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Wieder leichte Zuwächse…(to)

Die Geburtenrate der Kegelrobben, die sich im letzten Jahr halbiert hatte, erreicht damit aber noch nicht wieder den Stand von 2007. (Artikel vom 26.02.2009)

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Zum Abschluss der Kegelrobben-Wurfsaison zieht der Leiter des Naturzentrums des Öömrang Ferian Armin Jeß Bilanz und kann anhand seiner detailliert geführten Aufzeichnungen von einer leichten Erholung bei der Geburtenrate berichten. Man habe mit den 15-20 Würfen zwar eine Erholung erlebt (2008 nur 12 Tiere), aber die Zahlen des Winters 2006-2007 mit ca. 25 Tieren wurden nicht wieder erreicht. Trotz alledem hat Helgolands Düne auch in diesem Winter Zuwächse bei den Geburten dieser bis zu 2,30 Meter langen und 300 Kilogramm schweren Raubtiere verzeichnet und läuft damit erneut Amrum den Rang der „Kegelrobben-Kinderstube Nummer eins“ ab. Im letzten Jahr wurde bereits vermutet, dass die Robben vermutlich deshalb abwandern, weil der „Jungnamensand“ – eine westlich der Insel gelegenen Sandbank – immer öfter auch bei mittleren Hochwässern überflutet wird. Günstiger als in der letztjährigen Wintersaison fiel die geringere Anzahl der Stürme aus, so der Leiter.

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Die Zeit, in der der Nachwuchs zur Welt kommt, reicht von Ende November bis in den Januar hinein, ein Nachzügler hat sich aber auch schon mal Ende Februar gezeigt, weiß Armin Jeß. Unser erster registrierter Zuwachs wurde während einer Kontrollfahrt mit der MS „Eilun“ in Höhe des Norddorfer Strandübergangs gesichtet. Die ansonsten an Bord der „Westerheide“ durchgeführten Kontroll- und Zählfahrten am „Jungnamensand“ vorbei, werden seit der Außerdienststellung des Behördenfahrzeugs nun mit dem Ausflugsschiff durchgeführt. Die Ungenauigkeit bei den Zahlen liegt darin begründet, dass sich rund ein Drittel der Tiere immer im Wasser befindet. Seit vergangenem Jahr zeichnet Armin Jeß die Robbenkinder mit grünen Flossenmarken aus, sodass auch in Zukunft ihre Wege in der Nordsee nachvollzogen werden können. Ende Januar waren auf dem Kniepsand in Norddorf drei Mutter-Kind-Gruppen zu beobachten. In der Kegelrobbenzeit wirbt das Naturzentrum für eine besondere Rücksichtnahme zum Schutz der Tiere. Hierzu gehört das Anleinen von Hunden genauso wie die Einhaltung eines gebührenden Abstandes dazu.

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Jeß, der neben der Leitung des Norddorfer Naturzentrums auch gleichzeitig einer von Amrums Seehundsjägern ist und damit auch für kranke und hoffnungslose Fälle von Seehunden und Kegelrobben auf dem Kniepsand zuständig ist, musste leider auch drei Totfunde dokumentieren. Die Tatsache, dass die gerade frisch geborenen Robben spätestens zur nächsten Flut, also wenige Stunden nach der Geburt gleich schwimmen müssen, ist schon eine harte Anforderung der Natur an die kleinen felligen Jungtiere. Die Bezeichnung des „Seehundjägers“ ist in dem Sinne auch nicht gerade zutreffend. Mit seinen Kollegen Kai Dethlefsen und Kai Michael Prellwitz-Paulsen tauscht sich Armin Jeß regelmäßig aus, sodass eine freundschaftliche Zusammenarbeit entstanden ist. Das Team wurde erst jüngst von einem Produktionsteam des NDR bei seiner Arbeit begleitet. Diese hat am wenigsten mit dem Titel des Seehundjägers zu tun. Vielmehr werden die Populationen beobachtet, die Tiere registriert, Kranke vor zu neugierigen Strandbesuchern geschützt und im schlimmsten Falle von ihrem Leiden erlöst. Redakteurin Verena Küstner vom Funkhaus Kiel war auch bei einem der regelmäßigen Treffen der Seehundjäger zwecks Erfahrungs- als auch Gedankenaustausch am Stammtisch dabei. Zu sehen wird dieser Beitrag am 03. März um 18.15 Uhr im Dritten (NDR) sein.

Verantwortlich für diesen Artikel: Thomas Oelers

 

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Über Peter Lückel

Peter Lückel wurde 1961 in Duisburg geboren und ist in Mülheim an der Ruhr und Essen-Kettwig aufgewachsen. Seine Affinität zum Wasser hat ihn schon immer an das Meer gezogen. 1983 konnte er dem Sog nicht mehr widerstehen und ist sozusagen nach Amrum ausgewandert. Heute arbeitet er als freier Grafiker auf der Insel, ist verheiratet und hat 2 Kinder. Im Jahr 2000 hat er Amrum-News mit gegründet und ist dort Chefredakteur.
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