Großzügige Spenden für den Förderverein …


Scheckübergabe durch Birte und Sarah Meewes an den Vorstand des Fördervereins
Von links:
Uwe Wormsbächer, Sarah Meewes, Chris Johannsen, Birte Meewes, Laura Totzauer, Nicole Hesse, Dr. Peter Totzauer

Rund um die Weihnachtszeit hat es mehrere großzügige Spenden für den „Förderverein zur Unterstützung der Altenpflege auf Amrum“ gegeben.

Neben diversen Spendenaktionen nach Trauerfällen hat der Amrumer Bierverlag dem Förderverein 1000,00 € zukommen lassen, der Hof Martinen hat den Erlös einer Tombola anlässlich des Winterfestes in Höhe von 460,00 € gespendet und vom Nebeler Sparclub „Zum letzten Pfennig“ sind 1661,97 € beim Förderverein eingegangen. Im Namen aller älterer Mitbürger*innen der Insel Amrum möchte der Vorstand des Fördervereins an dieser Stelle allen Unterstützern ein herzliches Dankeschön aussprechen.

Zum Ende des Jahres hat sich der „Sparclub zum letzten Pfennig“ aus Nebel nach 47 Jahren aufgelöst. 1975 hatte sich der Club gegründet, zuletzt haben 84 Mitglieder jede Woche mindestens je 3 € in den Sparschrank, der jahrzehntelang im Kassenbereich des Kaufhaus Bendixen in Nebel hing, gesteckt. Jedes Jahr wurde dann am Freitag vor dem 1. Advent bei einem gemütlichen Essen im Hotel-Restaurant Friedrichs eine Auszahlung an die Mitglieder vorgenommen und ein neuer Vorstand benannt. Dieses Jahr war es nun so, dass sich leider keine Nachfolger für die Organisations- und Vorstandsarbeiten gefunden haben. Die bis dato agierenden Vorstandsmitglieder (Birte Meewes, Nicole Ingwersen, Sarah Meewes, Kinka Tadsen, Hanka Friedrichs),  standen aus unterschiedlichen und nachvollziehbaren Gründen für die Ämter nicht mehr zu Verfügung, so dass sich der Club auflösen musste. Die Mitglieder hatten die Wahl sich den Überschuss der ersparten Gelder auszahlen zu lassen, oder aber das Geld einem wohltätigen Zweck auf der Insel Amrum zukommen zu lassen. Der überwiegende Teil der Clubmitglieder hat sich entschlossen das Geld zu spenden, so dass kurz vor Weihnachten Birte und Sarah Meewes dem Förderverein den Scheck überreichen konnten.

Noch gibt es einige Sparkästchen auf Amrum

Sparvereine, auch Sparclubs genannt, sind in Deutschland seit Mitte des 19. Jahrhunderts ein Teil der Vereinskultur, wobei neben dem Sinn eines „Mikrofinanzinstituts“ zum Zweck eines gemeinsamen Sparens sicher auch die gemeinsame Geselligkeit eine große Rolle spielt. Die Einrichtung von Sparschränken ermöglichte die Einzahlung von Spareinlagen auch ohne die Anwesenheit eines Kassierers. In vielen Gaststätten und Läden wurden diese Sparkästchen aufgehängt, so konnten z. B. dort die Kunden das herausgegebene Wechselgeld in ihr Fach einzahlen. Zumeist haben Banken und Sparkassen den Vereinen einen Sparschrank mit Aufdruck des jeweiligen Instituts zu Werbezwecken kostenlos zur Verfügung gestellt. Mit der Veränderung des Kaufverhaltens hin zu bargeldlosem Bezahlen hat dann jedoch dieses Sparmodell zunehmend an Bedeutung verloren.

Es ist schade, dass dieser 47-Jahre alte Traditions-Club nun nicht mehr existiert. Der Hauptgrund hierfür ist die Tatsache, dass sich in unserem Kulturkreis immer weniger Mitmenschen bereit erklären eine ehrenamtliche Tätigkeit zu übernehmen. Ein Los, mit dem auch viele andere Vereine und Organisationen zu kämpfen haben. Ein ähnliches Schicksal ist auch dem Norddorfer Sparclub „Muschelsucher“ widerfahren, der sich Ende 2018 nach 18 Jahren Existenz aufgelöst hat (Amrum News berichtete). Einige andere Sparvereine existieren jedoch weiterhin auf Amrum und noch hängen Sparkästchen in verschiedenen Lokalen. Es bleibt abzuwarten wie lange uns diese Vereinswelt noch erhalten bleibt.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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