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Für die Sicherung der ärztlichen Versorgung auf Amrum ein guter Ansatz…

Die Praxis von Dr. med. Claudia Derichs in Nebel ist nicht nur seit fünf Jahren in Nebel angesiedelt, sondern erfuhr nun auch eine personelle Erweiterung. Dr. med. Peter Totzauer, der seine Lebensgefährtin in ihrer Praxis bisher in Vertretung und in den stark frequentierten Sommermonaten als zusätzlicher Mediziner entlastete, ist nun offiziell als angestellter Allgemeinmediziner, mit eigenem Abrechnungsstatus bei den Krankenkassen in den Praxisräumen tätig.

Clauia Derichs und Peter Totzauer (re) mit ihrem Team

Clauia Derichs und Peter Totzauer (re) mit ihrem Team

Wie Claudia Derichs verdeutlichte, eine Maßnahme, die für die Sicherung der medizinischen Versorgung auf Amrum ein wichtiger Schritt ist. Das Kassenarztrecht sei kompliziert und stark regulierend. Das bedeutet, dass nicht wie in der freien Wirtschaft sich Betriebe nach belieben ansiedeln können, sondern die Krankenkassen entscheiden, ob es mehr als die derzeit zwei angesiedelten Ärzte auf Amrum gibt oder nicht. „Ich habe im Frühjahr einen weiteren kassenärztlichen Sitz für Amrum bei der Krankenkasse beantragt“, erklärt Peter Totzauer. Dies sei aufgrund einer vorliegenden Überversorgung und einer daraus resultierenden Zulassungssperre für Amrum abgelehnt worden. Allerdings konnte sich die Kassenärztliche Vereinigung Schleswig-Holstein der vorgebrachten Argumentation anschließen und die Anstellung von Dr. med. Peter Totzauer als angestellten Facharzt für Allgemeinmedizin mit dem Umfang einer ganzjährigen halben Stelle genehmigen. „Wir freuen uns sehr, dass mein Lebensgefährte nun an zwei Tagen in der Woche in der Praxis mitarbeitet“, so die junge Medizinerin.

Amrum ist bei dieser Reglung dem Planungsbezirk “Westerland” zugeordnet, hierzu gehören die Inseln Sylt, Föhr und Amrum. In diesem Bezirk herrscht eine Versorgung an Hausärzten von 110 %. Also rein rechnerisch eine Überversorgung. Für Sylt und Föhr mag das auch stimmen, doch für Amrum kann das nicht zutreffen. Amrum ist mit zwei Kassenarztsitzen nicht so üppig versorgt, zumal bei einer mittel- bis langfristigen Betrachtung ein Ruhestand des praktizierenden Arztes in Norddorf möglich ist und sich heutzutage Nachfolger nicht unbedingt aufdrängen.

„Durch die rund 10.000 Gäste- und Urlauber, sowie hunderte von Tagesgästen, die im Sommer die Insel zusätzlich zu den rund 2300 Insulanern bevölkern, steigt auch die Anzahl der möglichen Patienten auf ein Vielfaches. Da herrscht eine mehr als gute Auslastung in den Sprechstunden“, weiß Claudia Derichs. „Wir haben allerdings auch im Winter überdurchschnittlich hohe Patientenzahlen, verglichen mit dem durchschnittlichen Hausarzt in Schleswig-Holstein. Auch der im Wechsel zwischen den niedergelassenen Ärzten auf Amrum zu leistende Bereitschaftsdienst, der nachts und am Wochenende für Akuterkrankungen vorgehalten wird, muss sichergestellt sein.
Der hohen Patientenzahl steht aber immer das begrenzte Budget, das durch die Krankenkassen zu zahlen ist, gegenüber.
Als einen weiteren Bonbon hat es sich ergeben, dass sich in diesem Frühjahr Dr.med. Steffen Ulbrich, ein langjährig praktizierender Facharzt für Chirurgie, in Weiterbildung zum Facharzt für Allgemeinmedizin, bei Claudia Derichs beworben hat. „Ich bin 50 Jahre alt und habe mir vorgenommen, mit einem Quereinstieg zum Allgemeinmediziner für mich neue Aufgaben umzusetzen“, so Steffen Ulbrich. Amrum sei dabei als Insel für die 15 Monate dauernde Weiterbildung ein reizvolles Umfeld. Neben der beeindruckenden Natur und der Nähe zum Wasser sei auch die Tätigkeit in der Praxis überaus breit aufgestellt.

„Unser Spektrum reicht von der Prophylaxe über die Behandlung von Säuglingen bis hin zur Versorgung der Platzwunde“, verdeutlicht Dr. med. Claudia Derichs einen Ausschnitt des Schaffens eines Allgemeinmediziners auf einer Insel, wo Fachärzte nicht niedergelassen sind.

„Ich habe von der Ärztekammer Schleswig-Holstein eine Weiterbildungsermächtigung für das Fachgebiet der Allgemeinmedizin und seit 2014 habe ich einen Lehrauftrag der
medizinischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel übernommen und bilde regelmäßig Medizinstudierende während 1-wöchiger Praktika in meiner Praxis aus“.

„Am 26. Juli wollen wir uns mit einem Praxisfest bei unseren Patienten, Freunden und Bekannten für die gemeinsamen fünf Jahre bedanken. Die Vernissage findet von 10 bis 12 Uhr in der Praxis an der Mühle statt. Dabei werden Bilder von Georg Dittmar und Fotografien von Dr. med. Steffen Ulbrich und Dr. med. Peter Totzauer gezeigt. In ihrem Garten vor der Praxis stellt Dr. med. Claudia Derichs traditionelle Heilpflanzen aus Europa vor.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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