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Solidarpakt beschert den Inseln und Halligen schon bald eine zeitgemäße Internetversorgung…(to)

Mit einem Bergfest in Nieblum auf Föhr und dem symbolischen Spatenstich wurde eine Zwischenbilanz bei den Arbeiten zur Versorgung der Inseln und Halligen mit einem schnellen und zeitgemäßen Internet gezogen.

Amtsvorsteherin Heidi Braun und LüneCom Chef Norbert Hill beim Spatenstich...

Amtsvorsteherin Heidi Braun und LüneCom Chef Norbert Hill beim Spatenstich...

Nachdem Mitte Mai der erste Spatenstich auf Pellworm stattfand und bereits Ende Mai der Leitungsbau auch auf Föhr begann, zeigten sich die Verantwortlichen trotz der Verzögerungen durch den anhaltenden Winter zufrieden.

„Inzwischen sind sogar 60 % der der Vorarbeiten für den Anschluss der zehn beteiligten Gemeinden in den Ämtern Pellworm und Föhr-Amrum an eine zeitgemäße Internetverbindung geschafft“, freute sich Amtsvorsteherin des Amtes Föhr-Amrum Heidi Braun.

In Nieblum auf Föhr konnten sich die eingeladenen Amtsvorsteher, die Vertreter der betroffenen Gemeinden und Bürger der Inseln und Halligen und dem fördernden Ministerium von den unter Hochdruck laufenden Arbeiten überzeugen. Hier werden derzeit gerade die Leerrohre für das Glasfaserkabel im Horizontalbohrverfahren verlegt und die Kabelverzweigerkästen montiert und verdrahtet. Der Geschäftsführer des mit dem Aufbau beauftragten Netzbetreibers Lünecom, Norbert Hill war mit seinen beiden beteiligten Projektmanagern angereist, um entsprechende Erklärungen zum Projekt zu geben und Fragen der interessierten Teilnehmer des Bergfestes zu beantworten.

Hier wird später das Glasfaserkabel eingeblasen...

Hier wird später das Glasfaserkabel eingeblasen...

„Im November wollen wir die ersten Haushalte auf Pellworm aufschalten und an das schnelle Breitbandnetz anschließen“, erklärt Norbert Hill den derzeitigen Zeitplan. Kurz danach sollen auch die Arbeiten in den Föhrer Gemeinden Alkersumer, Oevenum, Midlum, Nieblum und Borgsum abgeschlossen sein. Der Aufbau des Netzes in den Gemeinden Wittdün auf Amrum und Norddorf auf Amrum wird nach derzeitigem Bauzeitenplan Ende März 2014 abgeschlossen sein. „Sobald das Bohrgeschirr auf Föhr fertig ist, werden die Arbeiten auf Amrum aufgenommen“, erklärte Daniel Schenk, Projektbeauftragter im Amt Föhr-Amrum. Die Reihenfolge der Arbeiten hat sich aus der Anzahl der abgeschlossenen Vorverträge ergeben. Hier hatten sich auf Pellworm mit 144 Vorverträgen die meisten Nutzer des Internets für eine Verbesserung der Breitbandversorgung entschieden. In Wittdün und Norddorf konnten bisher lediglich insgesamt 94 Haushalte für das einmalige Projekt begeistert werden.

„Für mich ist die Zurückhaltung kaum zu verstehen, zumal speziell am Wochenende und zu den nutzungsstarken Zeiten die schlechten 364 kbit/s Internetverbindungen kaum eine vernünftige Nutzung zulassen“, zeigt sich ein Norddorfer Bürger enttäuscht. „In der Saison, wo unzählige Gäste mit internetfähigen Tablets, Laptops und Smartphones das Netz Nutzen, kommt, auch das angebotene UMTS-Netz an seine Leistungsgrenzen“, weiß Daniel Schenk. Er hat viel Herzblut in das Projekt gesteckt und ist froh, dass trotz der zwischenzeitlich düsteren Aussichten, es gab schlichtweg zu wenig Interessenten, die einmalige Chance nicht vertan wurde.

Knapp 700 Verträge seien inzwischen abgeschlossen, berichtete LüneCom-Geschäftsführer Hill. „Ich gehe davon aus, dass die nächste Welle der Vertragsabschlüsse anläuft, wenn die Leitungen erst einmal stehen. Allein auf Amrum hat die Voranalyse des Amtes ergeben, dass 1158 Haushalte bei der Annahme von 2 Mbit/s unterversorgt beziehungsweise unzureichend versorgt sind. „Ich habe auf Amrum bereits Detailabstimmungen mit den Kommunalpolitikern durchgeführt, um die Standorte der beiden Richtfunkantennen festzulegen“, erklärt Dipl.-Ing. Alexander Bradt von der LüneCom. Von hier werden die Glasfaserkabel bis zu den Kabelverzweigerkästen, auf Amrum wird es voraussichtlich 17 solcher Verteiler geben, verlegt. Die letzte Meile bis zum Nutzer wird dann das Kupferkabel der Telekom genutzt.

„Die Kooperation der beiden Ämter ist in Schleswig-Holstein vorbildlich“, zeigte sich der zuständige Referatsleiter im Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume, Hermann-Josef Thoben, begeistert. Das Ministerium fördert den Breitbandausbau zu 50 %. Damit fließen mehr als eine halbe Million Euro in das Projekt. Hier wurde die maximale Förderung erreicht, die zu erzielen ist, erklärte Thoben. „Hierbei werden 90 % der Nutzer eine Bandbreite von mindestens 50 Mbit/s nutzen können“, zeigte sich Thoben überzeugt.

Dieser Schulterschluss – so hofft Pellworms Amtsvorsteher Klaus Jensen – wird sicher dazu beitragen, Arbeitsplätze auf den Inseln und Halligen zu sichern oder gar neue zu schaffen. Mit der schnellen Internetverbindung bieten sich dann auch ortsungebundene Arbeitsplätze. Zudem sind heutzutage die Gäste zum Teil darauf angewiesen, die Verbindung zur Arbeit per Internet zu wahren, um überhaupt Urlaub machen zu können.

Thomas Oelers

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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