Wittdünerin Minna Oelers feierte ihren 90.Geburtstag…


Minna Oelers mit Ihren vier Kindern. Wilhelm, Hans-Christian, Regina, Thomas

“Dass ich mal so alt werden würde, habe ich nicht geglaubt. Aber heute bin ich einfach dankbar und zufrieden” lächelt Minna Oelers, als wir uns vor einigen Tagen zum Kaffee mit ihren leckeren, selbstgebackenen Keksen in ihrem gemütlichen zu Hause getroffen haben. “Ein so schönes Fest habe ich mit meiner Familie gemeinsam feiern können. Zu diesen Zeiten ist ja alles nicht sehr leicht, aber ich bin ja nun auch dreimal geimpft. So konnten wir alle gut miteinander meinen Jubiläumsgeburtstag im engsten Familienkreis mit einem zünftigen Brunch in der Blauen Maus begehen”.

90 Jahre wird man nicht alle Tage und so schaut Minna Oelers, geborene Dammermann einmal auf die vergangenen Jahre und viel Erlebtes zurück. Am 20. Dezember 1931 wurde sie auf Föhr in Boldixum geboren und verlebte dort ihre Kindheit und Jugend. “Ich bin bis 1946 in Wyk zur Schule gegangen und dann wurde ich konfirmiert. Nun begannen meine Ausbildungsjahre in Henstedt-Ulzburg – zwei Jahre Hausarbeitslehre und 2 Jahre Hauswirtschaftslehre. Dann habe ich noch ein halbes Jahr die ländliche Haushaltungsschule in Lindholm besucht. 1950 kam ich über die Vermittlung durch Frederik Paulsen, Alkersum nach Stockholm in Schweden und nahm dort eine Stellung in einem Haushalt an. Dort blieb ich drei Jahre. In dieser Zeit lernte ich auch meinen zukünftigen Ehemann Josef kennen, den alle später nur “Sepp” nannten”, erinnert sich Minna Oelers. Zurück in Deutschland heirateten die beiden auf Föhr. Sepp, der von Beruf Bäcker- und Konditormmikonnlz war konnte seinen Beruf nach einer Kriegsverletzung nicht mehr ausüben und sattelte um- er wurde Busfahrer. Zunächst auf Föhr, dann wechselte er auf die Nachbarinsel Amrum. “Das war 1955. Ein Jahr später folgte ich meinem Mann und wir blieben”. Unter beengten Verhältnissen wohnte das Paar erst in Wittdün am Deich, bevor sie schließlich ihr eigenes Haus im Dünenweg bauten. “Das haben wir alles in sehr viel Eigenarbeit geleistet und die Gästevermietung im Sommer unterstützte dieses Vorhaben. Mit unseren inzwischen vier geborenen Kindern, drei Söhne und eine Tochter, war zusätzlich immer etwas los bei uns”, erzählt Minna Oelers. Sepp fuhr weiterhin für sein Leben gern Bus- und Minna hat in der Dörfergemeinschaftsschule als Hauswirtschaftslehrerin gearbeitet. Sie denkt zurück: “Von 1973 bis 1984 war ich an der Schule in Nebel tätig. Mein Vertrag wurde allerdings damals nicht verlängert und so nahm ich die freie Stelle an der Kasse im damaligen Schwimmbad der Kurverwaltung an. Dort konnte ich bleiben und mit 64 Jahren ging ich in Rente “. Wer nun glaubt, Minna Oelers hätte sich jetzt vom Tun ausgeruht, der liegt falsch. Beschäftigung gab es neben ihrer großen Familie, zu den mittlerweile sieben Enkeln und acht Urenkel zählen, für sie immer.

Bürgermeister Heiko Müller hatte auch vom Landesvater Daniel Günther eine Urkunde dabei

Durch die Blutspendenaktionen auf Amrum kam sie zum Deutschen Roten Kreuz, bei dem sie sich über viele Jahre hinweg ehrenamtlich engagierte und sich einbrachte. Dazu gehörten die Hand- und Bastelarbeiten für Basare, der regelmäßige Seniorentreff in Nebel und regelmäßige Präsenz des DRK auf den verschiedenen Dorffesten sowie das Kochen und Versorgen der Menschen bei den Blutspendeterminen. “Das hat mir sehr viel Freude bereitet und ich war immer dabei. Leider ist heute das Nähen, Stricken und diverse Bastelarbeiten anfertigen für mich nicht mehr möglich- meine Augen machen das nicht mehr mit”, bedauert die Wittdünerin. Aber Langeweile kennt sie trotzdem nicht. Zum Beispiel kocht Minna Oelers immer noch fleißig Marmelade. “Nicht mehr in den Mengen wie früher, aber ich habe Spaß daran. Die Töpfe sind nun kleiner geworden”, schmunzelt sie. Aber sie probiert immer gern neue Obstsorten aus- nun waren es jüngst blaue und grüne Weintrauben aus dem eigenen Garten und verrät mir dabei, dass ihr eigentlicher Traumberuf Gärtnerin gewesen sei. “Nun geht es aber nicht immer so wie man möchte, es wäre damals einfach nicht möglich gewesen.Meine Mutter war mit uns zwei Kindern alleine. Unser Vater war im Krieg nicht gefallen, sondern verschollen. Und dann gab es auch kein Geld. Sie hat sich und uns mit allen möglichen Arbeiten über Wasser gehalten. Krabben puhlen, Muscheln saubermachen und Heringe säubern, so hat sie uns durchbringen müssen. Hätten wir unsere Großeltern nicht gehabt, die uns immer mit Naturalien unterstützt haben, so hätten wir manchen Tag hungrig ins Bett gehen müssen”, erzählt sie nachdenklich aus der alten Zeit. Auf die Frage, was sie sich für das nächste Jahr wünscht, antwortet die Jubilarin klar: “Ich wünsche mir, dass ich weiterhin so fit bleibe wie jetzt. Außerdem laufe ich die Treppen rauf und runter, das ist gut um sich fitzuhalten. Wenn es irgendwie geht, koche ich auch noch täglich für meine Familie und übernehme hier und da einige Aufgaben. Wenn ich einmal etwas nicht kann oder schaffe, sind mein Sohn Thomas und meine Schwiegertochter Susanne für mich da. So ergänzen wir uns einfach gut und ich bin zufrieden”.

Die Pastorin hatte auch Glückwünsche im Gepäck

Herzliche Glückwünsche zu deinem Ehrentag, liebe Minna!

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Über Susanne Jensen

Susanne Jensen wurde 1965 in Hamburg geboren. In Appen bei Pinneberg aufgewachsen, kam sie nach der Erzieherausbildung 1985 auf die Nordseeinsel. Die Mutter von zwei heut erwachsenen Söhnen arbeitete anfangs einige Jahre in der Fachklinik Satteldüne und war dann von1992 bis 2016 als Erzieherin in den Kindergärten Wittdün und Nebel beschäftigt. Nun ist Susanne wieder tätig als Erzieherin in der Fachklinik Satteldüne.

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