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Da waren wir platt – “die Tüdelband” spielte in der Maus

Eine frische Brise Landluft zog durch die Gaststätte „Blaue Maus“, als die junge Hamburger Platt-Pop-Band „Die Tüdelband“ an zwei Abenden dort aufspielte.
Seit geraumer Zeit auf Tour, fühlte sich die Band „wie zu Hause“ – denn die sympathischen Nordlichter kannten die Maus-Bretter, die die Welt bedeuten, von vergangenen Auftritten. Nur Konzertveranstalter und Gastwirt „Janni Maus“ war sich nicht mehr sicher, ob es sich wirklich um die engagierte „Tüdelband“ handelte, hatte Frontfrau Miriam Buthmann doch ihre Rasterlocken auf dem Festland gelassen. Dafür standen dem Drummer in gewohnter Weise die Haare zu Berge.

tuedelbandFrontfrau „Mire“ sagte: „Moin“ und meinte, dass die Band noch immer so viel Spaß wie beim ersten Auftritt hat. Sie bot den Konzertbesuchern Übersetzungshilfe für die überhaupt nicht platten, plattdeutschen Songs an. Übrigens, den Spaß nahm man der Band vom ersten Ton an ab, wobei das Energiebündel „Mire“, um ihre nicht weniger sympathischen Jungs, als quirlige Plattsongwriterin und Sängerin brillierte. Die Songs voller Sprachwitz, Poesie und zum Mitsingen bestens geeignet, wozu das Publikum auch sehr bald aufgefordert wurde – dies auch gerne annahm – denn schließlich sind, oder waren wir, alle „Sommerkinner, so as du un ik …“ (Sommerkinder).

Schade nur, dass Uwe auf Jungs steht und deshalb Sängerin Miriam „Mire“ nur träumen kann: „Sien Moors wöör ik ok geern mol knöstern oder glieks ganz un gor utklöstern (Seinen Hintern würde ich auch gern mal durchkneten oder gleich ganz und gar auspacken). Aber dafür nimmt – zu hören in der wunderschönen Ballade „Hilde“ – Thorsten sich ein Herz, um nach Jahren endlich „ sin Droomfru“ anzuschnacken: „Hilde, meenst du nich, wi geven echt`n super Drommpoor af?“
Mitleid hat man mit de Mullwurp (Maulwurf), der vom Platzwart des Fussballplatzes jeden Tag „plattpett wurd“. Kleiner Trost: dafür „drinkt wi noch een, twee, dree, veer Kööm“.

Die Band setzt Erscheinungen wie Facebook musikalisch um, betritt „Nieland“, hat aber auch keine Hemmungen, es … „op lesbisch oder hetero …“ in New York, Paris oder vielleicht dann doch lieber in Pinneberg zu probieren. Wie vielschichtig die Band ist beweist sie mit dem „Schietwedder-Blues.“ Musik und Text sind Eigenkreationen. Die Tüdelband sind: Mire Buthmann, Malte Müller, Micha Hetmann und Lars Knoblauch. www.dietuedelband.de

Der Bandname ist Programm und so durfte auch der ins Platt übersetze Dauerbrenner „Auf der Reeperbahn“ – pardon „Op de Reeperbahn“ nicht fehlen.
Der eigenartige Zauber der Band rührt vielleicht daher, dass eine vermeintliche „altbackene Mundart“ von jungen Musikern in junger Sprache umgesetzt wird. Wie dem auch sein: „Stieg in, kumm mit op die grote Fohrt“. Das machen wir gerne, denn „Die Tüdelband“ kommt wieder und wir auch.

Kai Quedens

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Über Kai Quedens

Kai Quedens, Maler und Grafiker, der gerne auch ein bisschen textet. Geboren 1965, eine Frau, drei Kinder.
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