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Nur wenn Interesse besteht, macht ein Engagement des Betreibers Sinn…(to)

Die Bürger und Bürgerinnen der zehn Gemeinden, die sich im Amtsgebiet des Amtes Föhr-Amrum und Pellworm für ein Projekt zur Verbesserung der Breitbandversorgung zusammengeschlossen haben, waren zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

J. Jungclaus, Norbert Hill Gsf. Lünecom, Ralph Fritz Gsf. OFP

J. Jungclaus, Norbert Hill Gsf. Lünecom, Ralph Fritz Gsf. OFP

Im Haus des Gastes in Nebel, eine von insgesamt fünf Infoterminen im Projektbereich, kamen die an Details interessierten Bürger und Bürgerinnen in großer Anzahl zusammen.

Dass eine zeitgemäße Infrastruktur des Breitbandnetzes vom Netzbetreiber Telekom in den derzeit unterversorgten Gebieten erstellt wird, geht zu null. „Diese Erkenntnis hat die zehn Gemeinden zu diesem gemeinsamen Breitbandprojekt zusammengeführt“, erklärte Ralph Fritz von der Firma OFP GmbH (Olowson, Fritz + Partner) aus Hamburg den Anwesenden einleitend. OFP wurde mit der sach- und fachkundigen Durchführung des Projektes beauftragt. Zielsetzung war die Analyse, Planung und Ausschreibung einer nachhaltigen Breitbandversorgung. Die Ausarbeitung von Finanzierungsmodellen gehörte ebenfalls dazu. Nachhaltig bedeutet in diesem Fall, dass die eingesetzte Technik auch in der Lage sein soll, den Anschlussteilnehmern zukünftige Steigerungen der Verbindungsraten sukzessive anbieten zu können.

Von den wenigen Unternehmen, die überhaupt in Frage kamen, fielen nach der ersten Prüfung einige bereits zu Beginn aus dem möglichen Bieterkreis heraus. Von den drei potentiellen Bewerbern um die Ausschreibung, konnte nur die Firma Lünecom aus Lüneburg überzeugen eine Versorgung in allen zehn Gemeinden aufzubauen und zu betreiben, schilderte Ralph Fritz. Die klare Anforderung bei der Ausschreibung des Projektes war, ein Konzept auch für die Halligen auszuarbeiten.

Norbert Hill, Geschäftsführer der Lünecom, stellte den Zuhörern und Zuhörerinnen das ausgearbeitete Konzept vor, das auf Amrum die Breitbandversorgung in den Gemeinden Norddorf und Wittdün umfasst.

Um die nötigen Richtfunkstrecken zu errichten, Glasfaserkabel zu verlegen und die Knotenpunkte im bestehenden Kupferkabelnetz zu ertüchtigen, werden rund 3,2 Millionen Euro insgesamt investiert werden müssen. Trotz Fördergelder und Beihilfen der beteiligten Gemeinden bleibt ein Eigenanteil von 2,2 Millionen Euro bei der Lünecom. Auf Amrum müssten zwei Richtfunkstrecken installiert und in den Gemeinden Norddorf und Wittdün 6,5 Kilometer Glasfaserkabel verlegt werden.

Um das Investitionskostenrisiko jedoch überschaubar zu halten, müssen sich 35% aller Haushalte bereits im Vorfeld per Vertrag bereit erklären eine der angebotenen Breitbandleistungen auch nutzen zu wollen. „Es macht keinen Sinn, dass wir eine Breitbandinfrastruktur aufbieten, die nicht gewollt ist“, erklärte Norbert Hill.

Als Grundversorgung wird ein Tarif („Fix“) mit 2000 Mbit/s angeboten. Um den in Deutschland verbreiteten Standard von 16.000 Mbit/s nutzen zu können, wird der Tarif „Echt schnell“ angeboten. Informationen unter www.lünecom.de.

„Wir haben mit diesem Projekt unsere eigene Zukunft in den Händen. Wenn dieses Breitbandversorgungsprojekt nicht umgesetzt werden kann, befürchte ich für uns für viele Jahre klare Nachteile im Zeitalter der schnellen Kommunikation“, beschreibt Wittdüns Bürgermeister Jürgen Jungclaus seine Einschätzung. Die Möglichkeit, auf den Halligen modernen Unterricht über eine schnelle Internetverbindung zu realisieren und so einen höheren Schulabschluss auch an der Halligschule erreichen zu können, sieht Jungclaus als einen der vielen Anreize für das Projekt. Daher ist für ihn klar, dass er zu den hoffentlich mindestens 35 % der Haushalte gehören wird, die eine schnelle Breitbandversorgung wünschen. Was heute noch funktionieren mag, das wird morgen schon nicht mehr ausreichen.

Die Anwesenden hatten viele Fragen zu den Kosten und Vertragsbedingungen, hier speziell ihren bisherigen Verträgen. Norbert Hill betonte, dass die bestehenden Verträge nicht eigenständig gekündigt werden sollten, dies würde dann bei Zeiten von der Lünecom übernommen. Um möglichst schnell Klarheit zu haben und mit der Umsetzung beginnen zu können, sollten die potentiellen Kunden für das neue Netz nicht allzu lange mit ihrer Entscheidung und dem Vertragsabschluss warten. Vertriebspartner für die Lünecom ist derzeit auf Amrum das Unternehmen Computer Smäs in Nebel.

Die Verträge sollten direkt an die Lünecom Kommunikationslösungen GmbH Volgerstraße 4, 21335 Lüneburg geschickt werden.

Seitens des Amtes ist Daniel Schenck Ansprechpartner für Fragen. Tel. 04681 5004-824 oder d.schenck@amtfa.de. Weitere Informationen zu diesem Thema gibt s auch im Internet unter www.breitband.schleswig-holstein.de .

Antrag

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.

2 Kommentare

  1. Die Auftragsformulare / Veträge können, wenn man sich das Porto sparen möchte, selbstverständlich auch beim Vertriebspartner im Laden abgeben werden.

    Gruß, Lennard – ComputerSmäs

  2. na das liest sich ja richtig gut 🙂

    stelle ich mir die Frage :
    35% ALLER Haushalte, auch der Ferienwohnungs-/hausbesitzer oder nur 35% der Einheimischen sind nötig ??

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