L215 – Amrumer Schlaglöcher nehmen rasant zu …!


Tempo 50 – Straßenschäden!

Amrum News berichtete am 12. Januar 2024 vom katastrophalen Zustand der Amrumer Straßen. Auf der Landesstraße 215, reiht sich streckenweise ein Schlagloch nach dem anderen und die Löcher werden immer größer und tiefer. Die L 215 ist die Hauptverkehrsstraße der Insel und führt vom Fähranleger Wittdün über Nebel bis zum Ortskern von Norddorf.

Nach Aussage des Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr Schleswig-Holstein (LBV.SH) gibt es in Schleswig-Holstein so viele Schlaglöcher wie selten zuvor.

Schlagloch zwischen Nebel und Süddorf …

Die 450 Mitarbeiter des LBV sind täglich damit beschäftigt die gefährlichsten Stellen ausfindig zu machen und auszubessern, dass geschieht wegen der aktuellen Witterung vorerst nur mit Kaltasphalt. Das ist ein Provisorium und kann erst bei entsprechender Wetterlage beseitigt werden, indem dann mit Heißasphalt gearbeitet werden kann.

Das viele Straßen in unserem Land in einem desolaten Zustand sind, liegt dem LBV zufolge an der jahrelangen Unterfinanzierung und einen langen Sanierungsstau.

Schlagloch am Sportplatz Nebel …

Die Gemeinden der Insel sind für den Zustand der Straße nicht verantwortlich, da ist der LBV.SH zuständig, hier die Straßenmeisterei Bredstedt. Diese hat keine Mitarbeiter auf Amrum, wohl aber auf Föhr. Da dringend Abhilfe geboten war, mussten diese extra mit der Fähre von Föhr nach Amrum übersetzen um die „massivsten“ Schäden auszubessern. Hin und wieder sah man den orangefarbenen Wagen der Straßenmeisterei an den Amrumer Schlaglöchern. Die Arbeiter von der Insel Föhr waren nach Amrum gekommen um die gröbsten Schäden mit Kaltgutgemisch zu minimieren. Wahrscheinlich waren die Löcher doch größer als zunächst vermutet, so dass den Arbeitern das „Ausbesserungsmaterial“ schnell ausging und zudem hängt einem ja auch immer die Abfahrtzeit der Fähre im Nacken – Ankunft der Fähre in Wittdün gegen 9.15 Uhr und Abfahrt zurück nach Föhr um 12.05 Uhr (oder um 17.25 Uhr?) –. So waren die Föhrer Straßenmeistereiarbeiter immer nur kurzweilig aber auch mehrmals auf Amrum um die vielen Löcher notdürftig zu befüllen.

Schlaglöcher bei Norddorf …

Viel hat das aber bisher nicht gebracht, zum Teil ist der eingefüllte Kaltmischasphalt wieder ausgebrochen und es sind immer noch viele, viele Löcher auf der L 215 vorhanden. Auch gibt es zahlreiche tiefe Abbruchkanten am Fahrbahnrand. Täglich nehmen diese Schäden zu!

„Das Unterhaltungspersonal des LBV.SH kontrolliert die Streckenabschnitte regelmäßig und beseitigt die verkehrsgefährdenden Schäden. Auf Grund der Witterung erfolgen die ersten Ausbesserungen mit Kaltmischgut. Wenn es die Witterung zulässt, werden die Schlaglöcher mit Heißmischgut verfüllt“, ergab kürzlich eine Nachfrage bei der Pressestelle des LBV.SH in Kiel.

Schlaglöcher bei Norddorf mit Wasser gefüllt …

Eine Sanierung der L 215 ist nach dem “Erhaltungsprogramm Landesstraßen 2023” des LBV.SH bis einschließlich 2027 nicht vorgesehen. Die Politik ist hier gefragt, es muss doch eine Möglichkeit geben die Sanierung der für Amrum wichtigen L 215 schnellstmöglich durchzuführen. Vier Jahre und länger kann die Sanierung nicht auf sich warten lassen.

