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Anpacken für die Zukunft


Ole Dierßen ist der neue Regionalmanager der Aktivregion Uthlande

Der neue Regionalmanager der Aktivregion Uthlande ist auf Tour: Amrum, Sylt, die Nationalparkverwaltung in Tönning, und demnächst geht’s auf die Halligen. “Ich würde die Leute gern animieren, mehr Projekte bei uns einzureichen”, sagt der 29-jährige Geograph. “Sie sollen wissen, hier kommt jetzt einer, der freut sich, ihre Ideen zu hören ­– große wie kleine.” Ole Dierßen hat in Freiburg und Greifswald Nachhaltigkeitsgeographie studiert, mit Naturschutz im Nebenfach. Seine Station im Wattenmeer ist die zweite nach einem Regionalentwickler-Job im Biosphärenreservat Schwäbische Alb. Er ist in Lüneburg groß geworden. “Ich hab mich immer schon als Nordlicht gefühlt” sagt er. Als sehr vielseitig begreift er seinen neuen Job in den Uthlanden. “Mit Motivation und guten Ideen helfen, mehr Projekte zu initiieren”, das ist sein Hauptanliegen. Ein Großteil seiner Arbeit wird die Projektberatung sein. “Ich prüfe, ob die Idee zu den Zielen der Aktivregion passt, wie sie sich finanzieren lässt und unterstütze bei der Antragstellung und später auch bei bei der Abrechnung.”

Will motivieren und freut sich auf spannende Projekte: Regionalmanager Ole Dierßen © Aktivregion Uthlande
Will motivieren und freut sich auf spannende Projekte: Regionalmanager Ole Dierßen
© Aktivregion Uthlande

Das Büro der Aktivregion Uthlande ist in Wyk auf Föhr. “Aber nur, weil das ungefähr die Mitte ist”, sagt Dierßen. “Es ist mir wirklich wichtig zu sagen, dass es um die ganze Region geht. Jeder soll von dieser gemeinschaftlichen Sache profitieren können.” Getragen und gespeist werden die Ideenschmieden hauptsächlich von EU-Geldern, die ganz gezielt der Entwicklung des ländliches Raums zugedacht sind. Von den 22 Aktivregionen Schleswig-Holsteins ist die Uthlande mit 34000 Bewohnern die kleinste. Dennoch ist Dierßen seit seinem Amtsantritt im Dezember 2016 noch nicht überall gewesen. Amrum, Föhr, Helgoland, Pellworm, Sylt sowie die Halligen Gröde, Hooge, Langeneß, Nordstrandischmoor und Oland sind sein Revier.

Gute Projekte wurden dort schon angeschoben, etwa die klimaneutrale Wärmeversorgung des Schulzentrums Pellworm oder das Bürgerbeteilungsprojekt “Keitum im Dialog” über die Zukunft des Sylter Dorfes. Kurz vor der Fertigstellung sind zum Beispiel die E-Ladestationen auf Föhr-Land. In der Pipeline ist derzeit “W-Lan für die Uthlande”. Für das Insel- und Halligprojekt, was auf Amrum initiiert und dann ausgeweitet wurde, ist gerade die Machbarkeitsstudie fertig geworden, die jetzt in die Umsetzung geht. Ebenfalls ein großes Vorhaben ist der Umbau der ehemaligen Norddorfer Schwimmhalle für die Amrumer Pottwal-Ausstellung und gezielte Maßnahmen gegen den Fachkräftemangel auf Sylt. Eine Idee, die sich im Laufe ihrer Entwicklung von einer schlichten Internetplattform zu einer extra dafür angestellten Fachkraft mauserte.

Geld ist da. Die laufende Förderperiode geht bis Ende 2020. Im Topf sind 2,5 Millionen Euro, das heißt rund zweihundert- bis dreihunderttausend Euro pro Kernthema: Tourismus, Energie, Umwelt- und Naturschutz, Mobilität, Wirtschaft, Bildung, Daseinsvorsorge und Soziales. “Alle diese Bereiche zielen auf Nachhaltigkeit”, sagt Dierßen. Das ist auch ein Punkt, der den Job so spannend macht.” Bis zu 70 Prozent Förderquote können kommunale Projekte erreichen, bei privaten gilt ein Maximum von 50 Prozent, außerdem muss es eine öffentliche Ko-Finanzierung geben. Die Projekte werden jeweils auf den Vorstandssitzungen der Aktivregion präsentiert. Die nächsten Termine: 27. März (Husum) und 30. Juni. Jetzt bis Ende März ein Projekt zur Vorstellungsreife zu bringen, sei wohl eher unwahrscheinlich, schätzt Dierßen. Dennoch: “Wer eine Idee im Kopf hat, die er umsetzen will, sollte sich auf jeden Fall bei mir melden. Spätestens vier Wochen vor einer Sitzung, damit Zeit bleibt, den Plan auszuarbeiten.” Ende März in Husum wird unter anderem über die Förderfähigkeit eines Kunstrasenplatzes für den Sportverein Amrum entschieden. Auf der Agenda steht auch das Sylter Sjüün-Projekt, ein interessantes Bilderschau-Abenteuer als Zusammenarbeit des Heimatmuseums mit einer Kieler Künstlerin.

Bei ähnlich gelagerten Ideen in der Region würde Dierßen auch gern vernetzen. Das kann sogar über die Grenzen einer Aktivregion hinausgehen, wie das laufende Projekt “Westküsten Gruppen-Portal” beweist. Dort wird an einem Buchungsportal gearbeitet, über das für Gruppen, Vereine und Busreiseveranstalter All-inclusive-Angebote an der nordfriesischen Westküste organisiert werden. “Solche Synergieeffekte können die Strahlkraft ja enorm erhöhen”, sagt Dierßen. Auch dafür reist er durch die Uthlande. Sein nächster Termin ist die Amtsausschusssitzung auf Pellworm am Mittwoch. “Es macht schon Sinn, dass ich mein Gesicht zeige; viele wissen ja auch gar nicht, dass es uns gibt, was für Fördermöglichkeiten bestehen oder wie sie die Sache angehen sollen.”

Seine Vorgängerin auf dem Posten, die 29-jährige Geographin Julia Bär hatte sich nach nicht ganz eineinhalb Inseljahren wieder ausgeschifft Richtung Stuttgart. “Mich hat die anpackende Mentalität des Südens wieder gereizt”, sagt sie. Diese charmant-diplomatische Aussage lässt Dierßen lächeln. “Ich sehe mich da als Motivator”, sagt er. “Und mir ist es ein echtes Anliegen, die Menschen hier dabei zu unterstützen, diese Region weiter zu mobilisieren.”

Ole Dierßen arbeitet in Wyk im Büro mit Natalie Eckelt zusammen, der Geschäftsführerin und Presseverantwortlichen der Insel- und Halligkonferenz.

Seitdem Ole Dierßen die Zusage für die Regionalmanager-Stelle bekam, sammelt er selbst Ideen. “Ich kann zwar nicht gleichzeitig auch Projektträger sein, aber ich habe ein paar Projekte im Hinterkopf, die ich irgendwann versuchen würde zu initiieren. Aber dazu muss ich die Region erst noch ein bisschen besser kennen lernen.” Sagt’s – und nimmt die Fähre.

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About Undine Bischoff

Journalistin und Texterin. Fuhr mit drei Jahren zum ersten Mal über den Kniep – in einer Schubkarre. Weil ihr Vater da draußen eine Holzhütte baute, zwanzig Feriensommerjahre lang. Betextet Webseiten und Kataloge, schreibt für verschiedene Medien und natürlich für Amrum News.

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