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Die Infrastrukturentwicklung muss trotz leerer Kassen angeschoben und durch gezielte Projekte vorangebracht werden…

Mit dem noch im Januar beginnenden Abriss der „Nordseehalle“ in der Mittelstraße in Wittdün reduziert sich die Infrastruktur in Wittdün um eine weitere Einrichtung und setzt die Gemeindevertretung Wittdüns unter einen gewissen Zugzwang. Verliert doch die Gemeinde ersatzlos ihren Veranstaltungssaal und die Bleibe der Ausstellungsräume der Schutzstation Wattenmeer. Zwischenzeitlich hatte die Halle den Amrumer Schulkindern als Ersatzsporthalle gedient, um in den Wintermonaten die sich hinziehende Bauphase der neuen Sporthalle an der Öömrang Skuul zu überbrücken. Bereits in den zurückliegenden Jahren hatte der Veranstaltungsort „Nordseehalle“ sukzessive Anteile an die moderneren und ansprechenden Säle auf Amrum verloren. Ein Umstand, der auf verschiedenen Sitzungen des Gemeindegremiums von den Vermietern in Wittdün bedauert und kritisiert wurde.

Abgängig.. die Nordseehalle

Abgängig.. die Nordseehalle

Nachdem bereits im vergangenen Jahr das baufällige Gebäude der alten Kurverwaltung abgerissen wurde und nun die „Nordseehalle“ diesem Schicksal folgt, wird auf dem Gemeindegrundstück ein genossenschaftliches Wohnbauprojekt umgesetzt. Im Dezember wurde hierfür zwischen der Gemeinde Wittdün und der Genossenschaft „Üüs aran“ ein Kooperationsvertrag für 99 Jahre geschlossen. In diesem Vertrag besteht die große Hoffnung der Gemeindevertretung, dass die Gemeinde Wittdün trotz seiner Abhängigkeit als Bedarfszuweisungsempfänger, Gelder für die Kofinanzierung von wichtigen Infrastrukturen generieren kann. Nebeneffekt dabei sei, dass das Grundstück nicht aus der Hand gegeben wird und ein ansonsten zu erzielender Verkaufserlös wahrscheinlich komplett in der Schuldentilgung verschwinden würde.

Karsten Albertsen - neuer Vorsitzender des Tourismusausschusses

Karsten Albertsen – neuer Vorsitzender des Tourismusausschusses

Für den neuen Vorsitzenden des Tourismusausschusses Karsten Albertsen (Bürgerblock Wittdün), er hatte im Herbst letzten Jahres den Vorsitz von Silke Wulfert (SPD) übernommen, steht es an erster Stelle, die in Wittdün anstehenden Projekte zur Infrastrukturentwicklung zu unterstützen und mit entsprechendem Engagement voran zu bringen. Hierzu gehöre auch die Umsetzung des Projektes Strandservicegebäude. Ob in dem bisher geplanten Umfang und mit welcher Funktion das Gebäude am Südstrand realisiert werden soll, war nach der Kommunalwahl von den gewählten Kommunalpolitikern neu zur Diskussion gestellt worden. Neben einem rund 80 Personen fasssenden Veranstaltungssaal sollte auch die Strandversorgung und ein Ausstellungsbereich der Schutzstation Wattenmeer untergebracht werden. Aber auch die Nutzung des sogenannten Filetgrundstückes am Fähranleger wurde in den Fokus der Überlegungen gerückt. Schon seit mehreren Legislaturperioden wird das in die Jahre gekommene Strandservicegebäude mit Bordmitteln kaschiert. Der Standort wurde bereits vor acht Jahren in das Konzept und die Planungen zur Verbesserung der gesamtinsularen Infrastruktur aufgenommen. Wie Bürgermeister Jürgen Jungclaus erklärte, sei der Gemeindevertretung die Dringlichkeit der Infrastrukturentwicklung bewusst.

Marodes Gebäude in bester Lage...

Marodes Gebäude in bester Lage…

In bester Strandlage und förmlich am Schaufenster zum Weltnaturerbe Wattenmeer gelegen wäre es ein großer Schritt für die Infrastruktur im Ort. „Wir müssen auf Basis der bestehenden Planung das Projekt mit den Förderrichtlinien der neuen Periode der AktivRegion Uthlande abgleichen und schnellstmöglich entsprechende Förderanträge auf den Weg bringen“, verdeutlichte Jungclaus.

Zum Herbst hatte die bisherige Betreiberin des Strandkiosks ihren auslaufenden Vertrag nicht verlängert und ihr dreijähriges Engagement beendet. Der immer nur für ein Jahr verlängerte Pachtvertrag des 30 qm großen Verkaufsraum ließ für eine engagierte Investition in den Standort seitens des Pächters kaum unternehmerischen Spielraum. Aber auch der nicht vorhandene Platz für wetterunabhängige Sitzgelegenheiten gestaltete die Personalplanungen als auch die Umsatzmöglichkeiten trotz der Traumlage überaus schwierig. Zudem wird die sogenannte Badebucht vor der Promenade durch eine fortschreitende Versandung, die nur für Kleinkinder noch zum Baden auskömmliche Wassertiefen zulässt, ihrem Namen selbst bei Flut kaum gerecht. Ein Umstand, der die Badegäste vielfach zum Kniep abwandern ließ.

Um entsprechend Finanzmittel für die vielfältigen Aufgaben freizubekommen, sei es unter anderem unabdingbar, die hohe Belastung durch die Betriebskosten des Amrum Badeland zu senken. Die Ausgaben, die im Wirtschaftsbetrieb der Amrum Touristik Wittdün verbucht werden müssen, hemmen die gesamte Gemeinde. Um kostengünstigere Alternativen zu der bisherigen Energieversorgung mit Strom und Gas einzusetzen, wolle man sich technischen Rat bei Fachleuten einholen. Hierdurch verspreche man sich zudem Energieeinsparpotenziale.

Im Komplex „Amrum Badeland“ und ehemaliges Thalassozentrum wird bereits ein vielschichtiges Angebot an SPA-, Freizeit- und Sportangeboten für Gäste und Insulaner angeboten. Weitere Angebote sollen nach dem Wegfall der Nordseehalle dort angesiedelt werden und somit kurzfristig die touristische Infrastruktur in Wittdün stärken. In den Sommermonaten haben sich zudem Open-Air-Angebote am Strandservicegebäude und dem Amrum Badeland als erfolgreich erwiesen.

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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