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Politik hat klar versagt…(to)

Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus musste auf der Wehrführerdienstversammlung der Amrumer Feuerwehren stellvertretend für die Wittdüner Kommunalpolitiker der letzten Jahre eingestehen, dass man bezüglich der Sicherstellung des Brandschutzes in der Gemeinde, sprich der rechtzeitigen Ersatzbeschaffung für das abgängige Tanklöschfahrzeug, versagt habe.

Vorführfahrzeug wurde schon 2008 begutachtet...

Vorführfahrzeug wurde schon 2008 begutachtet...

Auf der für heute eigens einberufenen Sitzung des Gemeindegremiums soll ein Nachtragshaushalt auf den Weg gebracht werden, der die Anschaffung eines neuen Löschgruppenfahrzeuges vorsieht. Jungclaus betonte dabei nochmals, dass die Rahmenbedingungen dieser Investition aufgrund der angespannten Haushaltlage außerordentlich schwierig seien und eine übliche Prüfung durch die Kommunalaufsicht erfolgt. Priorität hätte dabei aber natürlich die Sicherstellung des Brandschutzes der Bürger und Gäste im Ort.

Die Wehrführungen der Nachbarwehren Süddorf-Steenodde und Nebel sagten ihre nachbarschaftliche Löschhilfe als Selbstverständlichkeit zu, betonten dabei aber, dass dies nur eine kurzzeitige Lösung sein dürfe, um die Hilfsfrist von 10 Minuten sicher zu stellen. Es gibt für die Insel Amrum ein Brandschutzkonzept, in dem der langfristige Ausfall der einsatztaktischen Größe der Wittdüner Feuerwehr nicht zu verantworten ist.
Nun stehen solch Löschfahrzeuge nicht beim Händler um die Ecke bereit. Erst nach der Bestellung werden die Serienfahrgestelle bei Ausrüstungsfirmen weiter bearbeitet und nach den entsprechenden Anforderungen der einzelnen Wehren Aufbauten und Ausstattung angepasst. Hierbei liegen die Wartezeiten bei ein bis eineinhalb Jahren.
Dieser Zeitraum sei deutlich zu lang, um den Brandschutz durch die nachbarschaftliche Löschhilfe sicher zu stellen, waren sich Feuerwehrverantwortliche und Politiker einig. Es solle doch geprüft werden, ob man nicht für diese Zeit ein entsprechendes Löschfahrzeug leasen könne, oder gar generell über ein solch eine Ersatzbeschaffungslösung auf Amrum nachdenken solle. Kommunalpolitiker Ralf Klein hatte hiervon unabhängig entsprechende Unterlagen bereits beschafft und bedauerte gleichzeitig, dass der Wittdüner Antrag auf ein neues Löschgruppenfahrzeug aus dem Frühjahr 2008 im Kreis liegen geblieben sei.
Im vergangenen Jahr hatte ein Fahrzeugausrüster ein Vorführfahrzeug auf die Insel geschickt, um den Verantwortlichen die heutigen technischen Möglichkeiten zu demonstrieren. Ob solch ein Vorführfahrzeug vielleicht irgendwo zur Verfügung steht und dann auch noch die entsprechenden Anforderungen des insularen Fahrzeugkonzeptes erfülle bleibe zu prüfen.
„Im kommenden Jahr findet die Messe Interschutz in Leipzig statt“, berichtete der stellvertretende Amtswehrführer Klaus-Peter Ottens. „Ich könnte mir vorstellen, dass die Fahrzeugausstatter hierfür extra Fahrzeuge produzieren. Wir sollten die Möglichkeit prüfen, ob man nicht an solch ein Fahrzeug kommen könne und so die Beschaffungszeit verkürzt“, so Ottens. Die derzeitige Alarmierungsordnung für die Amrumer Feuerwehren wurde bereits in der Leitstelle Nord den neuen Wittdüner Gegebenheiten angepasst vermeldete Ottens weiter.
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Als treuer und langjähriger Gast der schönsten Nordseeinsel, bin ich fassungslos. Als Brandinspektor einer FF in NRW, habe ich entsprechendes Fachwissen. Es ist unbegreiflich was hier die Politik verursacht hat. Es gibt eindeutige Gesetze zu Hilfsfristen (Schutzziele). Wird wohl mal Zeit für eine gerichtliche Klärung. Den Wittdüner Feuerwehrleuten wünsche ich Mut und viel Erfolg um die Zukunft zu meistern.

  2. moin.Ich bin zu tiefst betroffen das Politiker immer noch nich kapiert haben das die FF heist “FREIWILLIGE FEUERWEHR”.Wir haben die Hlifsfristen einzuhalten,da ansonsten eine Konvensionalstrafe kommen kann,und die müssten dann die politiker bezahlen und nicht die Feuerwehr aus Wittdün.Bei uns in Bad-Soden/Ts haben wir eine Hilsfrist von 15 Min.gut wir wohnen nicht auf einer Insel und haben im Stadtgebiet zusammen ca.45 fahrzeuge zur Verfügung,wobei aber bei weitem nicht jedes Fahrzeug “VOLL” ist,was das nächste Problem ist,wir halten unser Leben hin um anderes zu retten,liebe Politiker versteht es endlich,es ist manchmal ein sorry es so zu sagen”EIN SCHEISS JOB”.Wir bekommen keinen cent dafür nur noch Gemecker der Politiker die garnicht wissen was wir leisten müssen um anderen zu helfen. Gott zur Ehr,dem nächsten zur Wehr,einer für alle und alle für einen. Politiker merkt euch DIESEN SATZ!!!! B.Schmiedl Hauptfeuerwehrmann aus Bad-Soden/Ts.

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