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Maeve Kelly, eine Irin erobert Amrum…(ab)

Maeve Kelly & Band

Maeve Kelly & Band

Maeve Kelly & Band feierten mit Ihrem Konzert im Norddorfer Gemeindehaus ihre Amrum-Premiere. Und die darf unter dem Strich als Erfolg gewertet werden. Zwar hatten einige Zuschauer das Konzert bereits vorzeitig verlassen, weil sie wohl eher typisch irische „Pub-Musik“ wie z.B. der Band „The Dubliners“ erwartet hatten, aber die überwiegende Mehrheit des Publikums hatte ihr kommen nicht bereut. Mehr als 150 Zuschauer wollten bei diesem Debüt dabei sein und wurden mit einem schönen Abend und einem tollen Konzert mit einer herausragenden Stimme belohnt. Mit ihrer Musik verbindet die gebürtige Irin die Tradition des Geschichtenerzählers ihres Heimatlandes mit acoustic folk-rock und Elementen von World Music.

Schon als Studentin sang Maeve Kelly in mehreren Bands. Ihre damals schon eher zart und zerbrechlich anmutenden Kompositionen trafen dort auf die etwas grobkörnigen Instrumentierungen ihrer männlichen Mitspieler. Daher musste sie damals gegen die Instrumente ansingen und um ihre Position in der Band kämpfen. „Ich wollte beweisen, dass ich auch richtig rocken kann“ erinnert sich Maeve Kelly. Dieser Wunsch entsprach allerdings, wie sie später zugibt, eher der Rebellion gegen die strenge katholisch-irische Erziehung als ihrer wahren künstlerischen Intentionen. Dennoch wollte sie nach eigener Aussage schon immer eine Sängerin werden.

Dieser Wunsch scheint bereits in der Familie verwurzelt zu sein. Ihre Mutter war Sängerin, der Onkel ein bekannter Jazzmusiker. Mit ihrem ersten Solo-Album hat Maeve Kelly sich selbst und ihren Stil gefunden. Im Mittelpunkt ihrer Musik steht nun einzig ihre Stimme, stark und zärtlich zugleich, die den Balladen und eher leisen Liedern wunderbaren Ausdruck gibt und damit dem Publikum so manchen Schauer über den Rücken jagt. Dazu kommt eine sparsame Instrumentierung mit einem Piano und bis zu zwei Akustikgitarren. Ihr Publikum sagt über sie das sie zum einen eine wunderschöne Stimme hat und zum anderen wunderschöne Songs schreibt. Verwurzelt in der Tradition von Songwritern wie Carole King oder Suzanne Vega, geht Kelly jedoch bei ihrer Musik noch einen Schritt weiter und integriert darüber hinaus auch noch Einflüsse von Künstlern wie Ella Fitzgerald, Kate Bush oder sogar Coldplay.

Getreu der großen Tradition der irischen Geschichtenerzähler zieht Maeve Kelly ihr Publikum in die Erzählungen hinein. Mit ihrer direkten und zugleich sehr zugänglichen Mischung aus frecher Bodenständigkeit, sehnsüchtiger Zerrissenheit und Spätabend-Stimmung, schafft sie eine intensive und emotionale Bindung zu ihrem Publikum. Von sich selber sagt Maeve Kelly: Ich bin eigentlich ein sehr fröhlicher, optimistischer Mensch, dennoch mag ich die vor allem die dunkle Seite der Musik. Auf die Frage woran das liegt antwortet sie kurz und mit einem Lächeln: „Ich bin Irin, da ist Melancholie vorprogrammiert“. Derzeit ist Meave Kelly mit ihrer Band bestehend aus Christian Kempa (Klavier) Jens Lucht (Gitarre) und  Patric Oliver Hetzinger (Gitarre) auf Deutschlandtour. Einen Tag vor ihrem Amrum-Debüt stand sie mit ihrer Band in einem kleinen Club in Hamburg-St. Pauli auf der Bühne, einen Tag später gab sie schon wieder ein Konzert in badischen Freiburg. Bei den Auftritten in Hamburg und Amrum konnte Gittarist Patric Oliver Hetzinger allerdings nicht mit dabei sein , weil der frischgebackene Vater aus verständlichen Gründen bei seiner Frau und dem Kind geblieben ist.

Mit ihrem Konzert hat sie das Amrumer Publikum erobert. Mit langanhaltendem Beifall und dem Wunsch nach Zugaben dem Maeve Kelly sehr gerne nachkam, ging ein wunderschöner Konzertabend zu Ende. „Ich bin überglücklich und würde gerne wiederkommen, sagte Kelly wenige Minuten nach dem Konzert. Und auch die Amrumer würden sich über ein Wiedersehen mit der sympathischen Irin freuen.

Verantwortlich für diesen Artikel: Andreas Buzalla

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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