Die Maispflanze im Inselklima


Firma MAS Seeds Deutschland GmbH, die im Eigentum einer französischen landwirtschaftlichen Genossenschaft ist, kam mit acht verschiedenen Sorten Mais nach Amrum und möchte diese Pflanzenart bei den extremen Bedingungen des Inselklimas unter die Lupe nehmen. Schon letztes Jahr hat MAS Seeds ein Test Feld mit Mais zwischen Norddorf und Nebel angelegt.

Hans-Wilhelm Thomsen befüllt die Saatkanister

Informationstafeln erklärten den vorbeikommenden Passanten was und wieso hier angepflanzt wurde und rückte das „negative Bild“, des Mais ins rechte Licht. »Mais gehört zu den sogenannten C4 Pflanzen, während andere uns bekannte Kulturpflanzen wie Gerste, Roggen, Raps, Rüben C3 Pflanzen sind. Die Effizienz ist damit höher, so benötigt Mais zur Bildung von 1 to Frischmasse 250 ltr Wasser, Roggen 330 ltr und Rüben ca. 380 ltr.«, erläutert Hans-Wilhelm Thomsen, der auch in diesem Jahr die Einsaat begleitet.

In Zusammenarbeit mit den Insellandwirten Irk und Oke Martinen wurden an zwei Tagen die Flächen bearbeitet und über den Sommer regelmäßig bonitiert, »d.h. die Pflanzen werden begutachtet und die Ergebnisse werden hausintern weiter verarbeitet«, erklärt Hans-Wilhelm Thomsen, der 5 andere Standorte in Dänemark und Schleswig-Holstein begleitet: »Nördlichster Standort ist Aars am Limfjord in DK, südlichster Gudow in Lauenburg. Amrum ist die kleinste Demoanlage, die meisten haben zwischen 10 und 28 Sorten.«
Die einzelnen Reihen werden je nach Sorte markiert

Die Insel bietet mit ständig salziger Luft, geringen Niederschlag, Starkwind und Verbiss durch Gänse gleich mehrere Extreme für den Mais. Wie die Pflanze damit zurecht kommt und beeinflusst wird, das können Irk und Oke Martinen aus ihrer Erfahrung schon ahnen. Seit mehreren Generationen betrieben sie Landwirtschaft auf Amrum und kennen die Witterungseinflüsse und den über die Jahre stark zugenommenen Verbiss durch die Gänse. „Man braucht nur mit offenen Augen über die Felder laufen und sieht die Problematik. Zu tausenden fallen die Gänse ein und fressen alles weg, sodaß die Pflanzen gar keine Chance haben zu wachsen.

Seit Jahren appellieren wir an die Politik und zeigen ihnen welche Gefahr dahinter steckt, die Gefahr, daß wir als Landwirte vor dem aus stehen.
»Es muß was getan werden, uns zwar JETZT«,
mahnt Oke Martinen. Wie sich die Maissorten von MAS Seeds jetzt entwickeln und welche sich besonders gut durchsetzten kann im Inselklima, das wird Hans-Wilhelm Thomas über das Jahr dokumentieren und auswerten. 
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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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