Die Schlaglöcher auf der L 215 vermehren sich rasant und werden immer tiefer, bei Tageslicht kann man den Löchern meistens ausweichen doch in der Dunkelheit ist dieses kaum möglich und da scheppert es dann schon mal ganz gewaltig. Auch darf man nicht zu nah an den Fahrbahnrand kommen, dort sind Abbrüche mit tiefen Absätzen.

Umfahren der Schlaglöcher nicht mehr möglich …

Vom Fähranleger in Wittdün kommend ist die erste Kurve der Inselstraße an vielen Stellen aufgebrochen. Im Verlauf der Inselstraße/Waasterstigh, hier vom Abschnitt L 215 Uasterstigh/Inselstraße/Waasterstigh/Tanenwai geht es über eine von zahlreichen Schlaglöchern geprägten Straße bis hin in Höhe der Bushaltestelle an der Mühle in Nebel. Von dort bis kurz vor Norddorf ist die L 215 in einem guten Zustand, aber im Bereich Lunstruat/Nei Stich/Tanenwai (Onkel Toms Hütte) ist auf einer Strecke von ca. 40 Metern die Straße von unzähligen Schlaglöchern übersät – ein Ausweichen ist dort nicht möglich.

Die Geschwindigkeit wurde inzwischen an vielen Stellen auf 50 km/h herabgesetzt.

Diese Maßnahmen sind nur Notlösungen und es muss schnell etwas getan werden, d.h. die Straßen müssen wieder befahrbar sein und das ohne Schlaglöcher!

Sollte es zu einen Schaden durch die Schlaglöcher am Fahrzeug kommen, so ist der Fahrzeughalter in der Beweispflicht und das dabei etwas herauskommt ist eher unwahrscheinlich.

Um Schäden am Fahrzeug zu verhindern oder zumindest zu reduzieren sollte zuerst einmal die Geschwindigkeit der Straßenlage angepasst werden (Verkehrszeichen beachten!) und zum vorausfahrenden Fahrzeug einen genügenden Abstand halten. Den Blick stets auf die Fahrbahn richten und wenn möglich den Schlaglöchern ausweichen. Unnötige Lenk- und Bremsmanöver sollten möglichst vermieden werden.

Durch die Schlaglöcher können Achsen, Felgen, Lenkung, Radaufhängung, Reifen oder Stoßdämpfer Schaden nehmen. Aber auch die Elektronik, Getriebe, Karosserie, Kühlsystem, Lack oder Ölwanne können beschädigt werden.

Kalt- oder Heißmischgut?

Der wichtigste Unterschied zwischen Kalt- und Heißasphalt ist die Verarbeitungstemperatur. Heißmischgut muss zur Verarbeitung mindestens eine Temperatur von 60° Celsius haben.

Auf dem Wege vom Asphaltwerk bis hin zum Einsatzort darf das Mischgut nicht abkühlen, daher muss eine aufwendige Transportkette aufgebaut werden. Für kleinere Ausbesserungsarbeiten ist das Heißmischgut wirtschaftlich nicht geeignet.

Kaltmischgut kann auch in kaltem Zustand verbaut werden und ist im Gegensatz zum Heißmischgut lagerungsfähig. Das Kaltmischgut beginnt erst in Kontakt mit der Umgebungsluft auszuhärten. Für kleinere Reparaturen ist der Kaltmischgut der ideale Baustoff.

Heißmischgut hat gegenüber dem Kaltmischgut eine wesentlich längere Haltbarkeit, aber auch nur wenn das Material ordnungsgemäß eingebracht wird.

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Über Gerd Arnold

Gerd Arnold, 1957 in Nebel auf Amrum geboren. Ein „echter“ Amrumer mit der friesischen Sprache (öömrang) aufgewachsen. Bis 1972 die Schule in Nebel besucht, danach Elektroinstallateur in Wittdün gelernt. 1976/77 in Wuppertal den Realschulabschluss nachgeholt. Ab Oktober 1977 als Berufssoldat bei der Bundesluftwaffe und seit November 2010 Pensionär. Nach vielen Jahren der verzweifelten Suche nach passenden „bezahlbaren“ Wohnraum auf Amrum endlich fündig geworden, seit Februar 2022 wieder ständig auf Amrum. 2019 ins Team der Amrum News integriert, aber das soll neben dem Angeln nicht die einzige Aktivität auf der Insel bleiben.

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