Startseite » Natur » (Grüne) Sonne tanken in Norddorf…(st)

(Grüne) Sonne tanken in Norddorf…(st)

„Auf Amrum den Akku mal wieder richtig aufladen“, diese Aussage bekommt ab sofort eine völlig neue Bedeutung.

Armin Jeß, Leiter des Carl Zeiss Naturzentrums Amrum freut sich über den technischen Zuwachs...

Armin Jeß, Leiter des Carl Zeiss Naturzentrums Amrum freut sich über den technischen Zuwachs...

Das Carl Zeiss Naturzentrum Amrum verfügt jetzt über eine neue E-Bike-Ladestation, die alle Pedelec-User kostenlos nutzen können. Interessant ist, was und vor allem wer dahinter steckt: eE4mobile, eine Genossenschaft, die sich dafür einsetzt, so genannten „grünen“ Strom aus der Region besser zu nutzen.
Das System der elektrischen Fahrräder ist nicht ganz neu, aber denkbar einfach: das Treten wird lediglich unterstützt. Nicht ersetzt. Deshalb verlangt der Gesetzgeber für die 25 km/h, die ein solches Bike schnell wird, weder Helm noch Führerschein. So genannte Pedelecs (Kofferwort für Pedal Electric Cycle) sind also vor allem für Amrum-Gäste perfekt. Bis zu 80 Kilometer reicht deren Akku, etwas weniger bei Vollgas und Wind von vorne. Aber einmal von Wittdün nach Norddorf kommt man jetzt auf jeden Fall. Dank eE4mobile und ihrer gesponserten Ladestation, die auch den Föhrern und ihren Gästen seit diesem Wochenende zur Verfügung steht. Warum macht eE4mobile das? Natürlich zu Werbezwecken muss man sagen, aber – und deswegen berichten wir darüber – mit einem guten und sauberen Hintergrund.
Unter dem Motto „Fahren mit Rückenwind“ ist mobil sein mit Strom aus 100 Prozent erneuerbaren Energien kein Zukunftstraum für eE4mobile. Elke Kirchner, Projektmanagerin des E-Bike-Konzeptes ist sich sicher: „Der Trend zum E-Bike könnte auch schon jetzt den Fuhrpark jeder Firma bereichern.“ Das Konzept der Genossenschaft mit Sitz in Bredstedt ist einmalig im Norddeutschen Raum. Dessen oberstes Ziel der Klimaschutz ist. Schließlich sind gerade Küstenräume vom klimabedingten Anstieg des Meeresspiegels betroffen. Wo sonst hätte sich ein Unternehmen niederlassen sollen als an einem Standort, an dem Sonne, Wind und Biomasse als Energiequelle Nummer Eins gewonnen wird – in Nordfriesland.

Elke Kirchner, Projektmanagerin des E-Bike-Konzeptes und Armin Jeß

Elke Kirchner, Projektmanagerin des E-Bike-Konzeptes und Armin Jeß

Im März 2010 auf der “new energie husum” gegründet, haben sich schon über 160 Privatpersonen, Unternehmen und Institutionen dem „grünen“ Konzept angeschlossen.
Ein Konzept, das derart eng mit dem allgemeinen Thema Elektromobilität verbunden ist. Deshalb sind Pedelecs nicht nur auf Amrum ein wachsender, wenn auch teurer Trend. Erst ab 1500 Euro gibt es gute Elektrofahrräder im Handel. Ansässige Fahrradverleiher wie Dirk Hansen und auch Marc Isemann setzen schon seit zwei Jahren auf E-Bikes, für eine Leihgebühr von circa 18 Euro pro Tag. Wer Amrum schon mal bei Gegenwind abgeradelt ist, kennt das Thema: Endlich angekommen, ist man total verschwitzt und außer Puste. Roller oder Motorräder sind da für viele keine Alternative. Zu schnell, zu riskant, zu „unnatürlich“. Da zahlt man gerne mal ein bisschen mehr.
Aber eben nicht fürs Tanken. Der „grüne“ Einsatz der Genossenschaft eE4mobile kommt jetzt Amrum zugute. Wer also künftig einen E-Bike-Ausflug plant, kann sein elektrisches Fahrrad kostenlos an der Elektro-Tankstation des Carl Zeiss Naturzentrum Amrum in Norddorf aufladen – und in der Zwischenzeit relaxt einen Strandspaziergang unternehmen. Einziger Haken: Die Ladestation ist ausschließlich für Panasonic Akkus kompatibel. Alle anderen Radler können ihr Ladekabel natürlich auch – wie die E-Biker – während den Öffnungszeiten des Naturzentrums an deren „grünen“ Strom stöpseln.
Wer mehr über die Genossenschaft eE4mobile und ihr „grünes“ Konzept wissen möchte, findet unter www.ee4mobile.de Infos und Ansprechpartner.

Verantwortlich für diesen Artikel: Sabine Streitel

Diesen Beitrag drucken Diesen Beitrag drucken

Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
Amrumer Fotowettbewerb 2015