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Die „Insel Amrum“ der Wyker Dampfschiffs-Reederei fährt unter neuer Flagge…(to)

Am Sonntag zog die „Insel Amrum“ an der Südspitze Wittdüns vorbei und Kenner der Szene wussten, dass dies die Überführungsfahrt zum neuen Eigentümer sein wird.

Abschied...

Abschied...

Die 1970 auf der Husumer Schiffswerft gebaute Fähre gehörte über 40 Jahre zur Flotte der Wyker Dampfschiffs-Reederei, bevor sie nun zum 01.Januar 2012 ihren Besitzer wechselte. Die Neue Pellwormer Dampfschifffahrts-Gesellschaft (NPDG) soll sich den gut gepflegten „Veteran“ der WDR Flotte zu einem guten Kurs gesichert haben. Wie Axel Meynköhn bereits im vergangenen Jahr auf der Gesellschafterversammlung verlauten ließ, habe man sich auf einen fairen Preis geeinigt. Wie viel dieser „Restbuchwert“ genau in klingender Münze ausmacht, verriet der Geschäftsführer selbstredend nicht.
Schon in den vergangenen Jahren hatte sich die NPDG Schiffe der WDR gechartert, um die Werftliegezeit ihres Fährschiffes „Pellworm I“ zu überbrücken. Dieses verkehrt im Fährverkehr zwischen der Insel Pellworm und Strucklahnungshörn auf Nordstrand.
Nach Optimierung  ihres Fährschiffsbestandes durch die Neubauten  „Uthlande“ und „Schleswig-Holstein“, war das „Kellerschiff“, wie es gerne genannt wurde, über.
Zuletzt lag das Schiff meistens an der Kannte im Wyker Hafen und wurde hauptsächlich zu den Stoßzeiten im Pendelverkehr zwischen Föhr und Dagebüll eingesetzt. Aber auch als „Arbeitsschiff“ übernahm die „Insel Amrum“ Spezialtransporte und fungierte zum Beispiel als Arbeitsplattform zum Setzen von Dalben an den Hafenanlagen. Aber auch für den Einsatz in einem Fernsehfilm taugte es bereits als „Fritjof II“ der Reents Lines.

Als "Schauspielerin"...

Als "Schauspielerin"...

In seiner Geschichte hat sich das Schiff als absolut zuverlässig erwiesen und punktete mit seiner Marschgeschwindigkeit von 13,5 kn als schnelle Verbindung. Mit 1,46 m Tiefgang hatte der „Schlickrutscher“, wie das Schiff gerne betitelt wurde, auch bei Ostwind an den schon festsitzenden Schiffen der eigenen Flotte vorbei “rutschen” können, eine besonders wichtige Eigenschaft im Wattenmeer. Da nahmen die Passagiere auch den reinen Salonbetrieb unterhalb des Autodecks „gerne“ hin. 1977 wurde ein Sonnendeck über dem Autodeck montiert, sodass sich die Passagierkapazität in den Sommermonaten steigern ließ. Während der Überfahrten nutzten die Gäste die Möglichkeit, ein Sonnenbad inmitten des Wattenmeeres zu nehmen. 1998 erfolgte eine Generalüberholung über das Maß der üblichen Inspektionen hinaus.
Die Fähre soll auch unter NPDG-Flagge den Namen „Insel Amrum“ behalten. Auf Nachfrage der Medien, wollte Geschäftsführer Axel Meynköhn nicht ausschließen, dass für die eine oder andere Gelegenheit eine Charter das Schiff wieder in die vertrauten Gewässer führen könnte. Altkapitän August Jakobs, der am Seezeichenhafen in Wittdün stehend, die vorbeiziehende „Insel Amrum“ betrachtete, sah den Abschied ebenfalls nicht gänzlich als endgültig an. „Die werden wir sicherlich noch wiedersehen“, schmunzelte er.

Weitere Details zum Schiff gibt es auf der WDR Homepage unter dem Link: http://www.faehre.de/unternehmen/faehrverkehr/alle-schiffe-seit-1885/steckbriefe/27-autofaehr-motorschiff-insel-amrum.html

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Abschied nehmen ist der Lauf der Zeit.
    Als Urlauber hägt man auch sein Herz an diese Schiffe.
    Es gab schon viele Abschiede
    Amrum,Pidder Lyng,Klar Kimming,Hillienlei usw.
    Am Meisten habe ich der Pidder Lyng und der kleinen Amrum nachgetrauert.Die kleine Amrum habe ich auf der Ostsee wieder gesehen.

  2. Lange überfällig. Das “Schiff” war eine Zumutung.
    Jeder Amrum Urlaub der letzten 30 Jahre begann mit dem Bangen, doch bitte bloß nicht mit der Insel Amrum fahren zu müssen.

    Mir hat sich auch nie erschlossen, warum die hässlichste Fähre der Nordhalbkugel nach der schönsten Insel der Welt benannt wurde.

    😉

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