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Ein Verbot kann nicht der Weisheit letzter Schluss sein…(to)

Der an diesem Wochenende erstmalig auf Föhr greifende Verzicht auf die Akzeptanz von den sogenannten Elternverfügungen anlässlich von Discoveranstaltungen, wird seit der Veröffentlichung des Schulterschlusses der Veranstalter von regelmäßigen Diskoveranstaltungen auf Föhr auch auf der Nachbarinsel Amrum kontrovers diskutiert.

Kontrolle der Bescheinigung beim Einlass...

Kontrolle der Bescheinigung beim Einlass...

Mit diesen Schriftstücken war es für die Eltern seit einer Änderung im Jugendschutzgesetz im Jahre 2003 möglich, die Verantwortlichkeit für ihre minderjährigen Kinder recht unbürokratisch auf eine volljährige Vertrauensperson zu übertragen.

Für den Betreiber der regelmäßigen Discoveranstaltung auf Amrum, Kay Seesemann, kam die Entscheidung auf Föhr überraschend, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Erst durch die Veröffentlichung erfuhr er von der Initiative des Jugendamtes, des Amt Föhr-Amrum und des Arbeitskreises Jugend. Grundsätzlich wäre es in der Kürze der Zeit nicht ohne Weiteres möglich gewesen auch auf Amrum die Föhrer Entscheidung umzusetzen. „Wir haben unsere Kontrollen am Samstag nochmals intensiviert und nachhaltig auf die von den volljährigen Personen übernommene Verantwortung nach Jugendschutzgesetz verwiesen. Allerdings sehe ich mit dieser Entscheidung, die Verfügungen nicht mehr anzuerkennen noch lange kein ganzheitliches Konzept erreicht. Solange die Jugendlichen zwischen 16 und 18 Jahren auch weiterhin von ihren Eltern freizügig aus der häuslichen Obhut entlassen werden, werden sie dann, wenn um 24.00 Uhr die Veranstaltung für sie beendet ist, noch lange nicht nach Hause fahren. Hierbei berufe ich mich auf jahrelange Erfahrung, die immer wieder gezeigt hat, dass die Besucher der Disco sich leider schon im Vorfeld mit Alkohol versorgen und zudem rund um die Kniepsandhalle umfangreiche Getränkedepots anlegen. Hier entwickeln sich speziell in der wärmeren Jahreszeit regelmäßig Nebenschauplätze, auf denen auch Jugendliche unter 16 Jahren anzutreffen sind. Diese Bereiche können nicht von unserem Sicherheitspersonal aufgrund des weitläufigen Dünengeländes mit überwacht werden“, so Seesemann.

Polizeihauptmeister Ralf Klein von der Polizeistation Nebel, der mit seinen Kollegen regelmäßig die Discoveranstaltung auf seiner Nachtstreife am Wochenende anfährt und dort Präsenz zeigt, begrüßt die Initiative auf Föhr und sähe in der gleichen Handhabe auf Amrum einen wichtigen Aspekt zur Einhaltung des bisher ausgehebelten Jugendschutzgesetzes. Zu oberflächlich werde die Verfügung der Eltern, oftmals als Blanco ausgefüllt, den Jugendlichen an die Hand gegeben. Wer dann letztendlich als erziehungsbeauftragte Begleitperson von ihren Kindern willkürlich am Veranstaltungsort ausgesucht wird, bleibt den Eltern verborgen. Nur weil glücklicherweise noch nichts Ernsthaftes passiert ist, wird dieser unbefriedigende Zustand hingenommen. Wenn allerdings Besucher bereits sichtlich alkoholisiert an der Kasse auftauchen, gehören sie abgewiesen. Für das Geschehen in der Halle ist der Wirt verantwortlich und holt sich mit der Akzeptanz der Elternverfügung auch für diese Altersgruppe die Verantwortung ins Haus. Die Kontrolle vor Ort ist allerdings nicht bei der Polizei angesiedelt, sondern gehört zu den originären Aufgaben des Ordnungs- und Jugendamtes. Bei einem Zusammentreffen der Verantwortlichen Behörden in der vergangenen Woche auf Föhr herrschte Einigkeit, auch auf Amrum das Gespräch mit den Veranstaltern zu suchen und Lösungen zu erarbeiten.

