Impfmarathon auf Amrum


 

Aus der letzten Woche lässt sich im Hinblick auf die Coronaimpfungen auf Amrum wieder positives berichten. Insgesamt konnten durch die beiden Hausarztpraxen in Nebel und Norddorf, sowie durch die Kur- und Reha-Kliniken (Satteldüne und AOK-Nordseeklinik),  insgesamt 682 Impfungen durchgeführt werden. Es handelte sich hierbei überwiegend um Zweitimpfungen. Bislang sind auf Amrum rund 3000 Impfungen durchgeführt worden, davon mehr als 1800 Erst- und über 1150 Zweitimpfungen.

Geschafft! Das Impfteam der Praxis an der Mühle nach dem Impfmarathon am Donnerstagnachmittag (421 Impfungen in 2 Tagen!)

Etwas problematisch gestaltete sich diesmal die Lieferung der Impfstoffe auf die Insel. Seit Beginn der Impfaktionen gab es, neben den wöchentlichen Lieferungen durch die Apotheken, insgesamt drei  größere Lieferungen von Impfstoff durch das Impfzentrum Husum auf die Inseln. Hierüber wurde auch bereits am 12. März an dieser Stelle berichtet. Jedes Mal wurden die tiefgekühlten Ampullen durch Dr. Immo Borth von Föhr in Husum abgeholt und mit der Fähre nach Wyk transportiert. Die Impfstoffe für Amrum wurden am Fähranleger Wyk an einen eigens von Amrum angereisten Boten übergeben, der dann die Ampullen mit dem um 10:40 Uhr nach Wittdün weiterfahrendem Schiff begleitete. Dieses Vorgehen wurde notwendig, da sich die W.D.R. außerstande sah, die sicher in Kühlboxen gelagerten Impfstoffe ab Wyk durch ein Besatzungsmitglied „zu bewachen“ um sie dann eine Stunde später in Wittdün einem Boten zu übergeben. Auch letzten Mittwoch war der Transport durch eine Amrumer Vertrauensperson organisiert, leider wurde der Impfstoff jedoch unerwarteter Weise deutlich verspätet in Husum angeliefert, so dass auch der Transport auf die Insel nur stark zeitverzögert durchgeführt werden konnte. Bedingt durch die notwendige Kühlung sowie der bereits anberaumten Impftermine war es notwendig noch am selben Nachmittag den Transport mit dem 16:00 Schiff ab Wyk weiter nach Amrum zu gewährleisten. Der Bitte an die W.D.R. diesmal „ausnahmsweise“ für die einstündige Überfahrt eine Begleitperson durch ein Besatzungsmitglied der Fähre bereitzustellen wurde erneut widersprochen. Es erfolgte eine komplizierte Umorganisation der Transportbegleitung, letztendlich fuhren der Klinikdirektor der AOK-Nordseeklinik in Begleitung des technischen Leiters der Klinik mit der 15:15 Uhr Fähre nach Wyk, dort war der Amrumer Impfstoff zwischenzeitlich von der Hafen-Apotheke zwischengelagert worden. Mit Adler „Rüm-Hart“ konnten die Tiefkühlboxen dann um 18:00 Uhr endlich sicher in Wittdün an Land gehen und an die Praxis an der Mühle sowie die Kliniken verteilt werden. Für die Fahrt mit Adler Rüm-Hart waren dann, im Gegensatz zur Fahrt mit der Fähre, auch noch aktuelle negative Corona-Schnelltests für die Begleitpersonen notwendig, aber auch dies hat sich noch organisieren lassen. Alle Beteiligten hätten sich, wenn vielleicht auch nur ausnahmsweise, ein kooperativeres Verhalten der W.D.R. gewünscht.

Dr. Peter Totzauer

 

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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One comment

  1. Mehr und mehr wird diese Selbstherrlichkeit der WDR zu einem Ärgernis.
    Ob Fahrplanausdünnung , ungünstige Flottenpolitik (wenige große Schiffe wenige Kleinere für die Zwischensaison ), anfällige + pflegeintensive „Blaue Wunder „ Zuwegungen,
    etc. Es gibt eine Menge Punkte die verbesserungsbedürftig sind.
    Nun aber in Zeiten der Pandemie und damit eigentlich eine vollkommen selbstverständlichen Mithilfe Aller zum zügigen
    Impfen erforderlichen Beteiligten so zu negieren ist an stupider Hochnässigkeit schlechterdings nicht zu toppen.
    Weiter so liebe WDR und das vielleicht mit einer anderen Geschäftsführung.
    Wulff-H.Lindner

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