Seit 60 Jahren auf See – MS „Amrum / MS „Hauke Haien“…


MS Amrum vor Wittdün 60er-Jahre

Am 15. Juni 1960 erfolgte auf der Büsumer Schiffswerft W. & E. Sielaff die Kiellegung für ein Schiff mit der Baunummer 203.

Der Stapellauf war am 28. September 1960, dass Schiff wurde auf den Namen „Amrum“ getauft.
Die Fertigstellung erfolgte im Oktober des Jahres. Anschließend wurde das Schiff an die Amrumer Schiffahrts-Aktiengesellschaft (ASAG) mit Sitz in Steenodde abgeliefert.
Eingesetzt wurde die MS „Amrum“ von Eigner und Kapitän August Jakobs (1920-2015) auf der Strecke Steenodde, Hooge, Langeneß und Schlüttsiel.
Das Schiff: Länge 33,60 m, Breite 6,00 m, Tiefgang 1,39 m, 200 Personen und 3 Pkw. Angetrieben wurde das Schiff von einem MaK-Motor mit 200 PS, dass dem Schiff eine Geschwindigkeit von 11 Knoten (ca. 20 km/h) ermöglichte.
1968 wurde eine neue „Amrum“ in Dienst gestellt, eine Autofähre. Die alte „Amrum“ wurde in „Stadt Husum“ umbenannt und war von Husum aus weiterhin im Einsatz. Am 1. Februar 1971 ging sie im Zuge der Fusion mit der Wyker Dampfschiffs-Reederei in deren Besitz über.
1983 wurde sie dann nach Eckernförde verkauft und fuhr als MS „Rita I“.
MS Hauke Haien

Einen Abstecher machte das Schiff dann 1987 zur Nachbarinsel Sylt, als MS „Sylter Hahn“ fuhr es von Rantum über Wittdün nach Hooge.

1988 kam das Schiff dann endgültig wieder in heimatliche Gewässer zurück, die Halligreederei MS „Hauke Haien“ erwarb das Schiff. Der Hooger Kapitän Bernd Diedrichsen setzt sein Schiff überwiegend von Schlüttsiel oder von Wyk auf Föhr aus für Ausflugsfahrten im nordfriesischen Wattenmeer ein. Es kann aber auch für Charterfahrten und Seebestattungen gebucht werden.
Das Schiff wurde nach der Hauptfigur in Theodor Storms Novelle „Der Schimmelreiter“ (1888), dem Deichgrafen Hauke Haien, benannt.
Das Schiff heute: Länge 33,60 m, Breite 6,30 m, Tiefgang 1,39 m, 170 Personen. Angetrieben wird das Schiff von einem MaK-Achtzylinder-Viertakt-DieselmotorMotor mit 450 PS, dass dem Schiff eine Geschwindigkeit von 11 Knoten (ca. 20 km/h) ermöglicht.
Ein Zwischenfall mit dem Schiff ereignete sich im Juli 2015, als die MS „Hauke Haien“ der MS „Adler Express“, die durch einen Fahrfehler auf dem Schweinsrücken (einer Sandbank zwischen Langeneß und Amrum) festsaß zur Hilfe eilte, doch auch sie fuhr sich auf der Sandbank fest und so mussten beide Schiffe einen mehrstündigen Zwangsaufenthalt auf der Sandbank einlegen. Nach rund acht Stunden kamen die Schiffe, bei Hochwasser, wieder frei. MS „Adler Express“ musste nach Husum in die Werft zur Schadensbegutachtung, das Schiff fiel für eine Woche inmitten der Saison aus! MS „Hauke Haien“ hatte den Aufenthalt auf der Sandbank unbeschadet überstanden. Personen kamen bei der Havarie nicht zu Schaden.
MS Amrum in Schlüttsiel 60er-Jahre

Autos gab es zu Beginn der 1950er kaum den Inseln, auf Amrum gab es 1950 sage und schreibe ganze sechs Autos, heute ist das anders! Mehrere hundert Tausend Personenkraftwagen werden alljährlich von den modernen Fährschiffen über das Wattenmeer transportiert.

Doch zurück zu damals, da gab es unter anderen die sogenannte „rurüB-Methode“! Die Be- und Entladung der Fahrzeuge war mitunter abenteuerlich. Fährbrücken gab es damals noch nicht und so wurden zum Teil steile Rampen angelegt über die man dann an bzw. wieder von Bord kam. So manchem Autobesitzer war es mulmig wenn er mitansehen musste, wie sein geliebtes Auto an Bord verbracht wurde.
Mit der „rurüb-Methode“, was „rauf und runter über Bretter“ bedeutet sind die mitunter schmalen Holzbohlen (später waren sie aus Aluminium) über die die Autos meistens von Besatzungsangehörigen an Bord gefahren wurden. Die Autofahrer selbst trauten sich diese waghalsigen Manöver nicht zu. Noch schwieriger wurden die Manöver bei extrem niedrigen bzw. hohen Wasserständen. Da ging dann schon mal ein Auspuff – durch aufsetzen – verloren.
Der MS „Hauke Haien“ (ex. Amrum) wünscht das Team von Amrum News weiterhin allzeit Gute Fahrt!
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About Gerd Arnold

Gerd Arnold ist ein „echter“ Nordfriese, 1957 in Nebel auf Amrum geboren und der friesischen Sprache (öömrang) mächtig. Nach dem Schulabschluss erlernte er in Wittdün den Beruf des Elektroinstallateurs. 1976 zog es ihn nach “Deutschland”, Wohnorte waren u.a. Wuppertal, Owschlag, Koblenz und Pinneberg. 33 Jahre war er bei der Bundeswehr, u.a. als Flugzeugelektriker und Ladungsmeister auf der Transall C-160. Ende Oktober 2010 – ging es altersbedingt – in den Ruhestand. Als Hobby ist da zum einen das Angeln, seit 40 Jahren ist er im Amrumer Angelverein aktives Mitglied und zum anderen der Handball, da allerdings nur passiv bei den Damen der HG Owschlag-Kropp-Tetenhusen als Hallensprecher in der 3.Liga Nord. Von 1980-1995 und seit 2005 ist Gerd in Owschlag beheimatet, sein zuhause ist aber immer Amrum geblieben. Gerne würde er dauerhaft auf die Insel zurück, es fehlt bisher aber noch ein passendes Wohnungsangebot.

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