Laut dem Auszug des Jugendschutzgesetzes übernehmen die erziehungsbeauftragten Volljährigen mit ihrer Unterschrift eine enorme Portion Verantwortung, die die eigene erzieherische Kompetenz, Nüchternheit und nötigenfalls auch die situationsbedingte Maßreglung des/der Schutzbefohlenen voraussetzt. Beispielsweise bei der Gestattung unerlaubten Konsums von hochprozentigem Alkohol, handelt der oder die Volljährige gesetzwidrig. Aufsichtspflichtverletzungen können für den Verantwortlichen zivil- und strafrechtliche Folgen haben.

„Sicherlich wäre es für uns eine enorme Erleichterung, wenn wir auf die Elternverfügungen verzichten könnten. Alle Ausweise einsammeln und um 24.00 Uhr müssen alle unter 18 Jahren das Lokal verlassen. Doch, was wird aus den Jugendlichen, wenn sie dann in einer Gruppe von vierzig bis fünfzig Leuten vor die Tür gebeten werden. Hier sind die Eltern gefragt“, so Kay Seesemann. Der Veranstalter könnte sich auch schon einen Start der Discoveranstaltung um 21.00 Uhr vorstellen, sodass die 16-18- Jährigen mehr Zeit zum Feiern hätten. Doch das setze voraus, dass die meisten Besucher nicht erst nach Mitternacht auftauchen.

Vor 23.00 Uhr schlecht besucht...

Vor 23.00 Uhr schlecht besucht...

Die nur spärliche Besucherzahl sprach am Samstag zu Beginn Bände. Allein 10 der 13 Minderjährigen tauchten mit ihren „Verantwortlichen“ und den erforderlichen Papieren erst gegen 00.30 Uhr auf.

Leider „entledigten“ sich immer noch viele Eltern mit der Elternverfügung der unliebsamen und sicherlich schwierigen Diskussion mit dem Nachwuchs. „Die besonders netten Eltern, deren Kinder vor der Halle um Einlass diskutieren und keine Verfügung dabei hahaben, kommen auch schon mal angefahren, ermöglichen den Einlass mit ihrer Anwesenheit als personensorgeberechtigte Person, aber verschwinden leider schon nach kurzer Zeit wieder ins warme Bett und überlassen den Nachwuchs sich selbst.
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

4 Kommentare

  1. Hey,
    ich war sehr getroffen, als ich gehört habe, dass Wir Jugendlichen nicht mehr auf Party dürfen. Ich möchte damit sagen, das ich sehr gerne in der “Kniepe” bin, weil es wirklich der einzige Ort ist wo Wir Leute kennenlernen und Tanzen können zu der meist aktuellen Musik.
    MfG Henning Bruns

  2. Ich bin genau deiner Meinugen Henning!
    Es ist der einzige Ort wo wir mit all unseren Freunden spaß haben und tanzen können!
    Wir gehen alle gerne in die Kniepe!!!

  3. Marwin Martin Gerrets

    Hallo,

    Ich kann mich nur Lea’s und Henning’s Meinung anschließen!!
    Es ist immer nett in der Kniepe, man trift neue Leute und kann tanzen zu guter Musik. Was man halt nirgendwo andres auf der Insel kann. Ich würde mich auch weitern hin sehr freuen, wenn wir in die “Kniepe” dürften.

    MfG Marwin Martin Gerrets.

  4. …hallo,klar kann ich verstehen das so mancher gerade seine felle davonschwimmen sieht(wird ne menge umsatz sein der verloren geht..)und dann gibts ja wirklich nicht so viele möglichkeiten für jugendliche unter 18j….allerdings kann ich auch nicht verstehen was14/15 jährige nachts um 3 noch auf der “disse” zu suchen haben..und das mit dem alkohol ausschank unter 18j. …habe ich leider auch schon anders gesehen…ich frag mich ob erst mal wieder was passieren muss bis sich was ändert…ab 16j.mit “darfschein “okay aber sorry kindergärten gibts woanders…ich bin ja schon glücklich das es auf amrum diese möglichkeit gibt…aber” butter bei die fische” ob es allen hier nur um das wohl der jugendlichen geht wage ich manchmal zu bezweifeln…sorry wenn sich hier jemand auf den….getreten fühlt..wir sind ja froh das es die “kniepe “gibt,,mfg ein jahre langer gast!!

Amrumer Fotowettbewerb 2015