Kommunalwahl auf Amrum – Kreistagskandidaten der Insel Amrum …


Bei den Kommunalwahlen am 14. Mai werden nicht nur die Gemeindevertreter der einzelnen Gemeinden neu gewählt, sondern auch die Vertreter für den Kreistag des Kreises Nordfriesland.

Im letzten Kreistag waren die CDU (37,2 %) mit 21 Sitzen, die SPD (19,6%) mit 11 Sitzen, die Grünen (13,8%) mit 8 Sitzen, die Wählergemeinschaft Nordfriesland (8,9%) mit 6 Sitzen, der SSW (7,3%) mit 4 Sitzen, die FDP(5%) mit 3 Sitzen, die AfD (2,6%) mit 2 Sitzen und die Linke (2,6%) und Zukunft (1,6%) mit jeweils nur 1 Sitz vertreten.

Im Wahlkreis 4 – Insel Amrum – des Kreises Nordfriesland treten bis auf Die Linke alle Parteien / Wählergemeinschaften wieder an. 8 Direktkandidaten bewerben sich im Wahlkreis 4 – Amrum um einen Sitz im neuen Kreistag.  Nur zwei der Kandidaten leben auf Amrum, Martin Drews von der CDU und Jürgen Jungclaus von der Wählergemeinschaft Nordfriesland. Die anderen sechs Kandidaten leben auf dem Festland oder auf Sylt, wobei Daniel Martinen (SPD) auf Amrum aufgewachsen ist.

Amrum News sprach mit den beiden auf Amrum lebenden Kandidaten Martin Drews und Jürgen Jungclaus über ihre Erfahrungen in der abgelaufenen Legislaturperiode und über die Ziele für die kommenden fünf Jahre.

Martin Drews (Privat)

Martin Drews ist über 30 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv und seit 5 Jahren wirkt er im Kreistag im Bereich Wirtschaft, Arbeit und Soziales in den entsprechenden Ausschüssen.

„Mir macht die Arbeit im Kreistag Spaß, es ist interessant, man bekommt viele Informationen, die oft über die normalen in der Presse veröffentlichen Details hinausgehen, “ so Martin Drews. Als ständiges Mitglied im Wirtschaftsausschuss und als 1.Stellvertreter im Ausschuss für Arbeit und Soziales hat Martin Drews neben den Haushaltsberatungen an vielen Projekten des Kreises mitgewirkt.

„Bei vielen Entscheidungen des Kreises ist es immer wieder wichtig zu überprüfen, was diese Entscheidungen für die Insel Amrum bedeuten, oft denken die Gremien gar nicht daran, dass es auf der Insel andere Regeln gibt,“ so Drews. Schule und Gesundheitswesen sind gute Beispiele. Für die Schüler von den Inseln, die auf dem Festland aufs Gymnasium gehen, wurden beispielsweise ein Insel- und Hallig-Stipendiumeingerichtet, da für die Familien zusätzliche Kosten für die Unterbringung entstehen. Ein weiteres Beispiel sind die Schuleingangsuntersuchungen, die nicht mehr auf Amrum, sondern zentral in Husum durchgeführt werden sollten. Für Amrumer Kinder und Eltern würde dieses eine Tagesreise bedeuten. Diese Untersuchungen werden nun wieder auf Amrum durchgeführt.

Für folgende Themen möchte Martin Drews sich unter anderen bei einer Wiederwahl einsetzten: Erhalt der jetzigen Kliniken in Nordfriesland, eine Verbesserung der ärztlichen Versorgung, ein Hochschulstandort in Nordfriesland, Ausweitung von Angeboten für Kindergarten und Ganztagsschule und die Unterstützung der Föhr-Amrumer Energie GmbH, damit Föhr und Amrum Energieautark werden.

Angesprochen auf die kritische Wohnungssituation für Dauermieter auf Amrum unterstützt Martin Drews die Aktivitäten der Föhr Amrumer Wohnungbau Genossenschaft, kann sich aber durchaus vorstellen, dass die vom Kreis Nordfriesland unterstützte WohnEck NF gGmbH auch auf Amrum aktiv werden könnte. Aufgabe der WohnEck NF gGmbH ist es, vielfältige „Soziale Wohnraumlösungen“ zu erschließen. Sie mietet Wohnungen an und gibt diese an bedürftige Mieter weiter. Die WohnEck gGmbH unterstützt im Bereich Beratung, Vermittlung und Verwaltung Vermieter und Mieter und hilft Wohnungsbaugesellschaften und privaten Investoren gezielt bei der Entstehung attraktiven neuen Wohnraums.

