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„Kegler“ auf dem Kniep…

Auch in diesem Jahr statten die größten Wildtiere Deutschlands, die Kegelrobben, dem Amrumer Kniepsand einen ausgiebigen Besuch ab.

Junge Kegelrobbe am Strand

Junge Kegelrobbe am Strand

Bereits seit einigen Wochen werden an der Westseite der Insel von den Amrumer Naturschutzvereinen einige Kegelrobbenjungtiere, ihre Mütter sowie mehrere Bullen beobachtet. Die Befürchtung, dass die Kegelrobben die Gewässer um Amrum verlassen, da ihre normalen Lagerplätze, die westlich gelegenen Sandbänke Jungnamensand, Theeknob und Hörnumknob durch die Stürme des vergangenen Jahres stark beschädigt wurden, hat sich glücklicherweise nicht erfüllt. Somit können, mit etwas Glück und der nötigen Vorsicht, auch in diesem Winter diese faszinierenden Tiere am Strand beobachtet werden.

Wer zu nah kommt, wird vom Muttertier misstrauisch beäugt...

Wer zu nah kommt, wird vom Muttertier misstrauisch beäugt…

Die Jungtiere, die mit einem schneeweißen Fell geboren werden, liegen zeitweise allein auf dem Strand. Doch das Muttertier ist, da die Jungen in den ersten vier bis fünf Lebenswochen noch gestillt werden, meist in unmittelbarer Nähe im Wasser und kann bei Gefahr sehr schnell beim Jungtier sein. Daher sollte ein möglichst großer Abstand zum Jungtier eingehalten werden und der Weg zum Wasser sollte freibleiben. Dies gilt auch für Hunde, die auch zu ihrer eigenen Sicherheit angeleint werden sollten. Zudem kann auch ein oder mehrere Bullen in der Nähe sein, die unbedarfte Spaziergänger schon mal für einen Gegner halten können, der ihnen ihre „Dame des Herzens“ streitig machen will. Da Kegelrobben zumindest zur Fortpflanzungs- und Paarungszeit in sogenannten Harems leben, in denen ein Bulle ein oder mehrere Weibchen verteidigt, können sogar Rangkämpfe zwischen Bullen beobachtet werden.

Rangkampf zwischen zwei Bullen...

Rangkampf zwischen zwei Bullen…

Die Amrumer Naturschutzvereine bitten darum, den Tieren ihre Ruhe zu lassen und sie nicht zu stören. Funde von Kegelrobben sollten zudem den Vereinen gemeldet werden (Öömrang Ferian 04682/1635, Schutzstation Wattenmeer 04682/2718), damit gegebenenfalls zeitweise Ruhezonen für die Tiere abgesperrt werden können.
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Über Thomas Chrobock

Dr. Thomas Chrobock hat Biologie an der Universität Potsdam studiert. Danach folgte die Promotion an der Universität Bern (Schweiz) im Fachgebiet Pflanzenökologie. Seit Sommer 2012 ist er der Leiter des Carl Zeiss Naturzentrums Amrum des Öömrang Ferian i.f. in Norddorf auf Amrum.
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