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Theatermit weiblichen Abgründen – Schauspielerin Dorit Meyer-Gastell gastierte mit Ihrem Erfolgsstück „Schlampe, Witwe, Mörderin“ im Haus des Gastes…

Auch in diesem Jahr war die Hamburger Schauspielerin und Tanzlehrerin Dorit Meyer-Gastell auf der Nordseeinsel Amrum zu Gast. Diesmal hatte sie ihr Erfolgsstück „Schlampe, Witwe, Mörderin“ im Gepäck. Schon seit Jahren ist Dorit Meyer als Stammgast regelmäßig auf Amrum zu Gast und konnte dabei mit ihren zahlreichen Programmen wie z.B. „Make Up-Make Down“, Dorn und Röschen“, Mascha Kaléko“, „Harmonie ist, wenn`s sich hinten reimt“, „Die Parade vom Bim zum Bam“ oder dem Kinderstück „Mary L. von Cook – Eine Seequatschgeschichte“ das insulare Publikum begeistern.  Auch dieses Mal erlebten die Zuschauer im Haus des Gastes in Nebel wieder einmal Solotheater vom Allerfeinsten!

...als ambitionierte und ehrgeizige Schauspielerin

…als ambitionierte und ehrgeizige Schauspielerin

In der Bühnencollage „Schlampe, Witwe, Mörderin“ verkörpert Dorit Meyer-Gastell vier völlig unterschiedliche Frauentypen, die jedoch trotz ihrer unterschiedlichen Charaktere eines gemeinsam haben. Denn alle vier Frauen, egal ob kesses Partygirl, junge Wittwe, die Frau beim Friseur oder die ehrgeizige Schauspielerin, vereint ihre jeweils ganz spezielle Beziehung zu einem Mann. Wenn der Betroffene dann auch noch allzu sehr vom Ideal eines Märchenprinzen abweicht, ja dann liegen die kleinen oder größeren Abgründe natürlich nicht weit.

Da wäre z.B. das kesse und etwas naive Playgirl „Lottchen“, die mit ihrem Freund „Teddy“ telefoniert und ihm versichert dass er sich absolut keine Sorgen machen müsse, denn sie sei ihm ja schließlich genauso treu wie er ihr. Jedoch wird dem Zuschauer schnell klar, dass „Lottchen“ gar nicht treu sein kann wenn sie sagt: „Wenn eine Frau alleine ist, ist sie viel alleiner als die Männer“. Während „Teddy`s“ Abwesenheit trifft sie sich regelmäßig mit anderen Männern, geht mit ihnen ins Theater und bemerkt, dass ihr Begleiter sie dabei immer so nett ansieht. Darüber hinaus stellt sie fest, dass er auch noch viel besser küsst als ihr Freund „Teddy“ es jemals getan hat.

Auch als junge Witwe rechnet sie mit ihrem verstorbenen Ehemann ab, dessen Urne sie vor sich auf den gedeckten Tisch gestellt hat. „Jetzt rede ich, Du musst mir zuhören, weil Du ein Häufchen Asche bist“! Nach einem Schlückchen Sekt lässt die Ehefrau den Frust an ihm ab, der sich zu Lebzeiten ihres Mannes über viele lange Jahre angesammelt und aufgebaut hat. Und eines macht sie darüber hinaus immer noch rasend. Musste er denn ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag an einem Herzinfarkt sterben?

... beim Frisör

… beim Frisör

Und da wäre ja noch die Frau, die im Begriff ist einen Modefriseur zu besuchen. Getreu dem Motto Zeit für Veränderung. Neuer Mann, neue Haarfarbe!? Doch einfach ihre Haarfarbe von braun in blond zu ändern scheint nicht gerade von Vorteil, denn ihr Lebenspartner fällt nur allzu oft auf Blondinen herein.

Als vierten Charakter lernen die Zuschauer eine ambitionierte und ehrgeizige Schauspielerin kennen. Sie hat gerade ihren Freund mit einem Stromschlag getötet, weil sie in ihrer nächsten Rolle eine Mörderin spielen soll. Die Devise der Perfektionistin: Nur wer weiß, wie es sich anfühlt eine Mörderin zu sein ist in der Lage eine Mörderin zu spielen. Weil sich der Erfolg dieser Aktion aber nicht einstellen möchte, plant sie kurzerhand einen zweiten Mord an ihrem neuen Freund. Aber diesmal spektakulärer, mit einem Messer.

In ihrem knapp zweistündigen Stück in sechs Akten ermöglicht Dorit Meyer dem Zuschauer einen tiefen Einblick in die Abgründe einer Frauenseele. Und das mitunter mit tiefschwarzem Humor. Ergänzt wird das ganze durch eine akustische Rahmenhandlung. Die eingespielten  „Garderobengespräche“ gewähren dem Publikum einen amüsanten „Einblick“ hinter die Kulisse der sichtbaren Szene.  Hier erfahren die Zuschauer auf eine witzige Art und Weise was die Schauspielerin von sich und ihrem Publikum im Saal wirklich denkt. Auch dieses Gastspiel war wieder ein voller Erfolg. Folgerichtig ging der Abend im Haus des Gastes viel Applaus zu Ende.

 

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Über Andreas Buzalla

Andreas Buzalla ist ein waschechter Berliner. 1978 dort geboren, hat er unzählige Urlaube mit seinen Eltern auf der Insel verbracht. 2004 erfüllte er sich seinen großen Traum auf der Insel zu leben. Dazu absolvierte er eine Lehre zum Reiseverkehrskaufmann bei der AmrumTouristik. Heute arbeitet er als Assistent der Veranstaltungsleitung der AmrumTouristik. Seit 2004schreibt er als freier Journalist im Amrum-News Team.
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