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Naturphänomen am Amrumer Himmel

Ein seltener Anblick ist gelegentlich, so wie am vergangenen Dienstagabend, am Amrumer Himmel auszumachen. Vom Kniepsand an der Amrumer Westküste ist dann der eigentlich außerhalb des Sichtfeldes liegende Windpark Amrumbank West zu sehen.
Windpark Amrumbank West als Luftspiegelung am Horizont...

Windpark Amrumbank West als Luftspiegelung am Horizont…

Wenn bei sehr wenig Wind oder Windstille über dem Boden bzw. über dem Meer eine kalte Luftschicht liegt, über die sich dann eine warme Luftschicht schiebt, kommt es an den Grenzen dieser Luftschichten zu bestimmten Lichtbrechungen und –spiegelungen. Dadurch erscheinen Gegenstände am oder hinter dem Horizont höher als sie eigentlich sind, und werden somit auch aus größeren Entfernungen sichtbar. Ähnliche Phänomene erzeugen auch z.B. die berühmten Fata Morganas oder “Fliegenden Holländer”. Um auf Amrum dieses Naturschauspiel zu beobachten, ist allerdings ein wenig Glück nötig, da auf und um Amrum fast immer auch etwas Wind weht, der die unterschiedlich temperierten Luftschichten durcheinanderwirbelt und so die Entstehung der Spiegelungen verhindert.

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Über Thomas Chrobock

Dr. Thomas Chrobock hat Biologie an der Universität Potsdam studiert. Danach folgte die Promotion an der Universität Bern (Schweiz) im Fachgebiet Pflanzenökologie. Seit Sommer 2012 ist er der Leiter des Carl Zeiss Naturzentrums Amrum des Öömrang Ferian i.f. in Norddorf auf Amrum.

3 Kommentare

  1. Erfreulicherweise bleibt uns das zweifelhafte Glück diese Verschandelung des Horizontes häufig sehen zu müssen erspart. Von wegen was ” Klaar Kimming “.
    Dirk Gereke

  2. Ein wirklich hübsches Foto, das mir gut gefällt. Es handelt sich aber mitnichten um eine Fata Morgana oder ein ähnlich geartetes Phänomen, sondern einzig um klare Sicht! Die Offshorewindparks werden so gebaut, dass man sie in normaler Augenhöhe vom Meeresufer aus nicht sehen kann. Von einem erhöhten Standpunkt aus (der Fotograf befand sich mehrere Meter hoch, möglicherweise auf der Aussichtsplattform am Norddorfer Strandübergang) geht der Blick wesentlich weiter. So sehe ich regelmäßig von meinem Wittdüner Wohnzimmerfenster aus die Hochhäuser von Westerland, die mit etwa 40 Kilometer Luftlinie genauso weit entfernt sind wie der beobachtete Windpark “Amrumbank West” vom Norddorfer Strandübergang. In beiden Fällen fehlt den beobachteten Objekten der untere Teil, da sie sich ja hinter dem Horizont befinden. In Nebel sieht man vom Strandübergang nach Einbruch der Dunkelheit sehr häufig die roten Blinklichter auf den Getriebehäusern der Windmühlen, da deren intensive Strahlen sich auch bei nicht perfekten Sichtverhältnissen ihren Weg bis nach Amrum bahnen. So sehr ich alternative Energien befürworte, mit dem freien Blick nach Westen ist es leider seit diesem Jahr vorbei. In welch für viele überraschendem Umfang die Nordsee windwirtschaftlich genutzt bzw. verplant ist, zeigt die verlinkte Grafik von Wikipedia: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/79/Karte_Offshore-Windkraftanlagen_in_der_Deutschen_Bucht.png

    Christoph Mossmann

  3. Dr. Thomas Chrobock

    Lieber Christoph, liebe Amrum-News-Leser,

    herzlichen Dank für die Nachhilfe in Sachen Physik!
    Du hast Recht mit Deinem Kommentar, dass der Anblick der Windräder nicht auf Spiegelungen beruht, sondern auf extrem guter Sicht übers Meer, was relativ selten der Fall ist.
    Ich bitte alle Leser um Entschuldigung für diese fehlerhafte Beschreibung meinerseits. Ich habe nun wieder etwas dazugelernt und werde dieses Wissen in Zukunft auch anwenden.

    Dr. Thomas Chrobock

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