Insulaner und Amrumer Gäste gemeinsam aktiv in der Heidepflege …


Der hübsche und seltene Purpurbär legt seine Eier gerne auf Heidekraut ab.

Unter dem Motto „Natürlich helfen“ versammelten sich letzte Woche Insulaner und Amrumer Gäste auf einer Heidefläche, um diese von der Amerikanischen Traubenkirsche zu befreien. Der Öömrang Ferian, der sich für den Erhalt der Amrumer Heideflächen einsetzt, rief zu dem gemeinsamen Pflegeeinsatz auf.

Groß und Klein für die Amrumer Heide gemeinsam in Aktion.

Diejenigen, die die Amerikanische Traubenkirsche in der Landschaft noch nie bewusst wahrgenommen hatten, konnten sich auf der Heidefläche schnell ein Bild von der Pflanze machen. Wohin das Auge reicht junge Sämlinge. Die Amerikanische Traubenkirsche stammt ursprünglich aus Nordamerika und zählt in Europa vielerorts zu den problematischen Neophyten, sprich gebietsfremden Arten. Als Pionierbaumart liebt sie offene Flächen und breitet sich stark in lichten Wäldern, Brachflächen oder eben auch auf Heideflächen aus. In den Niederlanden wird sie bereits seit den 70er Jahren als Waldpest bezeichnet. In der Schweiz steht sie aufgrund ihres Ausbreitungspotenzials und der Schäden in den Bereichen Biodiversität und Ökonomie auf der „Schwarzen Liste der invasiven Neophyten“. Das Wort „invasiv“ wird Arten zugeteilt, die in ihrem neuen Lebensraum bereits heimische Arten verdrängen. Auch in Deutschland ist die Amerikanische Traubenkirsche stark verbreitet und zählt laut der dritten Bundeswaldinventur zur häufigsten fremdländischen Baumart in den hiesigen Wäldern. Auf Amrum ist sie auch auf den Offenlandflächen nicht zu übersehen. Viele Pflanzen- und Tierarten, wie der Purpurbär, sind auf Heideflächen als Lebensraum angewiesen. Für diese Arten bedeutet die Ausbreitung der Amerikanischen Traubenkirsche den Verlust des Lebensraums.

Am späten Nachmittag räumen die letzten Helfer die Fläche. V.l.n.r.: Charlie Winkelmann vom Kinderprogramm der Amrum Touristik, Schäferin Janine Jochimsen, unermüdliche Amrumer Gäste, das Team vom Naturzentrum Amrum des Öömrang Ferian

Bei warmen Temperaturen und reichlich Sonnenschein zeigten Insulaner und Amrumer Gäste reichlich Durchhaltevermögen. Innerhalb von jeweils nur zwei Stunden am Vor- und Nachmittag konnte ein wesentlicher Teil der Heide gepflegt werden. Einige der Amrumer Gäste kamen für den Pflegeeinsatz am Nachmittag extra noch ein zweites Mal hinzu. Unterstützt wurde der Pflegeeinsatz außerdem durch das naturpädagogisch ausgerichtete Team des Kinderprogramms  mit Charlie Winkelmann von der Amrum Touristik. Ein kleines Highlight bot die Inselschäferin Janine Jochimsen, die mit Vertretern alter Landschaftspflegerassen vor Ort war. Die Tiere werden in wenigen Wochen auf ausgewählten Flächen ebenfalls wieder für die Heidepflege im Einsatz sein.

 

Der Öömrang Ferian bedankt sich bei allen Helfern für den großartigen Einsatz und freut sich auf die nächste Pflegeaktion mit vielen Helfern am Donnerstag, den 5. August.

 

 

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Über Lotte von Komorski

Lotte von Komorski wurde 1988 in Heidelberg geboren und wuchs später in der Lüneburger Heide auf. Nach dem Bachelorstudium der Forstwirtschaft in Göttingen absolvierte sie noch ihren Master in Wildtierökologie und Wildtiermanagement in Wien. Nach vielen praktischen Erfahrungen in der Wildtierforschung und ersten Berufserfahrungen in der Naturschutzarbeit in Osteuropa zog es sie Ende 2018 aus Frankfurt am Main nach Amrum, um hier das Naturzentrum zu leiten.

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