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Mit Hut im Gepäck (vorerst) zurück auf die Insel

Die Schulabgänger der Öömrang Skuul, die eine weiterführende Schule besuchen möchten, stehen jedes Jahr vor der Frage, wohin sie der Weg nach dem Realschulabschluss auf Amrum führt.
Seit einigen Jahren zieht es Amrumer Schülerinnen und Schüler immer wieder nach Dänemark. Ziel ihrer weiteren Schullaufbahn ist das Deutsche Gymnasium für Nordschleswig (kurz: DGN) in Apenrade. An der Ostsee gelegen versprüht die Kleinstadt mit etwa 16.000 Einwohnern eine entspannte Atmosphäre. 2012 entschieden sich gleich fünf Amrumer dazu, ihre Oberstufenzeit am DGN zu verbringen.
Geschafft...  Devin Beyer, Anna Klüßendorf, Malvin Keppler, Rieke Lückel und der Autor selbst

Geschafft… Devin Beyer, Anna Klüßendorf, Malvin Keppler, Rieke Lückel und der Autor selbst

Malvin Keppler und Rieke Lückel mussten keinen allzu weiten Weg zurücklegen, um im Internat in Apenrade einzuziehen. Sie waren zuvor schon ein Jahr lang an der Deutschen Nachschule in Tingleff und bekamen erste Eindrücke von der dänischen Sprache und den dänischen Gepflogenheiten. Anna Klüßendorf, Devin Beyer und ich stießen direkt von Amrum dazu und komplettierten das insulare Quintett.

Für Devin spielte bei der Wahl einer weiterführenden Schule eine entscheidende Rolle, dass er sich schon frühzeitig auf die Unterrichtsfächer spezialisieren konnte, die er nach dem Abitur noch tatsächlich brauchen würde. Diese Möglichkeit war und ist am DGN gegeben, sodass der Entschluss für Dänemark schnell in ihm reifte. Rieke hatte schon zahlreiche Jugendliche aus ihrem Freundeskreis nach Apenrade gehen sehen und durchweg positive Rückmeldungen erhalten. „Die haben alle total geschwärmt“, erzählt sie und fügt an: „Dazu kommt, dass das Schulsystem in meinen Augen schülerfreundlicher als in Deutschland ist“. Für Anna war es ein beruhigendes Gefühl zu wissen, dass sie nicht die einzige „Neue“ sein würde. Denn weil das DGN ausschließlich Schüler der 11., 12. und 13. Klasse beheimatet, gibt es in jedem Jahr eine bunte Mischung an Leuten, von denen sich die meisten beim Schulstart erst kennen lernen.
Die dänische Sprache empfand keiner von uns als wirkliche Barriere. Wie es beim Erlernen von Sprachen nun einmal so häufig ist, fällt es dem Einen leichter und dem Anderen etwas schwerer. „Bedenken dabei hatte ich keine“, sagt Anna rückblickend. Eine wichtige Hürde, die wir fünf nach dem ersten Schuljahr am DGN überspringen mussten, war die Dänischprüfung, die aus einem schriftlichen und einem mündlichen Teil besteht. Diese Aufgabe haben wir alle mehr oder vielleicht etwas weniger souverän gemeistert, sodass es voller Vorfreude in die 12. Klasse gehen konnte.
Besonders in Erinnerung bleiben uns neben den vielen lustigen Szenen im Schulalltag die verschiedenen Studien- und Abschlussfahrten. Im dritten Jahr in Dänemark wurde dann von Monat zu Monat deutlicher, dass die Zeit und das Zusammenleben in Apenrade in naher Zukunft schon wieder Geschichte sein werden. Ende Juni waren dann auch die letzten mündlichen Prüfungen geschafft und das bestandene Abitur konnte mit dem „studenterhue“ (übersetzt: Studentenhut) auf dem Kopf gefeiert werden.
Dass wir Insulaner einen bleibenden Eindruck am DGN hinterlassen haben, zeigte sich bei der offiziellen Entlassungsfeier. Gleich drei von sieben sogenannten Stipendien, die eher einer für die Folgezeit bestimmten Finanzspritze gleichkommen, gingen nach Amrum.
Nach dem dreijährigen Intermezzo in Apenrade geht es für uns auf verschiedenen Wegen weiter. Rieke und Anna werden sich nach vielen Arbeitsstunden und gefüllter Reisekasse im September bzw. November in die weite Welt aufmachen, um einmal ganz andere Ecken kennenzulernen. Für Malvin, Devin und mich geht es nach dem Sommer in Richtung Hamburg. Malvin macht ein Praktikum bei der Firma „Markenfilm“ und Devin und ich fangen damit an, Physik bzw. Jura zu studieren. Aber unabhängig davon, wo wir unsere Zeit in naher Zukunft verbringen, ist für uns alle klar, dass wir immer wieder nach Apenrade zurückkehren werden, um dort nach dem Rechten zu sehen und die eine oder andere Party zu feiern. Und natürlich auch, um denjenigen, die in diesem, im nächsten oder übernächsten Jahr von Amrum nach Dänemark gehen, mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.
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Über Matthias Dombrowski

Matthias Dombrowski wurde 1994 auf Amrum geboren und verbrachte hier auch Kindheit und Schulzeit bis zur mittleren Reife. Nach dem Abitur in Dänemark ging es für ihn nach Hamburg, wo er seit Oktober 2016 Sport-Management studiert. Schon mit 15 schrieb er seinen ersten Artikel für Amrum-News. Sport ist sein Thema und genau darüber berichtet er seit 2009 im Amrum-News Team.
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