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Ein Austernfischer beim Einkauf…(kt)

Eine etwas andere Art das Mittagessen für sich und seine Austernfischer-Familie zu erbeuten, konnten einige Gäste auf der Steenodder Mole beobachten.

Einkauf...

Einkauf...

Ein Austernfischerpaar hatte entdeckt, das am Fischstand des Fischkutters “Butjadingen” die ein oder andere Krabbe aus der Tüte fällt. Da bei Flut die Nahrung nicht so reichlich ist, haben es sich Herr und Frau Austernfischer zur Aufgabe gemacht, ja keine heruntergefallene Krabbe liegen zu lassen, sondern schleunigst an ihre drei Jungtiere zu verfüttern. Die sonst wenig scheuen und stimmlich überall präsenten Austernfischer sind auf der Insel Amrum ein gewohntes Bild. Ihre Revierkämpfe werden von lautstarken Schreien schon in den frühsten Morgenstunden begleitet. Mit ihrem schwarz-weißen Gefieder, roten Beinen und Augen sind sie leicht in der Vogelwelt von Amrum zu erkennen. Ca. 750 Brutpaare gibt es auf Amrum als Einzelpaare über die ganze Insel verteilt sind, einige suchen zum Teil sich sehr ungewöhnliche Nistplätze auf  Hausdächern oder direkt an viel befahrenen Strassen. Von Möwen gehetzt und Krähen geplagt haben es diese so markanten Vögel nicht leicht mit der Aufzucht ihrer Jungtiere auf Amrum.

Junge müssen immer beschützt werden...

Junge müssen immer beschützt werden...

Sie legen bis zu 4 Eier, von denen die wehrhaften Vögel in der Regel aber eines durchbringen. Zwischen Steenodde und Wittdün kann man darüber hinaus immer eine große Gruppe nicht brütenden Austernfischer beobachten, die sich bei Hochwasser an der Wattseite versammeln. An der Steenodder Mole hat unsere Austernfischerfamilie inzwischen ihre Lücke in der Speisekarte gefüllt. Grundsätzlich ist es natürlich nicht sinnvoll die Vögel extra anzufüttern. Insbesondere Möwen können sich durch das Füttern mit Brot oder Pommes zu Problemvögeln entwickeln. Aus diesem Grund kann am Strand häufig beobachten, wie kleine Kinder Ihr Eis gegen die gierigen Vögel “verteidigen” müssen. Daher unsere Bitte in Rücksicht auf die Kinder anderer Leute: Nur Anschauen, nicht anfassen und vor allem nicht anfüttern. Vielen Dank.

Verantwortlich für diesen Artikel: Kinka Tadsen
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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. haben sich also doch schon die gierigen Möwen ein Kleines geholt. Ursprünglich hatten die beiden Austernfischer vier Lütte, die sie sehr eifrig verteidigt und gefüttert haben.

  2. Möwen als “gierig” zu bezeichnen ist die übliche Vermenschlichung der Tiere. Die Tiere handeln nach Ihrem Instikt und Möwen jagen nun einmal andere Jungvögel (sind halt leichter zu jagen als Altvögel). So ist die Natur.

Amrumer Fotowettbewerb 2015