Daniel Günther: Kurzbesuch auf Föhr und Amrum


Begleitet von Kreispräsident Manfred Uekermann und dem nordfriesischen Landrat Florian Lorenzen: Ministerpräsident informiert sich über die Corona-Lage

Der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther besuchte in Begleitung des Kreispräsidenten Manfred Uekermann und des nordfriesischen Landrats Florian Lorenzen Föhr und Amrum. Grund waren Treffen mit Vertretern aus der Amtsverwaltung und der Kommunalpolitik sowie des Tourismus, Gesundheitswesens und der Wirtschaft. Schwerpunkt: Die aktuelle Lage und die Herausforderungen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie.

Viele Themen wurden in den von Amtsdirektor Christian Stemmer moderierten Gesprächen angerissen. So war das Betretungsverbot der Inseln im vergangenen Jahr ebenso Thema wie der weitere Umgang mit der Pandemie, die Stimmungslage auf den Inseln, die Herausforderungen für die Tourismusorganisationen, die Sorge vor dem Winter und einer möglichen vierten Welle oder die Personalprobleme und ein dem knappen Wohnraum geschuldeter Fachkräftemangel. Fachkräfte waren auch ein Stichwort für Florian Lorenzen, der auf einen Beschluss der Handwerkskammer Flensburg hinwies. Demnach soll die überbetriebliche Ausbildung in Niebüll in die Fördestadt verlagert werden. „Das ist für uns, gerade wenn wir die Inseln im Blick haben, ein großes Problem“, verwies der Landrat auf die für die Insulaner an einem Tag kaum noch darstellbare An- und Abreise.

Auf Amrum: Manfred Uekermann, Florian Lorenzen und Daniel Günther (v.r.) mit Cornelius Bendixen (Bürgermeister Nebel), Christoph Decker (Bürgermeister Norddorf), Christian Stemmer, Frank Timpe (Vorstand der Amrum-Touristik), Heiko Müller (Bürgermeister Wittdün) und Heidi Braun (v.l.). Foto: Susanne Jensen

Auch das Projekt Modellregion Nordfriesland wurde nicht ausgespart. Dessen vorzeitiges Ende nach nur gut zwei Wochen hatte teilweise für Unverständnis gesorgt. Andere Modellregionen hätten schon früher begonnen und waren erfolgreich, begründete Günther die Entscheidung, „und wir waren uns sicher, dass die Infektionszahlen nicht steigen“. Verständnis zeigte der Ministerpräsident für die Irritationen im Kreis Nordfriesland, wo das Projekt gerade erst an den Start gegangen war. Und das mit viel Aufwand verbunden war: „Es war ein Kraftakt für uns und für alle Akteure vor Ort“, so Florian Lorenzen. Aber die Anstrengungen hätten sich bewährt. Innerhalb kurzer Zeit gab es viele Testzentren und es sei gelungen, die Bevölkerung mitzunehmen. Dieser Erfolg sei ein wesentlicher Grund für die Entscheidung am 17. Mai in Kiel gewesen, die Modellregion auf das gesamte Land zu übertragen.

Dass die Landesregierung gut durch die Krise geführt habe, war Konsens. Ebenso gelobt wurde die gute Zusammenarbeit zwischen Land, Kreis und Verwaltung vor Ort. Bewährt habe sich auch der kurze Dienstweg zu den Ministerien, sagte Manfred Uekermann, etwa bei den temporären Impfzentren auf den Inseln. Gab es hier anfangs ein umfangreiches Regelwerk, führte der Dialog dazu, dass die Hausärzte vor Ort eingebunden wurden. „Ich glaube, das war auch ein Zeichen für das Land, dass das Impfen auch über die Hausärzte geht, jetzt ist es selbstverständlich geworden.“

Auf Föhr: Ministerpräsident Daniel Günther (Mitte), Kreispräsident Manfred Uekermann (hinten) und Landrat Florian Lorenzen (2.v.r.) mit Nieblums Bürgermeister Friedrich Riewerts, Amtsvorsteherin Heidi Braun, WDR-Geschäftsführer Axel Meynköhn, Amtsdirektor Christian Stemmer, FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt, Wyks Bürgermeister Uli Hess und Peter Boy Weber, Vorstand des Föhr-Amrumer Unternehmervereins (v.l.). Es fehlt die Allgemeinmedizinerin und Ärztesprecherin Janet Rossmann. Foto: Peter Schulze

Nach wie vor gibt es Lieferprobleme bei den Impfstoffen. Dennoch stellt sich die Impfsituation auf den Inseln gut dar. So haben knapp 50 Prozent der Föhrer und gut 70 Prozent der Amrumer mindestens die Erstimpfung erhalten.

Ziel müsse sein, gestärkt aus der Krise hervorzugehen, aber es sei zu früh, Bilanz zu ziehen, sagte der Ministerpräsident mit Blick auf die Herausforderungen, die sich künftig durch das Coronavirus und dessen Folgen stellen „die uns noch Jahre begleiten werden“.

Auf Amrum stand zudem ein Besuch auf dem Hof der Familie Martinen in Nebel auf dem Programm, wo Günther sich über die Schäden durch Gänsefraß informierte. Die Tiere vermehren sich rasant, verursachen enorme Verluste und sind für die Landwirte schon längst existenzbedrohend. Ein Bündel an Maßnahmen sei nötig, um dem Problem zu begegnen, sagte der Ministerpräsident und sicherte Hilfestellung bei der Frage zu, ob und wie die Population einigermaßen in Grenzen gehalten werden kann.

„Es war ein ruhiger und sachlicher Austausch, der zeigte, dass die Interessen der Insulaner in der Landeshauptstadt ernst genommen werden“, sagte Amtsdirektor Christian Stemmer am Ende. Und auch Daniel Günther konstatierte „sehr angenehme Gespräche, die viel für meine Arbeit in Kiel gebracht haben“. Viele Themen nehme er mit: „Handwerkskammer, Wohnungsbau oder Fachkräfte auf der Insel halten, sind die zentralen Zukunftsthemen.“

 

 

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