„Wenn man engagiert mitwirkt, findet man schnell Gleichgesinnte und kann viel bewegen,“ begründet Martin Drews seine Motivation, für eine neue Legislaturperiode zu kandidieren.

Jürgen Jungclaus

Auch der zweite auf Amrum lebende Kreistagsabgeordnete Jürgen Jungclaus blickt schon auf viele Jahre Kommunalpolitik zurück. Jürgen Jungclaus war jahrelang Bürgermeister in Wittdün und auch Amtsvorsteher auf Amrum.  Schon 15 Jahre gehört er dem Kreistag Nordfriesland an, die kommende Legislaturperiode wäre seine Vierte. „Ich habe lange überlegt, ob ich noch einmal antreten soll,“ so Jungclaus, „ich wurde von vielen Leuten gebeten und gefragt, und so habe ich mich letztendlich entschieden, nochmals anzutreten.“ Der Listenplatz 1 ist sicherlich ein Vertrauensbeweis für seine erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre.

Als Fraktionsvorsitzender der Wählergemeinschaft NF war Jungclaus unter anderem Mitglied im Hauptausschuss und konnte so maßgeblich die Kreispolitik mit beeinflussen.

„Der Kreis Nordfriesland mit seinen Inseln und Halligen ist schon etwas Besonderes,“ so Jürgen Jungclaus, „bei der Umsetzung von Landes- und Bundesvorgaben gilt es immer darauf zu achten, ob diese sich so einfach auch auf den Inseln und Halligen umsetzten lassen.“ Eine funktionierende Infrastruktur und besonders auch die Verkehrsanbindung der Insulaner sind und waren Schwerpunkte seiner Arbeit. Angesprochen auf den Fokus für die kommende Legislaturperiode macht Jungclaus deutlich, dass die Aufrechterhaltung eines tidenunabhängigen Fährverkehrs nach wie vor ein wichtiges Thema ist, genauso wie eine Verbesserung des ÖPNV.  „Ein freier öffentlicher Nahverkehr, wäre ein echtes Alleinstellungsmerkmal für Amrum“, so Jungclaus, „die Kurkarte als Ticket könnte sogar einen positiven Effekt auf die Kurabgabe haben.“

Die Schaffung von generationsgerechtem bezahlbarem Wohnraum nennt Jungclaus als einen weiteren Schwerpunkt für die kommende Legislaturperiode. „Wir müssen versuchen, Lösungen zu erarbeiten, dass Kommunen einfacher Grundstücke für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen können.“

Beide Kandidaten wollen sich dafür einsetzten, dass sich die medizinische Versorgung auf Kreisebene nicht verschlechtert und die bestehenden Krankenhäuser erhalten bleiben.

Für die Amrumer Kreistagsabgeordneten ist die Teilnahme an den Sitzungen in den verschiedenen Ausschüssen mit viel Reisezeit verbunden. Oft verbringen sie sogar zwei Tage/Woche in Husum.

„Wenn zu Beginn des Jahres die Sitzungen festgelegt werden, buche ich 80 – 90 Fährfahrten nach Dagebüll,“ so Jürgen Jungclaus. Ein zeitaufwendiges Engagement für die beiden insularen Kreistagsabgeordneten zum Wohle der Insulaner und des Kreises.

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Über Ralf Hoffmann

Ralf Hoffmann wurde 1955 in Schleswig geboren und zog mit seinen Eltern und Geschwistern 1962 nach Amrum. Nach dem Abitur in Niebüll studierte Ralf Luft und Raumfahrttechnik in Berlin. Die ersten 6 Berufsjahre verbrachte er als Entwicklungsingenieur bei VW und danach wechselte er als Aerodynamischer Entwicklungsingenieur zu Ford nach Köln. Als Leiter der Aerodynamischen Entwicklung für Ford Europa und die letzten 15 Jahre als Manager Aerodynamik und Motor- und Komponentenkühlung war er weltweit verantwortlich und viel unterwegs, um die jeweiligen Prototypen unter Hitze und Kälte zu testen. Nach all den Jahren auf dem Festland sind Ralf und seine Frau Karin nun wieder nach Amrum zurückgekehrt.

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