Sie sind wieder da-im Jahr des Regenbogens …


Keramikkünstler Matthias Menk

Zum elften Male lächelt eine Strandschönheit vom Titelblatt des Kalenders von Keramiker Matthias Menk.

Seine Strandschönheiten sind inzwischen mehr als nur ein paar Keramikfiguren, sie sind Kunst, sie sind einmalig und einzigartig. Über die letzten Jahre hat sich  Matthias Menk entwickelt und mit ihm seine Strandschönheiten. Im regenbogenfarbenen Bikini sitzt sie da, genießt die Sonne das Leben… ja was eigentlich alles? „Es bleibt bei dem Betrachter selbst, viele interpretieren die Figuren für sich und legen ihre eigene Vorstellung hinein”, erklärt Matthias Menk, der seit 11Jahren auf Amrum lebt und arbeitet und schon seit dem Kindesalter hier Urlaub gemacht hat.
Die Strandschönheiten

Die Regenbogenfrau ist inspiriert durch das Jahr des Regenbogens. Aktuelle Themen beschäftigen den Keramikkünstler ebenso wie Ideen, die manchmal über Jahre hinweg reifen und erst nach langem hin und her den Weg in den Brennofen schaffen. Ins Auge des Betrachters fällt z.B. die Frau mit der Flaschenpost. Eine lang gehegte Idee, die nur mit Hilfe der auf Amrum bekannten Glasbläserin Charlotte Wiegandt realisiert werden konnte. Sie hat ein kleines Fläschchen gearbeitet, in die Matthias sogar eine echte Nachricht hineingelegt hat. Die Trägerin schaut ganz bewußt und mit gespannt-offenen Augen was in der Flaschenpost drin ist, meist haben die Strandschönheiten sonst einen geschlossenen Blick.Fest verankert mit den Schönheiten sind die Fotografien von Matthias in Amrums Natur. Ganz bewußt, mit Ruhe und festen Vorstellungen geht er mit ihnen ins Freie, um hier den besten Platz für das perfekte Foto zu finden. „Oft sitze ich über Stunden, um auf das beste Licht zu warten oder wandere mit meinen Figuren der Sonne hinterher”, lächelt Matthias Menk und bestätigt, dass vereinzelte Ideen wegen Wind und Wetter, Licht und Schatten später ganz anders fotografiert werden als geplant. Die diesjährige Heidefrau mußte nicht mit wechselndem Wetter fertig werden, sondern mit wechelnden Besuchern, zu Dutzenden, Waldameisen hatten die kunstvolle Keramikfrau in Augenschein genommenen kurzerhand bei den Fotoaufnahmen in Beschlag genommen. “Mit ein bisschen Ruhe und Geduld verzogen sich diese krabbelnden kleinen Tierchen jedoch zum Glück ganz von alleine und ich konnte ungestört weiter fotografieren”, erzählt Matthias belustigt über diesen Zwischenfall.

Die Strandschönheiten

In diesem Jahr ist ihm dann noch etwas ganz aussergwöhliches und hoffentlich einmaliges passiert. “Eine Figur ist während einer Aufnahme ins Hafenbecken gefallen und vorher noch an einer Metallleiste in tausend Stücke zersprungen, das war grausig und hat auch mich ganz schön zerschmettert”, erzählt er betroffen. Doch ging Matthias bestärkt aus dieser Erfahrung hervor. Beim erneuten Töpfern der Figur lag besonderer Augenmerk auf ihrem Gesichtsausdruck : „Sie schaut ein bisschen frech, aufmüpfig und stark. Als ich sie mir so anschaute, war es klar, nur sie hatte den Mut ins Hafenbecken zu springen”. In diesem Jahr kam ihm der Schnee zu Gute und Matthias freute sich dessen Glitzer mit in einige Aufnahmen nehmen zu können. Eine ganz besondere Stimmung, denn das funkelnde Weiß ist nicht einfach fotografisch festzuhalten. Besonders fällt dieses Jahr auf, daß die Stoffe der Kleidung und Schuhe ein wichtiger Teil der neuen Strandschönheiten sind. Keramische Feinkunst könnte man sagen, Muster und Material sind ausgearbeitet und ein wehender Mantel bringt Leben in die sonst statisch stehenden Figuren. Die Ruhe und Zufriedenheit in den Gesichtern der Strandschönheiten strahlen durch das ganze Jahr und doch ist jede Figur einzeln für sich, es ist diesmal kein Paar dabei. „Ja, irgendwie hat sich das nicht ergeben, die Inspiration lag vor allem in der Natur”, meint er und freut sich über Kaninchen, Schmetterling und Blume.

Ob die intensive Corona Zeit damit was zu tun hatte? „Lange Spaziergänge habe ich genossen und ja, diese Einsamkeit in der Natur war, so schön sie war, auch sehr präsent und inspirierend”, meint er. Jährlich 12 neue Strandschönheiten zu kreieren ist eine Herausforderung, der sich Matthias immer wieder stellt. So kommen auch Elemente aus voriger Zeit neu in Szene gesetzt vor. “Der Ball ist immer wieder ein Thema bei mir und die Badewanne hatte ich auch schon in einem anderen Zusammenhang, doch neue Ideen gehen nie aus und so sammle ich schon für das nächste Jahr”, lächelt der Keramikkünstler seine Figuren an. In dem Keramikatelier „hoonwerk”, das er zusammen mit seiner Kollegin Cornelia Garbe in Nebel betreibt, sind die Strandschönheiten und vieles mehr ausgestellt. Dort kann sich der Besucher über den aktuellen Kalender und Postkarten freuen, denn diese sind von allen Strandschönheiten aus den letzten Jahren zu bekommen. Im Uasterstigh 9a direkt neben dem Friesencafé ist das „hoonwerk” wochentags von 11-17 Uhr geöffnet oder unter www.strandschoenheiten.com zu entdecken.
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Über Kinka Tadsen

Kinka Tadsen erblickte 1972 in Hamburg das Licht der Welt. Aufgewachsen ist sie dann auf Amrum. Abitur hat sie auf Föhr gemacht und sich für eine Fotografenlehre in Bad Oldesloe entschieden. Fotografen- und Lebenserfahrung hat sie in der großen weiten Welt auf diversen Kreuzfahrtschiffen als Bordfotografin gesammelt. 2003 folgte dann die Rückkehr nach Amrum. Seit 2008 gehört sie als freie Journalistin zum Amrum-News Team.

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