Erste große Urlauber Anreise zu Pfingsten erwartet…


Mit der Öffnung für den Tourismus in Schleswig-Holstein war es schon über Himmelfahrt voll auf den Inseln. Für das kommende Pfingstwochenende wird der erste größere Urlauberansturm der Saison erwartet. Die Erfahrungen der Modellregion haben gezeigt, dass Tourismus unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen auch in Corona Zeiten möglich ist. Regelmäßiges Testen und Einhaltung der Hygienemaßnahmen sind die wesentlichen Pfeiler eines sicheren und erholsamen Urlaubes.

Mit der Zunahme der Anzahl der Gäste auf den Inseln wird es auch auf den Fähren der WDR voller, es ist also umso wichtiger, dass alle vorgeschriebenen Hygiene Regeln konsequent angewendet werden. Hinweisschilder und regelmäßige Durchsagen weisen darauf hin, dass auf der Fähre eine Maskenpflicht herrscht, man darf die Maske nur abnehmen, wenn etwas verzehrt wird. Leider halten sich viele Passagiere nicht daran und es gibt vermehrt Kritik, dass die Einhaltung der Maskenpflicht nicht kontrolliert wird.

Wie Nick Obert, Leiter Be- und Vertrieb der WDR dazu erklärt, sieht es die WDR nicht als ihre Aufgabe an, die Einhaltung der Maskenpflicht zu kontrollieren. „Unserer Meinung nach fällt dieses in die Eigenverantwortung der Bürger“, so Nick Obert „unsere Besatzung hat während der Überfahrt andere Aufgaben und wir müssten somit extra Personal dafür einstellen.  Im öffentlichen Personen- Nahverkehr wird dieses auch nicht kontrolliert.“

Wie auf der Homepage des NAH Schleswig-Holstein und auch bei der Bundesbahn nachzulesen ist, herrscht dort auch  Maskenpflicht, welche durch das Begleitpersonal kontrolliert wird.

„Ich glaube, es würde ausreichen, wenn eine als Besatzungsmitglied gekennzeichnete Person, einmal pro Fahrt durch den Passagierraum geht und diejenigen, die keine Maske tragen, freundlich an die Maskenpflicht erinnert“, so eine einheimische Passagierin aus Nebel, die gestern mit der Fähre gefahren ist und sehr darüber verwundert war, dass so wenige Passagiere während der Überfahrt eine Maske trugen.  Vielleicht sind diese Passagiere dadurch animiert, dass auch die Besatzungsmitglieder auf dem Schiff bei der PKW-Einweisung auf dem Autodeck und sogar bei der Kontrolle der Fahrkarten für die Fahrräder/ Fahrradfahrer keine Masken Tragen. Eigentlich herrscht doch Maskenpflicht auf dem Schiff!

Im vergangenen Jahr bei der ersten Corona Welle wurde die Anzahl der Passagiere auf den Fähren begrenzt, um entsprechende Abstände einhalten zu können. „Wir haben im Moment keine Begrenzung vorgesehen,“ so Nick Obert, „viele Passagiere reisen ja mit dem PKW an und können dann im Fahrzeug sitzen bleiben“. Zum Vergleich:  Die Bahn hat die Sitzplatzreservierungen auf 60 % reduziert, die Adler Reederei hat für Ihre Ausflugfahrten die Belegung der Schiffe auf 50 % reduziert und verlangt sogar einen negativen Corona Test, der nicht älter ist als 24 Stunden.

Bei der ersten Corona-Welle hatte die WDR die Sitzplätze mit roten und grünen Punkten markiert, um entsprechende Sitzplatzabstände einhalten zu können.  Leider gibt es zurzeit keinerlei Maßnahmen, die den Abstand der Sitzplätze regulieren. Besonders auf den Bänken sitzt man Rücken an Rücken zu anderen Passagieren. Wie die WDR mitteilt, besteht ihrer Meinung nach aus brandschutztechnischen Gründen nicht die Möglichkeit, hier eine Plexiglasscheibe (Plexiglas brennt) zur Abtrennung einzuziehen. Dies verwundert sehr, da es in der Gastronomie und vielen anderen Bereichen gängige Praxis ist.

Bei der Ankunft der Schiffe, aber auch beim Linienverkehr, sieht man oft längere Warteschlangen an den Bushaltestationen. Auch in den Bussen ist seitens der WDR keine spezielle Einschränkung hinsichtlich der Corona Pandemie vorgesehen. Die maximale Passagierzahl ergibt sich aus der für den Bus maximal zulässigen Passagierkapazität.

Christoph Hagenbruch, Chef der Versorgungsbetriebe Amrum und zuständig für den Wittdüner Fähranleger teilte mit, dass über Pfingsten Mitarbeiter einer Security Firma den Personenverkehr auf dem Fähranleger regeln werden. “Wir haben die Hinweisschilder aktualisiert und die noch nicht ganz abgeschlossenen Renovierungsarbeiten am Fähranleger so organisiert, dass eine Trennung der an- und abreisenden Personen möglich wird“ so Christoph Hagenbruch, „die Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr haben gezeigt, dass die Einweisung der Passagiere und Fahrradfahrer durch eine Person vor Ort sehr hilfreich ist und das Be- und Entladen dann reibungslos funktioniert.“

Das Reiseverhalten der Urlauber ist zyklusbedingt, es wird immer Spitzenzeiten geben und niemand möchte gern am Fähranleger stehenbleiben.  Im vergangenen Jahr hat die WDR in einem Flyer auf diese Spitzen hingewiesen und alle Reisenden gebeten, wenn möglich, Ausweichtermine für ihre Fahrt zu- und von den Inseln auszuwählen. Vielleicht ist dieses ja auch in diesem Jahr möglich.

Eine Nachfrage der Redaktion über die Hygienemaßnahmen bei der Frisia Reederei (Aktionär bei der WDR), die die Ostfriesischen Inseln anfährt, ergab unter anderem folgendes: Die Fahrgastzahlen auf den Fähren wurde deutlich reduziert, das Tragen der Masken/Einhaltung der Hygiene-Regeln wird durch die Schiffsbesatzung und wenn nötig durch externes Sicherheitspersonal kontrolliert, die Sitzplätze sind separiert.  Eine übersichtliche extra Seite inkl. Video auf der Homepage nimmt sich detailliert dieser Thematik an.

Die Überfahrt mit der Faehre ist für viele Gäste schon der Beginn des Urlaubes. Urlaub machen in diesen Zeiten ist für viele nach langem Lockdown etwas Besonderes. Gastronomie, Vermieter und die Touristik Organisationen haben sich in den vergangenen Wochen intensiv darauf vorbereitet, wieder Gäste empfangen zu können. Die meisten Gäste nehmen gern die vorhandenen, besonderen Regeln in Kauf, weil sie dadurch auch das Gefühl haben, einen sicheren und erholsamen Urlaub verbringen zu können. Dies sollte am besten schon bei der Überfahrt mit der Fähre beginnen!

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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