Ehrenamt ist Ehrensache …


Andre Neumann, Wolfgang Schulte und Ortswehrführer der Gemeinde Nebel Oliver Ziegler

Unzählige Lehrgänge in Sachen Lebensrettende Sofortmaßnahmen zur Ersten Hilfe gehen auf das Konto von Wolfgang Schulte.
Er gab auf Amrum fast 21 Jahre lang Lehrgänge und Schulungen für Mitarbeiter*innen der Reha-Kliniken, der Schule und des Kindergartens, für medizinisches Fachpersonal, Führerscheinanwärter und freiwillige Feuerwehrkamerad*innen. Viele Insulaner*innen kennen Wolfgang Schulte aus diesen Seminaren, aber auch in seinem Hauptberuf als Rettungsassistent im Rettungsdienst auf der Insel Amrum des Kreises Nordfriesland ist er inselweit bekannt.

Wolfgang Schulte ist gebürtiger Nordrhein-Westfale und wuchs in Lasbeck auf. Dort ging er auch zur Schule, begann nach seinem Abschluss im Jahr 1969 eine Lehre zum Verkäufer bei Karstadt in Iserlohn und blieb bis 1999 dem Betrieb treu. Das Ehrenamt beim Deutschen Roten Kreuz hatte schon schon sehr früh einen wichtigen Platz in Wolfgang Schultes Leben eingenommen. Seit dem 16. September 1972 ist er dort tätig. “Dazu gekommen bin ich durch einen Kollegen, der zu mir sagte: “Komm doch mal mit und guck es dir einfach an”. Ja, und dann bin ich dort “hängengeblieben”. In diesem Rahmen habe ich in den folgenden Jahren berufsbegleitend an den Wochenenden meine dreijährige Sanitätsausbildung absolviert und führungstechnische Lehrgänge belegt. Parallel habe ich mich in der Breitenausbildung engagiert, Lehrgänge zur Methodik/Didaktik besucht, den Erste-Hilfe-Lehrschein und die Weiterbildung zur Lehrberechtigung für den Sanitätsdienst absolviert. Von 1994 bis 1997 kam noch der Fachlehrgang Rettungsdienst hinzu”, erzählt Wolfgang Schulte. Beruflich wurde es im Betrieb durch Stellenabbau und interne Veränderungen schwieriger. Auch bei seiner Frau Vera Schulte kündigten sich betriebliche Umstrukturierungen an. Eine Stellenausschreibung des Kreises Nordfriesland für den Rettungsdienst auf der Insel Amrum kam zur rechten Zeit und machte das Paar neugierig. “In Verbindung mit einem Urlaub auf Amrum haben wir uns die Sache aus der Nähe angeschaut”, erzählen die Schultes. “Ein Riesenschritt – der Gedanke hier wegzugehen, auf eine kleine Insel. Aber wir haben es gewagt. Ende Oktober 2000 zogen wir um und ab dem 1.11.2000 habe ich hier offiziell meinen Dienst aufgenommen”, berichtet Wolfgang Schulte.

Auch für seine Ehefrau Vera Schulte eröffnete sich auf Amrum ein beruflicher Neuanfang. Sie absolvierte die Ausbildung zur Rettungssanitäterin beim Kreis Nordfriesland. Seit dem 1. Mai 2001 gab es das Ehepaar Schulte als Doppelpack im Amrumer Rettungsdienst.
2001 trat Wolfgang Schulte dem DRK-Ortsverein bei, wirkte dort einige Jahre als Vorstandsmitglied mit, und engagierte sich weiterhin mit seiner ehrenamtlichen Arbeit im sozialen Bereich. In der Jugendarbeit des Ortsvereins war er als aktiver Jugendwart tätig und gründete 2001 eine Jugendrotkreuzgruppe. “Wir haben viel unternommen. Fahrten, Ausflüge, Teilnahme an Wettbewerben und Treffen mit anderen JRK-Gruppen auf dem Festland und auf der Insel. Das war eine sehr schöne Zeit. 2016 löste sich dann die Jugendgruppe endgültig auf”, erinnert sich Wolfgang Schulte, der ein Jahr später in den verdienten Ruhestand trat. Seine ehrenamtliche Arbeit für das DRK lief jedoch unermüdlich weiter. “Bis ungefähr vor zwei Jahren. Da wurde die Ausbildungsstruktur in den Lehrgangsabläufen geändert, und es war weniger zu tun. Zudem hätte ich weiterhin regelmäßige Fortbildungen besuchen müssen, um meine Lehrgangsberechtigung zu behalten. Und da dachte ich mir, im nächsten Jahr werde ich 68 Jahre alt. Da muss man einfach auch mal anders auf das Leben schauen. So beschloss ich, mich langsam zurückzuziehen und freue mich nun über meinen Nachfolger. Andre Neumann ist ebenfalls ausgebildeter Rettungsassistent. Ich kenne ich aus den gemeinsamen DRK-Zeiten in Iserlohn, und nun haben wir uns hier auf der Insel wieder getroffen”, schmunzelt Wolfgang Schulte.

Im Rahmen der Sitzung des Zweckverbandes für Sicherheit und Soziales würdigte Nebels Bürgermeister Cornelius Bendixen im Namen aller Amrumer Gemeinden, des DRK-Ortsvereins sowie aller Feuerwehren der Insel diese besonders wertvolle, ehrenamtliche Tätigkeit Wolfgang Schultes. “Wir möchten uns heute für deine umfassenden Aufgaben, in denen Du tätig warst, herzlich bedanken. Du warst nicht nur tätig als Ausbilder, sondern auch als Jugendwart des DRK-Ortsvereins, hast Dich in der Vorstandsarbeit des Ortsvereins sowie in der Betreuung und den Fahrdiensten für die älteren Mitbürger*innen der Insel immer stark engagiert”, so Bürgermeister Cornelius Bendixen. Den Worten des Bürgermeisters schloss sich auch der Ortswehrführer der Gemeinde Nebel Oliver Ziegler an. “Du hast uns über eine sehr lange Zeit in der Ersten Hilfe ausgebildet und da sehr viel Geduld mit hineingebracht. Es waren immer sehr viele Stunden, die abgearbeitet wurden. Im Namen aller Feuerwehren der Insel möchten wir uns dafür bei Dir herzlich bedanken. Wir freuen uns über einen würdigen Nachfolger: Andre Neumann, der aktiv bei uns in der Wehr tätig ist. Er hat seine Ausbildung als Ausbilder in der Ersten Hilfe abgeschlossen. So bleiben wir alle hier weiterhin besten versorgt”.
Die Tätigkeit und das Ehrenamt beim DRK hat beide Männer nun durch Zufall wieder auf Amrum vereint. “Es geht mit den Erste-Hilfe Ausbildungen weiter, und sie bleibt in Iserlohner Hand”, freut sich Andre Neumann.

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.

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