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Das Beste am Norden kommt noch… Am 17.7. lädt die Initiative Inselgeburt auf den Rathausplatz in Wyk auf Föhr

Auch ein halbes Jahr nach Schließung des Kreißsaals auf Föhr will der Protest nicht verstummen. Ganz im Gegenteil: Er hat sich neu formiert und breiter aufgestellt.

„Wer glaubt, wir Insulanerinnen und Insulaner hätten uns mit der Schließung unserer Geburtsstation abgefunden, der irrt sich. Wir sind entsetzt über die Entscheidung und wir sind sehr zornig darüber, wie mit uns umgegangen wurde. Wir werden weiter für unsere Geburtsstation kämpfen!“, heißt es in einem Offenen Brief, den die Bürgerbewegung „Initiative Inselgeburt Föhr-Amrum“ an alle zuständigen Politikerinnen und Politiker geschickt hat, um gegen das „intransparente, undemokratische“ Vorgehen der Schließung des Kreißsaals im letzten Jahr zu protestieren und die Wiedereröffnung der Geburtsstation der Inselklinik Föhr-Amrum zu erreichen. Das sei einfach ein menschlich-demokratisches Anliegen. „Man darf sich doch nicht alles gefallen lassen“, sagen auch viele Amrumer, mit denen ich gesprochen habe.

Das offizielle Logo der Initiative...

Das offizielle Logo der Initiative…

Derzeit werden schwangere Frauen dazu angehalten, bereits 14 Tage vor dem errechneten Geburtstermin in eine kliniknahe Wohnung auf dem Festland zu ziehen (konkret: Flensburg oder Husum), um dort auf die Geburt zu warten. Fernab von vertrauter Umgebung, Partner, Familie, unter Umständen sogar den eigenen kleinen Kindern – und das obwohl die komplette Ausstattung zur Versorgung werdender Mütter im Inselkrankenhaus vorhanden ist.

“Wir Insulaner finden uns nicht damit ab, wegen vermeintlicher Haftungsrisiken zu Opfern dieses Zentralisierungswahnes zu werden. Wir setzen dem die Geborgenheit, die Vertrautheit, die Individualität eines kleinen Krankenhauses entgegen”, heißt es im Brief der Bürgerinitiative.

Jede Frau hat das Recht zu entscheiden, wie sie entbinden möchte, sollte man meinen. Schwangerschaft und Geburt sind schließlich keine Krankheit. Doch es sei noch gar nicht so lange her, dass sich die Frauen eine „natürliche Geburt“ im Beisein ihrer Partner in den Krankenhäusern überhaupt erst erstritten hätten, erinnert sich die Föhrer Hebamme Kerstin Lauterberg. Dass unter dem Vorwand höherer Sicherheit jetzt eine ‚Rolle rückwärts’ in Sachen Bevormundung droht, betrifft in der Tat nicht nur die Inseln und Nordfriesland, sondern viele Einrichtungen der Geburtshilfe in ganz Deutschland.

Ein guter Grund, auch unter den Gästen der beiden als besonders familienfreundlich geltenden nordfriesischen Inseln um Unterstützung für den Erhalt einer Geburts- und Versorgungsmöglichkeit vor Ort zu werben und der fehlenden Bereitschaft von Politik und Klinikgeschäftsführung auf die Sprünge zu helfen, am Runden Tisch eine einvernehmliche, praktikable Lösung zu erarbeiten.

Um die Diskussion noch einmal in Schwung zu bringen, wird die „Initiative Inselgeburt Föhr-Amrum“ am Fischmarkt-Sonntag, dem 17. Juli, von 13 – 15 Uhr mit einem großen Aktionstag auf dem Rathausplatz in Wyk auf Föhr demonstrieren und „für ganz viel Wirbel“ sorgen. Groß und Klein sind eingeladen mit zu machen, auch Badegäste aus nah und fern. Geplant sind viele kleine Aktionen, ein Informationsstand und ein buntes Bühnenprogramm.

„Es wäre nicht das erste Mal, dass Bürgerbewegungen in Deutschland Grundlegendes erreichen“, sagte Michael Steuer, der am Sonntag durch das Programm führen wird.

Inzwischen hat Katja Ebstein die Schirmherrschaft für die Veranstaltung übernommen, und weitere Künstlerinnen und Künstler, die einen persönlichen Bezug zu Föhr und Amrum haben, unterstützen die Aktion.

* Die international bekannte Band „Stanfour“ hat ihren Auftritt zugesagt.

* Die friesische Folkgruppe „Kalüün“ wird spielen.

* Die „Feer Ladies“ singen gemeinsam mit dem „Männergesangverein Föhr-West“.

* Regionale Trachtengruppen treten auf.

* Dazwischen wird es Sketche, Stellungnahmen und kurze Sachbeiträge geben, die das
Problem von allen Seiten beleuchten.

* Der NDR wird da sein.

* Erfahrene Mütter, Hebammen, betroffene Frauen und ein Anwalt kommen zu Wort.

* Abgeordnete und Bürgermeister werden vor Ort sein.

* Und natürlich sind auch Amrumerinnen dabei, die Bewegendes zu berichten haben.

 

Anreise:

Mit dem Adler um 11:40 Uhr ab Wittdün (Rückfahrt um 16:30 Uhr ab Wyk)
oder mit der Eilun ab Wittdün um 10:30 Uhr zum Fischmarkt auf Wyk.

 

Eine Bitte an alle Eltern und Großeltern:

Kinderwagen/Karre/Buggy mitbringen, auch wenn’s auf dem Schiff ein bisschen eng werden sollte. Die machen sich auch auf dem Deich einfach gut!

Auch selbstgemalte Schilder, Transparente und witzige Verkleidungen sind willkommen…

Wenn Sie das Anliegen, Geburten auf Föhr wieder möglich zu machen, unterstützen wollen, können Sie auch eine der an vielen Stellen auf Amrum ausliegenden Unterschriftenlisten unterschreiben. Auch über Spenden, um die Aktion am Sonntag zu finanzieren, würde sich die „Initiative Inselgeburt Föhr-Amrum“ freuen.

Den Offenen Brief der Bürgerinitiative finden Sie hier:
http://www.inselgeburt.de/files/offener-brief-von-manfred-hinrichsen-02-05-2016.pdf

 

 

 

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.

Ein Kommentar

  1. Astrid Thomas-Niemann

    Die Initiative Inselgeburt Föhr-Amrum hat ein gebührenfreies Kurzzeitkonto eingerichtet, das einige Wochen nach dem Aktionstag wieder aufgelöst werden muss. Eventuelle Überschüsse fließen an den Krankenhaus-Förderverein. Spendenbescheinigungen können leider nicht erteilt werden, da die Initiative kein eingetragener Verein ist.
    Kontoname: “Inselgeburt, Aktion 17.7.16 Föhr”
    Amrumer Bank Nr. 10524310
    IBAN: DE12 2179 1906 0010 5243 10

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