Eine Ehrung bei Wind und Wetter – Volker Tribukait hält der DLRG-Einsatzstelle Norddorf seit 25 Jahre die Treue …


Volker Tribukait (l.)freut sich über die Ehrung …

Es ist ein stürmischer Tag. Der Wind weht Haare und Kapuzen in die Gesichter der kleinen Gruppe, die sich am Strandübergang in Norddorf versammelt hat. Die stellvertretende Bürgermeisterin Sybille Franz scherzt, ob sie wohl alle noch ihre Schuhe ausziehen sollten, bevor sie gleich auf leisen Sohlen Volker Tribukait überraschen, um ihm zu seinem 25-jährigen Dienstjubiläum zu gratulieren.

Dann ist es so weit. Der DLRG-Kollege Frank Voßmerbäumer macht verdeckt, wie bei einem Undercover-Einsatz, eine kurze Durchsage in sein Funkgerät. Die Anderen unten im DLRG-Wachturm wissen Bescheid. Es kann los gehen.
Ausgerüstet mit Geschenken und einer Urkunde setzt sich die kleine Gruppe in Bewegung. Dann der große Moment am Wachturm:
Volker Tribukait betritt zur Ehrung den Strand, wo anerkennende Gesichter und gratulierende Hände auf ihn warten. Sogar Klaus Holger Hecken, der DLRG-Einsatzleiter für Schleswig-Holstein, hat es sich nicht nehmen lassen, für die Ehrung extra anzureisen. Seine kurze Rede, die Volker humorvoll mit kleinen Interna ehrt, zeigt deutlich, dass dem Einsatzleiter die Ehrung auch ein persönliches Anliegen ist.
Die stellvertretende Bürgermeisterin Sibylle Franz überreicht zur „Silberhochzeit“, wie sie sagt, einen Silver Gin, „vielleicht wollen Sie ja heute Abend mit den Kollegen ein bisschen feiern.“ Dann lobt sie: „Was wäre der Strand und die Badesaison ohne die rettenden Hände der DLRG-Einsatzkräfte.“ Gerne soll Volker Tribukait auch noch sein 50-jähriges Jubiläum auf Amrum feiern und in den kommenden Jahren weiter seine schützenden Hände über die Badegäste halten. Nun hält Volker würdig seine Urkunde und einen windstabilen Schirm in den Händen, den ihm der Amrumer Tourismus Vorstand, Frank Timpe, überreicht. Es ist eine Anerkennung der Insel. Die DLRG-Einsatzkräfte sind hier willkommen, werden geehrt und sollen auch bei Wind und Wetter geschützt sein.
v.l.n.r. Klaus Holger Hecken, der DLRG-Einsatzleiter für Schleswig-Holstein, Sybille Franz stellvertretende Bürgermeisterin Norddorf, Volker Tribukait Rettungsschwimmer, Frank Timpe Vorstand der Amrum Touristik

Volker Tribukait lässt die Stunde der Ehrung nicht verstreichen, ohne die vielen dankenden Worte an die Gemeinde Norddorf zurück zu geben. „In den vergangenen Jahren hat sich die Unterkunft sehr verbessert.“ Lobend erwähnt er auch die Nähe der Unterkunft zur Einsatzstelle und das offene Ohr der Gemeinde. Alles Gründe, warum Rettungsschwimmer Volker Tribukait jedes Jahr gerne wieder kommt.

Beim Abschiedsessen, seines diesjährigen Aufenthalts, im Restaurant „De Strunluuker“  verrät er noch. „Es ist die Insel, wegen der ich immer wieder komme.“ Der Sonnenaufgang hinter den Dünen, das kalte Wasser, die Unterkunft und natürlich die Kollegen, das alles hat es ihm angetan und lässt ihn die Treue zu seinem Ehrenamt halten. „Das warme Wasser im Süden,“ sagt er scherzhaft, „das ist doch nichts!“ Volker liebt eben die frische Inselluft, um hin und wieder den Kopf frei zu bekommen.
Mit den Badegästen, denen im kalten Wasser etwas zustoßen könnte, kennt er sich aus, „da habe ich sofort ein wachsames Auge.“ Dabei ist ihm wichtig, dass der Gast sich nicht beobachtet fühlt und dennoch im Ernstfall sofort jemand da ist. „Es kommt auf jede Minute an. Wir sind das erste Glied in der Rettungskette. Der Notarzt ist in fünf bis zehn Minuten da“, erklärt er. Aber davor halten die Ehrenamtlichen der DLRG die Stellung und übernehmen die Erstversorgung.
Ein Badegast mit Schwächeanfall konnte in dieser Saison gerettet werden. „Ich hatte ihn schon beobachtet, als er ins Wasser gegangen ist“, sagt Volker. „Man kann natürlich nicht alles verhindern. Aber wir geben unser Bestes, immer!“
Nach so vielen Jahren Einsatz strahlt das Dankeschön an diesen Mann, der in seinem Alltag in Bad Ems Klienten als Rechtsanwalt vertritt, über so manche Ungerechtigkeit der Zeit hinweg. „Die meisten Fälle sind Groß gegen Klein“, wobei Volker an der Seite der Kleinen kämpft. Inspiriert und beeindruckt bleibt nur zu hoffen, dass Rettungsschwimmer Volker Tribukait weitere 25 Jahre auf Amrum zu sehen ist, am Liebsten natürlich am Strand in seiner roten DLRG-Dienstkleidung.
Anna Kienitz für Amrum-News
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