Auf Lager auf Amrum …


Musikalisch werden die Mädchen und Jungen jeden Morgen geweckt

Acht Uhr, die Posaunen spielen „großer Gott wir loben Dich”, zwischen den Zelten tummeln sich Mädchen und Jungen. Die Pfadfinder sind für 10 Tage auf Lager, erstmals auf Amrum.

Zwei große und mehrere kleine Zelte, Kinder und Jugendliche mit grünen Hemden, Abzeichen an den Armen und einem Halstuch. Es wird gespielt, geredet, gebastelt, gesungen und gebetet. „Wir freuen uns, das wir über persönliche Kontakte hier nach Amrum gekommen sind. Das ist unsere erste Fahrt nach der ganzen Corona Zeit”, erzählt Betreuer und Stammesleiter der Joldelnder Pfadfinder Nils Höner, der gerade vom Testen kommt, denn nachdem alle mit einem Negativ Test angereist waren, wird alle drei Tage getestet.
Seit über 15 Jahren trifft sich die Pfadfindergruppe, die zum Ring evangelischer Gemeindepfadfinder gehört, gegründet von Pastor Jan Petersen aus Joldelund. Es wird eigentlich jährlich neben dem Einführungszeltlager im Herbst, dem Pfingstzeltlager und Sommerlager eine große Fahrt, meist ins Ausland gemacht; England, Schweden, Norwegen, Dänemark. „Die großen Fahrten fielen ja leider aus und so haben wir uns alle auf das erste Lager gefreut, was diesmal zwar ganz nah war, doch kaum einer von uns kannte Amrum. Alle sind begeistert”, erzählt Nils und berichtet von der gestrigen Wattwanderung. Erkundungen auf der Insel, eine Fahrt mit dem Ausflugsschiff MS Eilun, Insel Rallye , Umrundung der Nordspitze und Besuch des hiesigen Gottesdienstes, es stand vieles auf dem Programm, doch zwischendurch war auch Zeit für Spiel und Spass am Strand.
Ein Teil der Pfadfinder zusammen mit Gründer Pastor Jan Petersen (Reihe stehend 6. von links)und Stammesleiter Nils Höner (stehend 7. von links)

Die Gemeinschaft ist sehr wichtig für die evangelisch lutherische Pfadfindergruppe und so ist es ganz klar, das alle technischen Geräte zu Hause bleiben, keiner sitzt alleine mit einem Handy herum und spielt. „Es gibt nur ein Telefon, das ist mein Notfallhandy, wir haben sonst keine weiteren technischen Geräte hier. Wir sind voll autark wenn wir auf Lager sind. Hier freuen wir uns natürlich über die Sanitäranlagen, die wir benutzen dürfen, doch alles andere machen wir mit Gasversorgung,” erklärt der Stammesleiter, der durch seinen Sohn damals zu den Pfadfinder gekommen ist. Er spielte Posaune und konnte kochen, somit war er als Begleiter eingespannt worden.

Die Patches zeigen, auf welchem Lager sie schon waren

Bei den Pfadfindern gilt Jugend erzieht Jugend, das heißt die Gruppen sind in Sippen eingeteilt und jede Sippe hat einen Sippenleiter und Sippenleiterhelfer. Somit kann jede und jeder, der länger dabei ist und die Erfahrungen macht einmal Sippenleiter werden. „Damals wurde ich in Joldelund gefragt ob ich auch Kinder- und Jugendgottesdienste mache. Die adäquateste Jugendarbeit finde ich die Pfadfinderarbeit und so habe ich vor circa 15 Jahren diese Gruppe angefangen mit Kindern und Jugendlichen aus Joldelund und Umgebung. Wir sind stetig und langsam gewachsen, bis heute haben wir Zulauf, was uns natürlich sehr freut. Eng verbunden sind die Pfandfinder auch bei großen Gottsdiensten immer mit dabei und wir freuen uns auch hier an einem Gottesdienst teilhaben zu können”, erzählt Pastor Jan Petersen aus seinen Anfängen. Hier auf Amrum ist er nur für ein paar Tage mit dabei, denn der Kontakt zu den Mädchen und Jungen ist ihm sehr wichtig. Einige der Jugendlichen zeigen freudig ihre Abzeichen am rechten Arm von den Zeltlagern auf denen sie schon waren. „Wir kommen viel herum und lernen viele Menschen kennen, das macht immer viel Spaß und ich war schon oft im Ausland”, berichtet ein Junge strahlend. Nicht alle Kinder haben privat von der Familie aus die Möglichkeit weite Reisen mit ihren Eltern zu machen und bei den Pfadfindern können sie dann dies erleben. Zwar war diese Reise nach Amrum nicht weit, doch von dem endlosen Strand waren alle begeistert und kommen bestimmt auch nochmal wieder, wenn es heißt wir gehen auf Lager!

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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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