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Internationale Begegnung auf Amrum…

Seit neun Jahren schon organisiert das Deutsche Jugendrotkreuz Schleswig-Holstein eine Internationale Begegnung mit Estland. In diesem Jahr stand erstmalig der Besuch einer nordfriesischen Insel auf dem Programm.

Anders als in den vergangenen Jahren erwartete die Teilnehmer aus Schleswig-Holstein und Estland in diesem Jahr kein soziales Projekt, sondern ein gemeinsames Zeltlager am Averuskreuz in Einhaus am Ratzeburger See. Diesmal wurde kein Weg gebaut, kein Gelände gerodet, kein Dach erneuert, kein Zaun gezogen und auch kein Wettbewerb ausgetragen, sondern gezeltet und gereist, kreuz und quer durch Deutschlands Norden.

Auf zur Inselerkundung...

Auf zur Inselerkundung…

Am achten und vorletzten Tag ihrer Reise besuchten die 17 bis 27 jährigen Rotkreuzler aus Estland Amrum.

Nach fünf Tagen internationalem Zeltlager, den vielen Busfahrten und kurzen Nächten, einer zweitägigen Exkursion durch Schleswig-Holstein und Dauer-Kommunikation (auf Deutsch, Englisch, Estnisch und notfalls mit Händen und Füßen) waren die vierzehn Mädchen und sechs Jungen aus allen Teilen Estlands bei ihrer Ankunft natürlich rechtschaffen müde (und hungrig!), dennoch unverdrossen und gespannt, was sie als nächstes nun wohl erwartet. Das verstehen alle nur zu gut, die selbst einmal an einer Jugendreise teilgenommen haben.

Wolfgang Schulte und Vanessa Gerisch vom DRK-Ortsverein Amrum (eine Jugendrotkreuzgruppe gibt es zurzeit leider nicht auf der Insel) begrüßten die jungen Leute am Anleger, und dann ging’s erst einmal in die Jugendherberge zum Mittagessen.

Amrum zeigte sich von seiner schönsten Seite, mit blauem Himmel, Sonne, Wolken und Wind gegenan; denn die Gäste aus Estland starteten danach auf Fahrrädern zur Tour um die Insel in Richtung Leuchtturm.

Nach der Leuchtturm-Besteigung führte die Radtour durch Nebel zu den Sprechenden Grabsteinen auf den Friedhof der St. Clemens Gemeinde (Zwischenstopp beim Dorffestaufbau zum warmen Essen holen), zur Vogelkoje und danach zum Ausspannen an den Nebeler Strand (Zwischenstopp am Strandpiraten zum warmen Essen holen), bevor es zurück nach Wittdün zum Fähranleger ging.

Mittagessen in der Jugendherberge

Mittagessen in der Jugendherberge

Als ich die jungen Leute dort wieder traf, waren sie erfrischt und munter!

Ihnen habe die Fahrradtour über die Insel total gut gefallen, meinten sie. Einige hätten unterwegs sogar coole Fahrradtricks eingebaut, erzählt Meril, eine der estnischen Betreuerinnen in hervorragendem Deutsch. Bevor die Gäste aus Estland wieder abreisten, wollte ich von ihnen wissen, welche Eindrücke sie mitnehmen.

„Very beautiful island“, sagten sie. Die Aussicht vom Leuchtturm sei einfach fantastisch gewesen. Und vier junge Ostseeanrainer waren so begeistert von der Nordseebrandung, dass sie der Verlockung zu baden einfach nicht widerstehen konnten, obwohl das eigentlich wohl eher nicht vorgesehen war.

Ach ja, ich muss noch erwähnen, dass am Samstagnachmittag erfreulicherweise genug Proviant für die Rückfahrt beschafft werden konnte. Wolfgang erzählte mir nämlich, dass in Estland eigentlich dreimal am Tag warm gegessen wird.

Andere Länder, andere Sitten! Hätte ich nicht erfahren ohne Internationale Begegnung…

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Über Astrid Thomas-Niemann

Astrid Thomas-Niemann ist gelernte Schifffahrtskauffrau sowie studierte Sprach- und Erziehungswissenschaftlerin. Sie hat viele Jahre als Schifffahrtsanalystin gearbeitet und lebt seit 2015 in Wittdün. Als junge Frau kam Astrid 1981 das erste Mal auf die Insel und besuchte auf Zeltplatz II die Niemanns aus Hamburg, die Amrum seit 1962 urlaubsmäßig die Treue halten, inzwischen bereits in der 4. Generation.
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