Krankheitswelle auch auf Amrum …

Itzehoer Versicherungen

Viele Patienten mit Atemwegserkrankungen in der Praxis an der Mühle auf Amrum

Wie auch in vielen anderen Regionen unseres Landes ist seit rund drei Wochen auch Amrum von einer großen Krankheitswelle betroffen. Waren es anfänglich die Rota-Viren, die zu heftigen Magen-Darm-Infektionen mit Erbrechen und Durchfall führten, stehen nun v. a. Atemwegsinfektionen im Vordergrund. In der „Praxis an der Mühle“ in Nebel werden derzeit pro Woche mehr als 100 Patienten aller Altersklassen in der hierfür speziell eingerichteten „Infektsprechstunde“ behandelt. Mitunter sind ganze Familien betroffen und vereinzelte schwere Krankheitsverläufe haben zu stationären Krankenhausaufenthalten geführt.

Neben den sogenannten „banalen Erkältungskrankheiten“ sind es insbesondere die „echte Grippe“  (hier: Influenza A) und weiterhin auch „Covid-19“, die zu notwendigen ärztlichen Behandlungsmaßnahmen führen. Da die allermeisten Bewohner der Insel Amrum ausreichend gegen Corona geimpft sind werden hier zumeist nur milde Symptome registriert. Allgemeines Krankheitsgefühl, Glieder- und Kopfschmerzen sowie Körpertemperaturerhöhung auf ca. 38° klingen in der Regel innerhalb weniger Tage wieder ab. Im Gegensatz dazu sind die Krankheitsverläufe bei der Influenza A deutlich langwieriger und schwerer. Schlagartiger Beginn der Erkrankung mit hohem und anhaltendem Fieber bis über 40° bis zu zwei Wochen, schweres Krankheitsgefühl und oftmals nach ca. einer Woche auftretende Komplikationen, v.a. Lungenentzündungen bei Erwachsenen und Mittelohrentzündungen bei Kindern, kennzeichnen den Krankheitsverlauf. Typischerweise erkranken zuerst Kinder, da diese für gewöhnlich keinen jährlichen Impfschutz gegen Grippe erhalten haben. Auch der Wegfall der Corona-Schutzmaßnahmen, hier insbesondere dass kein Mund-Nasenschutz mehr getragen wird, fördert sicherlich das Infektionsgeschehen. Es sind nicht nur Insulaner erkrankt, auch so mancher Gast, der über Weihnachten und Neujahr Urlaub auf Amrum gemacht hat oder noch macht ist betroffen und vereinzelt schon mit Symptomen angereist.

Um andere Patienten und auch das Praxispersonal zu schützen gibt es in der Praxis an der Mühle eine strikte Regelung im Umgang mit Erkrankten: Alle die einen Arztbesuch benötigen müssen sich telefonisch in der Praxis anmelden. Hierbei werden sie nach Erkrankungszeichen befragt. Werden Infektsymptome angegeben müssen die Personen einen Corona-Schnelltest  durchführen. Ist dieser positiv dürfen die Erkrankten nicht in die Praxis kommen. Es erfolgt eine telefonische Krankschreibung für 5 Tage, eine medizinische Beratung und ggf. ein Hausbesuch. Ist der Test negativ erhält der Patient einen Termin in der Infektsprechstunde der Praxis, die für gewöhnlich am späten Vormittag stattfindet. Beim Betreten der Praxiseinrichtungen ist das Tragen einer FFP2-Maske unabdingbar!

Rota-, Corona- wie Influenza-Viren sind hoch ansteckend, die Infektion erfolgt über die sog. Tröpfcheninfektion. Die Inkubationszeiten (Zeit zwischen Ansteckung und Symptombeginn) liegen bei Rota- und Grippe-Viren zwischen 1-3 Tagen, bei Corona zwischen 4-6 Tagen. Wie uns die Corona-Pandemie der letzten Jahre gezeigt hat, sind die Einhaltung guter Hygieneregeln wie Händewaschen und Händedesinfektion, und insbesondere das richtige Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes, sinnvolle Maßnahmen zur Infektionsprophylaxe. Auch wenn in weiten Bereichen unseres Landes entsprechende Regeln aufgehoben worden sind, steht es jedem Bürger frei sich weiterhin freiwillig entsprechend zu schützen. Zumindest bei engem Kontakt zu vielen Menschen, wie z. B. beim Benutzen öffentlicher Verkehrsmittel, wird dazu geraten. Beim Betreten medizinischer Einrichtungen (Krankenhäuser, Arztpraxen, Senioreneinrichtungen etc.) ist es ohnehin weiterhin vorgeschrieben bzw. liegt es im Ermessen der Eigentümer/Betreiber dies zu verlangen.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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One comment

  1. Ich finde es ist eigentlich Egal ob irgendwo oder von irgendwem Schutzmaßnahmen empfohlen, aufgehoben oder gefordert werden wenn man einfach nur dran denkt weiterhin eine Maske zu tragen. So mache ich das; u.a. Arbeitsbedingt; wenn ich in Geschäfte gehe oder an einen Ort wo ich erwarte mehrere Menschen an zu treffen. Daran sollte jeder inzwischen gewöhnt sein und es ist die einfachste Methode des Selbstschutzes und auch für andere.

    Allerdings sehe ich in der letzten Zeit auch viel mehr Leute die das nicht tun und wundere mich über diese Leichtfertigkeit.

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