Kleine Insel – Große Freiheit… aber bitte mit Maske …


Maske vergessen? Kein Problem, auf Amrum gibt es viele schöne Masken zu kaufen …

Seit nunmehr zwei Monaten ist die kleine Insel der großen Freiheit nach knapp drei Monaten Lockdown im Frühling wieder für Amrum-Liebhaber_innen aus ganz Deutschland geöffnet – auch zur Erleichterung der meisten Insulaner_innen. Die ersten paar Wochen mit Touristen auf der Insel starteten zwar vereinzelt mit kleineren Schwierigkeiten in den neuen Abläufen, aber insgesamt sind sie doch sehr vorbildlich vonstattengegangen. In den letzten Wochen, seit Mitte Juni, kann man nun allerdings beobachten, dass sowohl Gäste als auch Einheimische mit den Corona-Hygieneregeln immer unvorsichtiger werden.

Insbesondere in den Ortschaften werden viele Regeln, die sich inzwischen sowohl hier als auch in den Heimatorten eingespielt haben sollten, einfach ignoriert.

So kam es z.B. im Naturschutzzentrum in Norddorf zu Unstimmigkeiten mit den Freiwilligen des Zentrums. Ein Familienvater wollte nicht abwarten bis es im Zentrum wieder leerer wurde. Die Bitte des Freiwilligen, das Zentrum doch wieder zu verlassen und draußen zu warten bis er an der Reihe war, wurde einfach ignoriert. Schließlich verließ eine andere Familie netterweise das Zentrum, um die Situation zu entschärfen.

Auch das Personal etlicher Geschäfte der Insel muss Besucher_innen alle paar Minuten an die vorgeschriebenen Regeln (wie das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung oder die Mitnahme eines Korbes, Einkaufswagens oder anderer Hilfsmittel, um die Anzahl der Menschen im Geschäft überprüfen zu können) erinnern.

“Bei einem netten Hinweis auf die vorgeschriebenen Regeln, darf man sich auch noch einen blöden Spruch anhören”, wurde uns von einer Mitarbeiterin aus dem Einzelhandel berichtet.

Auch auf dem Fußballplatz in Nebel kam es zu Spielen, bei denen bis zu 20 Personen gemeinsam auf dem Kunstrasenplatz kickten, obwohl zur Zeit höchstens 10 Menschen zusammen spielen dürfen.

Dieses unverantwortliche Verhalten kann man auch bei der An- und Abreise beobachten, denn auch hier werden die Vorschriften für die Benutzung eines öffentlichen Verkehrsmittels, in diesem Fall der Fähre, von vielen Fahrgästen ignoriert, denn auch auf der Fähre gilt die Pflicht durchgehend eine Maske zu tragen.

Generell können wir uns hier auf der Insel sehr froh schätzen, dass nur in wenigen Bereichen eine Maske getragen werden muss und man sich die meiste Zeit des Urlaubs ganz ohne Mundschutz den Wind um die Ohren pusten lassen und die Ruhe wie gewohnt genießen kann.

Nach Gesprächen mit mehreren Stammgästen, kann man feststellen, dass sich der Urlaub auf der Insel für sie nur in wenigen Punkten von dem der letzten Jahre unterscheidet. Insbesondere das Schlange stehen vor Geschäften, Cafés und Restaurants ist für viele etwas ungewohnt aber in Zeiten einer Pandemie wohl aus gutem Grunde nicht zu vermeiden.

Vergessene Abstandsregeln bei der Abreise am Fähranleger in Wittdün

Auch wenn sich der Urlaub für die meisten Gäste wie jeder andere Amrum Urlaub anfühlt, so möchten wir Sie doch noch einmal dran erinnern, dass Covid-19 leider noch nicht vorbei ist und die vom Land Schleswig-Holstein verordneten Hygiene- und Abstandsregeln auch auf Amrum gelten. Insbesondere möchten wir Gäste und Einheimische dazu auffordern in allen Geschäften sowie im Bus, auf der Fähre oder bei engerem Kontakt mit mehreren Menschen eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und die Hust- und Niesetikette einzuhalten. Auch ist das regelmäßige desinfizieren und Händewaschen essentiell um die Insel weiterhin coronafrei zu behalten.

Bisher hatten wir Glück, ohne einen einzigen Fall durch diese Zeiten gekommen zu sein, das ist aber nicht selbstverständlich. Mit Eurer und Ihrer Hilfe schaffen wir es hoffentlich auch noch länger, damit alle jetzigen Gästen und alle, die noch auf Ihren Amrum Urlaub hin fiebern (hoffentlich nicht wortwörtlich), eine ruhige und erholsame Zeit auf Amrum genießen können. Darum bitten wir Euch und Sie nocheinmal darum die Schilder, die überall angebracht sind, wieder etwas genauer zu betrachten und sich an die dort vorgeschriebenen Regeln zu halten und insbesondere verständnisvoll und entgegenkommend zu reagieren, wenn jemand Sie auf einen Verstoß hinweist. Nur wenn wir zusammenarbeiten kann eine gute Sommersaison in Zeiten von Corona gelingen.

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About Rieke Lückel

Rieke Lückel wurde 1995 in Wittdün auf Amrum geboren und hat hier ihre Kindheit und Jugend verbracht. Nach dem Abitur in Dänemark verbrachte sie ein Jahr in Neuseeland und arbeitete dort für Amnesty International, um im Anschluss ein Ethnologie und Politikwissenschafts Studium in Hamburg zu beginnen. Durch die langen Semesterferien verbringt Rieke meist den ganzen Sommer auf Amrum, um ihren Bruder bei SUP Amrum in Wittdün zu unterstützen. Bereits 2010 schrieb sie einen Artikel für AmrumNews und nun 10 Jahre und viele Uni-Hausarbeiten später möchte sie sich erneut den journalistischen Herausforderungen stellen.

