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Ringreitturniersaison 2016 eröffnet…

 

Wegen der heftigen Regenfälle am Sonnabend starteten die Kinder und Jugendlichen erst am Sonntagnachmittag auf dem frisch gemähten Turnierplatz in Süddorf in das traditionell erste Ringreitturnier des Jahres.

Ich war sehr gespannt, was mich erwartet, hatte ich doch noch nie an einem Ringreitturnier teilgenommen und von Reitsport keine Ahnung…

Bei bestem Inselwetter saß ein gut gelauntes Publikum an Tischen und Bänken mit Kaffee und Kuchen oder leckeren Grillwürstchen und verfolgte fachkundig das Geschehen unter den vier Pfosten, genannt Gallys oder Galgen, zwischen denen die kleinen Metallringe an gespannten Seilen hingen, die es im schnellen Ritt aufzupicken galt.

Treffer...

Treffer…

Alle waren mit viel Spaß dabei, und ich – als Pferdelaie, die vermutlich nicht mal auf zwei Beinen laufend einen reifen Apfel vom Baum bekäme – staunte nicht schlecht über die gezeigten Reitkünste der sechs jungen Teilnehmerinnen, die ohne das Stechen der Ringe vorher zu üben in die Turniersaison starten.

Jasmin Dirks, die Jugendwartin des Amrumer Reitvereins erklärte mir, dass man wegen der geringen Teilnehmerzahl nur in zwei getrennten Altersgruppen antreten könne, aber Kyra schon mit Jugendlanze steche und alle anderen noch mit dem Pin (einem kurzen Stecher) und dass ein im Trab gestochener Ring nur halb so viel zähle wie ein im Galopp gestochener und man pro Durchgang maximal 40 Ringe stechen könne. Aha!

„Gut, Luise!“ – „Schneller, Helge! „ – „Super!“, rief es von den Bänken im letzten Durchgang nach der Reitpause. Ich war leicht verwirrt – Waren das nicht alles Mädchen, die da ritten? Feuert man beim Ringreiten die Pferde an – so wie auf der Galopprennbahn? – und suchte Rat bei meinen amüsierten Banknachbarn: Einige der jungen Reiterinnen ließen ihre Pferde von Papa, Mama oder Opa begleiten, also im wahrsten Sinn des Wortes „auf Trab bringen“. Meine Hochachtung, denn dafür braucht es viel Kondition.

Die hat sich gelohnt, denn in der Gruppe der 9 bis 12 Jährigen gewann Luise Dethlefsen mit 25 im Trab gestochenen Ringen, gewertet als 12,5 Ringe. Katharina Müller kam mit 11 im Galopp gestochenen Ringen auf Platz 2. Und Kyra Volkmer wurde Dritte – mit 5 Ringen, die sie im Galopp mit der Lanze gestochen hat.

Gruppe der 9 bis 12 Jährigen

Gruppe der 9 bis 12 Jährigen

Eigentlich sind die Leistungen in einer so heterogen zusammengesetzten Gruppe nicht ganz vergleichbar, denke ich, aber glücklicherweise stehen beim Ringreiten Spiel und Spaß im Vordergrund und nicht verbissen die Platzierungen.

So klatschte auch das ganze Publikum begeistert mit, wenn Ida Lutz auf dem kleinen Shetland Pony „Lola“ (das einzige unter lauter Isländern) vorbeigaloppierte und – gefühlt – fast immer einen Ring abräumte, insgesamt aber doch 13 und alle im Galopp. Dass sie mit dieser Leistung in der Gruppe der 4 bis 8 Jährigen souverän auf Platz 1 landete und Turnierbeste wurde, wunderte niemanden, nicht einmal mich, – die natürlich keine Ahnung hatte, dass Klein Ida schon 2013 das Ringreitturnier in Süddorf gewonnen hat. Silber ging in der Gruppe der Kleinsten an Lina Zimmermann mit 8 Ringen (16 im Trab gestochene); Bronze an Sophie Peters mit 4 Ringen, das heißt 8 im Trab erwischt.

Gruppe der 4 bis 8 Jährigen

Gruppe der 4 bis 8 Jährigen

Gratulation an alle Reiterinnen, Begleiter und Pferde!

Ich kann ehrlich sagen: Mir hat das kleine Ringreitfest in Süddorf richtig gut gefallen.

 

Und so geht die Ringreitsaison auf Amrum traditionell weiter:

Die Jugend tritt noch zweimal an: Ende Juli in Nebel (27.7.) und Ende August in Norddorf (30.8.). Beschlossen wird die Saison von den Erwachsenen am 10. September in Norddorf, wo sich entscheidet, wer in diesem Jahr Amrumer König oder Königin im Ringreiten wird.

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.
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