen, sorgten für kleine und große Lacher zwischendurch und wurden mit Preisen wie ein Eisgutschein oder eine gestrickt Mütze belohnt.


Die Jury mit v.l.n.r: Rusana, Barne und Leefke

Das Publikum tanzt mit

Während draußen langsam die Sonne unterging, zog mit der Salsa südamerikanisches Flair in die Inseldisco ein. Reza Majidi und Annette Winkler nahmen die Zuschauer mit auf eine feurige Reise. Mit der „The Jive Blondi Show“ brachten Maiia und Daniil das Publikum endgültig zum Ausflippen.

Die Energie blieb hoch: Andrii und Paula Sturz präsentierten eine kraftvolle Samba („hiat sun“ – heißer Sand). Zum Ende hin begeisterten Reza und Andrea Miorin-Ballermann mit einer schwungvollen Salsa, bevor Andrii und sein Tanzteam sich mit einem Paso Doble verabschiedeten.


Die jüngsten Schüler:innen von Andrii zeigten ihren Eltern den langsamen Walzer

Ein Abend, der verbindet

Ein Salsa-Workshop bildete den offiziellen Abschluss – doch die Tanzfläche blieb weiterhin gefüllt. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, selbst zu tanzen. Alter, Herkunft, Sprache oder Erfahrung spielten dabei keine Rolle.

Am Ende wurde deutlich: Tanzen verbindet. Dieser Abend zeigte, wie Menschen unterschiedlichster Hintergründe zusammenkommen und sich verstehen – ohne viele Worte, aber mit einer gemeinsamen Sprache.

Moderator Leon Prieg führte durch den Abend, hier stellen sich Andrii und seine Tochter Maiia dem Juryurteil

Ein Neuanfang

Besonders bewegend bleibt die Geschichte von Andrii Liubchenko, der vor vier Jahren zusammen mit seiner Frau und den beiden Kindern aus der Ukraine auf die Insel kam, als der Krieg begann. Er ließ die Heimat Sumy, Freunde und sein bisheriges Leben zurück. Bis zu seinem 18. Lebensjahr beschäftigte Andrii sich professionell mit dem Tanz und nahm an ukrainischen und internationalen Wettbewerben erfolgreich teil, er ist mehrfacher Preisträger und Finalist. „Nach meiner Aufnahme an der Universität in Sumy gründete ich ein Studio für Gesellschaftstanz an der Universität, in dem ich Leiter und einer der Tänzer war. Nach dem Abschluss organisierte ich Hochzeiten und andere Veranstaltungen und war Hauptorganisator von städtischen Festivals wie dem Sumy Street Food Fest, dem Sumy Wine Fest und einiges mehr”, erzählt Andrii, der ebenfalls kreativ tätig war und eines der beliebtesten Kunst- und Kulturzentren der Stadt-WineArtStudio gründete.

Dem Tanzen blieb er immer treu und ist selbst bei vielen seiner Veranstaltungen mit seinem Showballett aufgetreten. Seine Tochter Maiia ist ebenfalls erfolgreiche Tuniertänzerin und ukrainische Meisterin im Gesellschaftstanz in der Alterskategorie bis 12 Jahre. Sein Sohn hat das tänzerische Blut ebenfalls in den Adern und begeisterte auf Amrum schon in der HipHop Tanzgruppe. Auf die Insel kamen sie durch einen glücklichen Zufall erzählt Andrii und möchte von ganzem Herzen Constanze und Jeannette danken, die dies möglich gemacht haben. „Auf der Flucht vor dem Krieg 2022 sind wir zuerst zu meinen Eltern, die in Dortmund lebten, gezogen, doch die Wohnung war schnell viel zu klein und die Suche nach einer separaten Wohnung blieb erfolglos. Eine Kundin meines Stiefvaters suchte gerade eine große Familie mit etwa acht Personen, um ihnen für ein Jahr ein Haus auf der Insel Amrum zur Verfügung zu stellen. Diese Familie waren wir und unsere Freunde”, dankt Andrii. Hier fand der heute 40 jährige einen Neuanfang. Die Familie Liubchenko lebte sich ein, fand Anschluß auf der Insel, die sie sie herzlich willkommen hieß.

Andrii arbeitet derzeit in der Gastronomie und gibt heute seine Leidenschaft für den Tanz an Kinder und Erwachsene weiter.

Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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