Amrumer Aussichtspunkte 12 – Promenade an der Wittdüner Bucht zwischen Seezeichenhafen und Fähranleger …


Karte Aussichtspunkt 12 Promenade an der Wittdüner Bucht

Die Wittdüner Bucht auf der Wattseite der Insel erstreckt sich in etwa zwischen Seezeichenhafen und Fähranleger. Ein befestigter Fuß- und Fahrradweg zieht sich über knapp 1,5 km wie eine Promenade entlang dieser Strecke. Mehrere Bänke laden zum Verweilen ein, und da man von vielen dieser Stellen in etwa ähnliche Perspektiven hat, soll hier nicht ein einzelner Punkt, sondern der gesamte Verlauf der Strecke als Aussichtspunkt Nr. 12 beschrieben werden. Ob man nun vom Fähranleger über den Seezeichenhafen nach Steenodde, oder umgekehrt geht, ist unbedeutend. Für Fotografen kann dabei höchstens der Sonnenstand eine Rolle spielen. Aufnahmen bei Gegenlicht sind zumeist problematisch!

Der Betrachter hat von hier in nördliche Richtung einen guten Ausblick auf den Seezeichen- und Yachthafen, die Wattseite von Amrum, die Odde, nach Föhr und auf den Fähranleger. Vor allem Schiffsbewegungen von und zum Seezeichenhafen kann man von hier aus gut beobachten. Auch der Wechsel der Gezeiten mit den unterschiedlichen Wasserständen ist allemal eine Betrachtung wert, da die unterschiedlichen Eindrücke zwischen Ebbe und Flut hier besonders gut sichtbar werden. Es empfiehlt sich also mehrmals diese Aussichtspromenade zu besuchen um sich Hoch- und Niedrigwasserstände anzusehen. Zudem bieten unterschiedliche Wetterlagen, verschiedene Tages- und auch Jahreszeiten kontrastreiche Ansichten, nichts spricht demnach dagegen mehrmals diese Örtlichkeit aufzusuchen.

Einen besonderen Punkt gibt es allerdings im Verlauf der Wittdüner Bucht doch. Vom Yachthafen in Richtung Fähranleger aus gesehen kommt nach ca. 200 m auf der rechten Seite auf dem Deich ein etwas merkwürdiges Gebilde. Es handelt sich hierbei um das „Deichbaudenkmal“ von 1935. Errichtet wurde es anlässlich der Eindeichung der Marsch zwischen Wittdün und Steenodde. Entsprechend der damaligen nationalsozialistischen Zeit wurde es bei der Erbauung mit entsprechenden Symbolen und Schriften versehen, die aber nach Ende des 2. Weltkriegs entfernt wurden. Die Errichtung dieses Deiches, sowie auch die Eindeichung der Marschenwiesen von Norddorf, wurden von freiwilligen Arbeitsleistenden des „Reichsarbeitsdienstes“ (RAD) vorgenommen. Hierzu wurden im  Sommer 1935 für das Projekt in Wittdün 160 RAD-Männer im „Landhaus“ (heute eine schick hergerichtetes Haus mit mehreren Wohnungen) sowie für Norddorf 216 Arbeiter in einem Barackenlager nördlich der Norddorfer Marsch (heute Landschulheim „Ban Horn“ des ADS Grenzfriedenbund – Arbeitsgemeinschaft Deutsches Schleswig), untergebracht.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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