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Mit dem neuen Liegeplatz…(to)

In diesem Sommer konnte der lang gehegte Wunsch der Rettungsmänner des im Wittdüner Seezeichenhafen stationierten Seenotrettungskreuzers der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) „Vormann Leiss“, mit der Fertigstellung ihres Liegeplatzes im Binnenbereich, erfüllt werden. retterverladungDer Seenotrettungskreuzer liegt nun nicht mehr an der im Vergleich ungeschützten Position an der Außenmole, sondern wieder auf seiner bis Anfang 2007 eingenommenen Position. Das Wasser- und Schifffahrtsamt hatte zu dem Zeitpunkt Untersuchungen an dem Anlegesteg für den Rettungskreuzer „Eiswette“ und das Behördenfahrzeug „Westerharde“ durchführen lassen, die ergaben, dass die Holzkonstruktion für eine sichere Nutzung nicht mehr geeignet war. Von Bohrasseln und massivem Fäulnisbefall waren die Kiefernholzdalben so sehr geschwächt, dass eine schnelle Instandsetzung nicht in Frage kam und die Brücke für eine Nutzung gesperrt werden musste. Der Rückbau fand dann Ende Januar 2008 statt.

Die im 24 Stunden Bereitschaftsdienst auf dem Seenotrettungskreuzer arbeitenden Rettungsmänner mussten an der Nordmole so manchen Sturm über sich ergehen lassen, bevor endlich die Entscheidung fiel, eine neue Anlegestelle an der alten Position zu erbauen.
Die DGzRS musste dabei ohne das Zutun des WSA auskommen, das für sich selbst keinen Bedarf für eine neue Anlegestelle sah. Den Anfang für das Projekt einen nun tideunabhängigen Liegeplatz zu schaffen, machte der Einsatz der „Hermann Marwede“, die größte Rettungseinheit der DGzRS, mit der Lieferung der beiden Stahldalben im Oktober 2008.

Herman Marwede... beeindruckend groß!

Hermann Marwede... beeindruckend groß!

Den von der Station Büsum ausgemusterte Schwimmponton, der gleichzeitig Arbeitsräume und Unterkunft beherbergt, brachte der Seenotrettungskreuzer „Hans Hackmack“ nach Amrum. Die rund 25 Meter lange Gangway wurde per Frachtschiff angeliefert. Vor Ort entstand dann im Laufe diesen Jahres Stück für Stück die neue Anlegestelle im Binnenbereich. Den Rettungsmännern der Station Amrum war die Erleichterung anzumerken, als sie dann mit dem Seenotrettungskreuzer „Vormann Leiss“ Position beziehen konnten. Bei den ersten Sturmfluten im Sommer und Herbst konnte der Schwimmsteg dann auch gleich punkten. Wo die anderen festen Holzpiere unter Wasser standen, war der Seenotrettungskreuzer noch sicher zu erreichen.

Eine große Neuerung bei dieser Ausführung kommt dem Amrumer Rettungsdienst bei Krankentransporten mit dem Seenotrettungskreuzer zugute. Mussten die medizinischen Notfälle bei oft widrigen Wetterverhältnissen, speziell dann, wenn der Hubschrauber nicht fliegen konnte oder gerade nicht verfügbar war, am Wittdüner Fähranleger übernommen werden, können sie nun bequem auf der Trage über die dafür konzipierte Gangway und den Schwimmponton auf den Seenotrettungskreuzer gefahren werden. Stationsleiter und erster Vormann auf der „Vormann Leiss“, Jens Petersen, stellte sich als Probepatient zur Verfügung, um am eigenen Leib die Verschiffung für einen Patienten zu erleben.

Vormann Jens Petersen testet am eigenen Leib die Verladung

Vormann Jens Petersen testet am eigenen Leib die Verladung

„Am Fähranleger sorgte unsere Präsenz immer gleich für eine große Anteilnahme der Passanten. Was für die Betroffenen zusätzliches Unbehagen und zur Schau Stellung bedeutete. Mit der neuen Möglichkeit, die Trage gleich im Seezeichenhafen zu übernehmen, geht mit der Abgeschiedenheit des in diesem Bereich nicht öffentlichen Seezeichenhafens zudem ein hohes Maß an Sicherheit für alle Beteiligten einher“, zeigt sich Petersen zufrieden.

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Klasse und sehr gut für Amrumer und Urlauber zugleich. Weiter so und herzlichen Glückwunsch.

  2. Moin an die Amrumer.Ich bin selber im Rettungswesen tätig,und weiss daher wie verdammt wichtig es sein muß,das ein geeigneter Platz ob Schiff,Hubschrauber,Fahrzeug,da ist!Wir machen es teils freiwillig und bekommen keinen Cent dafür für das wir unser Leben aufs Spiel setzen um anderen es zu retten.Deswegen bin ich als Feuerwehrmann doch sehr erleichtert darüber das nun die”Vormann-Leiss”einen besseren Liegeplatz zugeteilt hat bekommen,denn im Ernstfall zählen SEKUNDEN!!! Ich kenne den Vormann des Kreuzers noch von früher und denke er freut sich sehr darüber,nun “FREIE FAHRT” zu haben.Ich wünsche den Amrumer und deren Gästen alles gute,viel Glück,und das man froh sein kann einen Kreuzer vor der Haustür zu haben,der im Ernstfall jeden Patienten nach Föhr oder sollte es schlimmer sein direkt nach Dagebüll fahren wird. Die DGzRS wird nur durch SPENDEN finanziert,also spendet,wenn es nur 1 Euro ist,aber die können eventuell ein Teil halten was die ganze Maschine zum laufen bringen muß,ist dieses nicht da fährt der Kreuzer nicht.Super viele Grüße aus Frankfurt/Main

    Ihr Bernd Schmiedl—–Hauptfeuerwehrmann.

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