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Im Trockendock – „Adler-Express“ fällt voraussichtlich für 14 Tage aus …

Nachdem das Ausflugsschiff „Adler-Express“ der Adler-Schiffe Reederei am vergangenen Samstagvormittag auf der Fahrt von der Hallig Langeneß nach Wittdün auf Amrum auf eine Sandbank des Schweinsrückens aufgefahren ist (wir berichteten), musste sich der Havarist einer genauen Untersuchung unterziehen. Da die Husumer Schiffswerft bis gestern das aus Aluminium gefertigte Schnellschiff nicht in das Trockendock aufnehmen konnte, waren nur Voruntersuchungen durch die Werftmitarbeiter und die Experten des Germanischen Lloyd und der Berufsgenossenschaft für Transport und Verkehrswirtschaft (BG Verkehr) im Schiffsrumpf möglich. Danach ging die Reederei noch von einer Reparatur in dieser Woche und einer Schadenssumme von 20 bis 25.0000 Euro aus. „Die Wartezeit in Husum hat nicht gerade für uns gespielt“, stellt Juliane Peter von der Reederei Adler-Schiffe bedauernd fest. Derweil haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter alle Hände voll zu tun, um den Schiffsausfall so gut wie möglich zu kompensieren.

Man kann die Belastung auf den Rumpf schon erahnen...

Man kann die Belastung auf den Rumpf schon erahnen…

Nachdem nun das am Wochenende gestrandete 42 Meter lange Ausflugsschiff gestern Nachmittag trocken gelegt und der Schaden von den Schiffsbauexperten in Augenschein genommen werden konnte, wurde die Reparatur mit mindestens 50 000 Euro veranschlagt. Im Bereich der Schadensstelle sind einige Spanten, die den Aluminiumrumpf verstärken, verbogen, und müssen ausgewechselt werden. „Der beschädigte Bereich ist sehr aufwendig gebaut und dementsprechend umfangreich ist die Reparatur am Schiffsrumpf“, erklärt Juliane Peter. Das Schiff wurde 1993 auf der schwedischen Werft Marinteknik Verkstads AB in Öregrund für Adler-Schiffe gebaut.

Trocken gelegt...

Trocken gelegt…

Sven Paulsen, Chef der Adler-Reederei ist gestern in Husum vor Ort, um sich einen Eindruck von dem Schaden zu verschaffen. Eine rund 63 m³ große Delle zeigt, welche Belastung auf den Schiffsrumpf gewirkt haben muss, als das Schiff nur mittschiffs auf der Sandbank aufgelegen hat. „Wir konnten deutliche Knackgeräusche vom Schiffsrumpf hören, als das Schiff nach hinten in das selbst ausgespülte Loch abkippte“, berichtete ein Fahrgast nach der Havarie auf der Sandbank. Was allerdings noch schwerer als die 50 000 Euro Reparaturkosten wiegen dürfte, ist der voraussichtliche Ausfall bis zum 29 Juli. Unzählige Veranstaltungen und Fahrten müssen abgesagt oder umdisponiert werden. Und das mitten in der Hauptsaison, wo viele Gäste über Hörnum und Nordstrand Amrum und Hooge besuchen wollen. „Wir haben keine freie Schiffskapazität, die wir zusätzlich in unseren Notfahrplan einbinden könnten“, bedauert Juliane Peter. So wird zum Beispiel auch die Verbindung zwischen Amrum und Föhr, die durch die Adler IV ansonsten bedient wird, bis zum 29. Juli ausfallen müssen. Info unter http://www.adler-schiffe.de/nc/fahrplaene/sondermeldungen.html

Beachtliche Beule...

Beachtliche Beule…

„Wenn die Reparatur schneller abgeschlossen werden kann, wird die „Adler-Express“ nach der nötigen Abnahme durch die Behörden natürlich auch früher wieder in den Liniendienst eingesetzt“, versichert die Pressesprecherin. Allerdings ist das derzeit pure Hoffnung und es muss abgewartet werden, wie gut die Schiffsbauexperten mit ihren Reparaturarbeiten vorankommen.

 

Bild 1: Henning v.d. Weppen

Bild 2+3: Adler Reederei

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Über Thomas Oelers

Thomas Oelers wurde 1966 in Wittdün auf Amrum geboren - ein echtes Inselkind. Nach seiner Schul- und Ausbildungszeit entschied er sich auf der Insel zu bleiben. Heute arbeitet der Vater von 2 Kindern in einem Wittdüner Betrieb als Zentralheizungs- und Lüftungsbaumeister. Seit 2003 recherchiert und fotografiert er als freier Journalist akribisch im Amrum-News Team.
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