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5 comments

  1. Ich könnte heulen. Warum macht man das. Diese Ignoranz zeugt nur von Dummheit. Egoisten auf der Fähre gab es immer schon. Hauptsache ich habe einen Platz.
    Für uns ist Urlaub und der beginnt fast 1 Woche vorher mit dem Gepäck voraus senden. Anreise zum Bahnhof mit dem Taxi von daheim. Bis das wir nach Stunden endlich da sind, es ist so gewollt. Daheim gilt generell das was wir vom Einzelhandel und Vorschriften vorgegeben wird, Maskenpflicht.
    Aber Klugscheißer gibt es überall siehe Trump etc. Was Covid 19 macht ist bewiesen. Der Tod der vielen Menschen in unserem Land und die der anderen Länder sollte Warnung ⚠ genug sein.

    Verehrte Urlauber, Reisende im Zug oder Fähre. Nutzer im Einzelhandel und anderswo.
    Bitte halten Sie sich doch an die Regeln die wichtig sind. Denn wenn Sie wieder zuhause sind, so bleiben die einheimischen zurück. Die ärztliche Versorgung ist top auf der Insel, aber für kranke Personen muss man ins Krankenhaus auf Föhr gebracht werden. Wollen Sie das wirklich?

    Ein wenig Rücksicht schadet niemandem.

    Danke sagt ein Urlauber der sich jedes Jahr auf Amrum zuhause fühlt.

    MfG
    Familie Zeutzem

  2. West Pennant Hills

    Korrektur:

    Auf der Faehre muss nicht durchgehend eine Maske getragen werden, z.B. wenn man im Auto sitzen bleibt oder sich auf dem Freideck aufhaelt. Das sollte man doch als Amrumer Reporterin wissen !

    Hans Friedrich

  3. Knut Sieger-ler

    Moin,

    sehr gut, dass Ihr dieses Thema nochmals aufgreift!
    Einige Menschen auf der Insel scheinen tatsächlich der Auffassung zu sein, dass die Corona-Pandemie schon überstanden und Geschichte ist… . Traurig!

    Kurze inhaltliche Anmerkung an dieser Stelle:
    Eure Formulierung „ denn auch auf der Fähre gilt die Pflicht durchgehend eine Maske zu tragen.“ ist nicht ganz richtig und etwas irreführend. Die „Maskenpflicht“ besteht in allen Innenbereichen der Fähren und dort, wo die notwendigen Abstandsregeln nicht eingehalten werden können (Quelle: W. D. R.). Das heißt im Umkehrschluss, das man sehrwohl auf dem Aussendeck auch ohne Snutenpulli sitzen kann, so lange man den Mindestabstand von 1,5 Meter zum nächsten Familienverband fremden Passagier einhalten kann.

    Danke, dass Ihr uns immer mit so tollen Beiträgen informiert.
    Ich lese Eure Artikel stets mit dem größten Vergnügen.

    Herzliche Grüße von Knut

  4. Liebe Amrumer,
    als langjähriger Gast auf Amrum,
    kann ich nicht verstehen, daß einige Gäste, sich nicht an die “Corona” Regeln halten! Es betrifft alle Menschen, die Amrum lieben! Man sollte diesen, nicht einsichtigen Gäste, die “Rote Karte”, zeigen! Wir, als langjährige Gäste, meine Frau und ich, würden froh sein, wenn der Virus uns nicht befällt! Wir halten uns daran!
    . MfG, Eva und Uwe Dausel

  5. reinhardzimmermann

    Liebe Redaktion,
    es ist sehr schade, daß einige Wenige durch ihr Verhalten ( siehe auch Mallorca) die bisherigen Erfolge im Kampf gegen Corona gefährden. Somit steigt die Gefahr der zweiten Welle im Herbst/Winter dtl. an. Dass dies dann ggf. einen zweiten Lock-Down mit allen negativen Konsequnezen zur Folge haben wird, scheint den nur in den Augenblick hineinlebenden “Mit”-Menschen nicht klar zu sein. Es gibt mittlerweile auch in Deutschland genügend Beispiele eines plötzlichen, lokalen Coronaausbruchs. An Corona zu erkranken, kann für manche Menschen tödlich sein und keiner weiß im voraus, ob er zu dieser Gruppe gehören wird oder nicht. Da ich Coronapatienten intensivmedizinisch betreut habe, kenne ich die ablaufenden menschlichen Dramen leider nur zu gut. Ich kann nur vor zuviel Lasch(et)heit warnen. Die Zeit ist außergewöhnlich, Deutschland hat großes Glück bez. Krankheitsausprägung – 9000 Tote sind aber trotzdem 9000 zuviel – gehabt, durch die zügig ergriffenen Maßnahmen, die Disziplin der Bevölkerung, die gute medizinische Infrastruktur. Warum diesen Erfolg jetzt aufs Spiel setzen, nur weil eine Maske zu tragen und Abstand zu halten ist. Die Maske nehme ich doch in Kauf, bevor ich am Beatmungsgerät mit unklarem Ausgang hänge. Und auch bei leichten Krankheitsverläufen sind Spätschäden möglich, wie nunmehr fast täglich berichtet wird.
    Gemäß den früheren Hinweisschildern auf Amrum muß man einfach sagen: “die Vernünftigen setzen den Mund-Nasen-Schutz auf und halten Abstand, den Unvernünftigen wird einfach, wie es Herr Dausel schreibt, die “Rote Karte” gezeigt.
    Mit freundlichen Grüssen
    Dr. Reinhard Zimmermann

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