Der FFH-Managementplan und seine Fortschreibung – einfach erklärt …


Titelbild FFH-Managementplan Küsten- und Dünenlandschaften Amrums

Der FFH-Managementplan rollt auf Amrum zu. Aber was ist das eigentlich ein Managementplan und wird er das Leben auf Amrum verändern? Eine Frage die sich berechtigterweise gerade viele Amrumer stellen. Jetzt soll Licht ins Dunkl kommen.

Was ein Naturschutzgebiet ist, ist klar. In fast allen Naturschutzgebieten in Deutschland gelten grob dieselben Regeln. Solche Regeln sind zum Beispiel: Auf den Wegen bleiben und den Müll wieder mit nach Hause nehmen. Die Natur soll es sich hier mal ganz ohne den Mensch gut gehen lassen. Nur von den Spazierwegen aus darf man die Natur hier bestaunen.

In den europaweiten FFH-Gebieten hingegen gibt es keine allgemein gültigen Verhaltensregeln. Im Gebiet soll es viel mehr ein gesundes Miteinander zwischen Mensch und Natur geben. Nutzungen wie zum Beispiel das Mähen einer Wiese sind nicht automatisch eingeschränkt. Nur wenn z.B. ein seltenes Tier betroffen ist, soll die Mahd früher oder später erfolgen.

Um alle Verstrickungen zwischen Mensch und Tier aufzudecken wird ein Managementplan erstellt und das geht in etwa so: Ortskundige Biologen mit Käscher und Sonnenhut schauen sich im Gebiet um und untersuchen welche schützenswerten Tiere, Pflanzen und Lebensräume, es dort tatsächlich noch gibt. Sie gucken sich außerdem an, welche seltenen Arten wo Leben und was sie brauchen um weiterhin dort gemütlich neben den Menschen her leben zu könne. Ein Beispiel dafür ist die Kreuzkröte, sie braucht feuchte Dünentäler, die im Sommer austrocknen. Oder die Zwergseeschwalbe, sie braucht Schutzzonen am Strand in der Brutzeit. So kommt eine ganze Liste zusammen, der Maßnahmen Katalog.

Auf Amrum besteht das FFH-Gebiet seit 2004. Es wird in seinen Grenzverläufen nicht verändert. Ein Großteil der Fläche befindet sich im Naturschutzgebiet „Amrumer Dünen“ und im Nationalpark. Flächen mit landwirtschaftlicher Nutzung sind kaum betroffen und auch in diesem Bereich sieht der Managementplan keine zusätzlichen Einschränkungen vor. Für die Amrumer Bürger und Bürgerinnen wird sich durch die Fortschreibung des Managementplans also kaum etwas verändern. Vielmehr ist der Managementplan die Grundlage, um Fördergelder für den Naturschutz zu erhalten. Letztlich dient der FFH-Managementplan also der Haupteinnahmequelle der Insel, dem geregelten Naturtourismus.

Alle weiteren Fragen werden am 20.11 um 19:00 Uhr beantwortet. Hier findet im Seeheim in Norddorf eine Info-Veranstaltung des Öömrang Ferian statt. Die Leitung des Naturzentrums des Öömrang Ferians läutet den Abend mit einem Überblick zum Thema ein. Als Fachexperte ist Herr Rainer Borcherding geladen. Es wird auch das Geheimnis gelüftet, ob Herr Borcherding bei seiner Feldarbeit wirklich einen Sonnenhut getragen hat.

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Über Anna Kienitz

Anna Kienitz, 1988 geboren, verbrachte die ersten 18 Jahre ihres Lebens im mittelhessischen Klein-Altenstädten, bevor sich ihr Leben während eines Work and Travel Jahres in Neuseeland schlagartig veränderte. Dem Sog zu fernen Meeren folgend studierte sie Biologie im Bachelor und Küsten- und Meeresmanagement im Master auf Island. Als stellvertretende Leitung einer Meeresschutzstaion arbeitete sie in Südostasien und verbrachte ein Jahr als Umweltwissenschaftlerin beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie in Hamburg. Jetzt hat sie eine abwechslungsreiche Aufgabe und ihren Platz am Meer auf Amrum gefunden. Sie leitet das Naturzentrum in Norddorf und gehört als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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