Amrumer Aussichtspunkte 19 – Obere Wandelbahn …


Der Aussichtpunkt 19 führt uns an die Südseite Wittdüns. Die Promenaden „Untere Wandelbahn“ und „Obere Wandelbahn“ sind mit ihrer Geschichte und der Erreichbarkeit bereits beim „Aussichtpunkt 10 – Südspitze Wittdün“ beschrieben worden (siehe dort).

Faszinierende Aussichten insbesondere in östliche, südliche uns westliche Richtungen von Amrum hat man von beiden Promenaden. Mehrere Aussichtsplattformen sind im Bereich der Oberen Wandelbahn eingerichtet und zum Teil mit Bänken und Tischen sowie Ferngläsern ausgestattet, so dass es sich allemal lohnt dort etwas zu verweilen oder auch zu picknicken und den Blick über den Kniephaken in die Ferne bis nach Hallig Hooge oder Pellworm schweifen zu lassen.

 Die südlichste Spitze des Kniepsandes, der sich von hier aus über eine Länge von ca. 15 km entlang der Westküste Amrums bis zur Nordspitze zieht, bildet die Form eines Hakens und somit eine Bucht, die bei Niedrigwasser nahezu völlig trocken fällt. Dieser Bereich ist ein Vogelbrut- und Rastgebiet, steht unter Naturschutz und darf ganzjährig nicht betreten werden. Das Schutzgebiet ist durch eine Pfahlreihe mit Hinweisschildern „Brut- und Rastgebiet – Bitte nicht betreten“ markiert. Es wird an dieser Stelle dringend darum gebeten dieser Aufforderung im Sinne des Naturschutzes Folge zu leisten. Mit einem guten Fernglas oder mit einem entsprechenden Teleobjektiv kann man dieses Schutzgebiet insbesondere von den Plattformen der Oberen Wandelbahn bestens beobachten und spektakuläre Aufnahmen machen. Übrigens wird der Kniephaken immer kleiner, in seinen westlichen Bereichen bilden sich die typischen Salzwiesen aus, die nur noch bei extremen Hochwasserständen überflutet werden. Hier kommt es auch zunehmend  zum Wachstum von an einen hohen Salzgehalt angepassten Pionierpflanzen wie z. B. „Queller“.

Durch die bekannten Strömungsverhältnisse und Sandverlagerungen verändert sich die Form dieses Ortes, wie auch des gesamten Kniepsandes, stetig (siehe auch Aussichtspunkt 05 – Amrumer Odde). Die Strömungen treiben den Sand dieser langsam wandernden riesigen Sandbank nordwärts der Küstenlinie entlang über die Nordspitze hinweg. Der Kniepsand hat im Bereich des Wittdüner Strandes übrigens seine breiteste Ausdehnung. Je nach Wasserstand läuft man zwischen 1,5 und 2,5 km bis zum sogenannten „Kapitän“, einem relativ jungen Dünenbezirk an der südlichen Wasserkante. In diesem Bereich sind in früheren Zeiten auch zwei berühmte Schiffswracks im Sand versunken: Der Motorschoner „Hermine“, genannt das „Totenschiff“ ist bereits als Wrack im November 1923 hier angetrieben und innerhalb 2 Jahre im Sand versunken. Und in unmittelbarer Nähe wurde am 15.04.1943 das U-Boot „U 979“ der deutschen Kriegsmarine von der Besatzung auf Grund gesetzt und gesprengt, nachdem die Besatzung an Land gegangen war. Hier hat es einige Jahrzehnte gedauert, bis alle Trümmerreste vom Sand verschlungen wurden. Aber nicht nur Schiffwracks  können im Sand versinken, auch für Menschen und Tiere  kann es auf dem Kniep gefährlich werden. „Schlickrettung“ ist ein durchaus gängiger Alarmierungsgrund für Amrums Feuerwehren. Zwar ist der Kniep, und auch das Watt zwischen Amrum und Föhr, überwiegend harter Sand, aber gerade in den Bereichen rund um Wittdün gibt es so einige Schlicklöcher aus denen sich Wanderer oftmals nicht mehr selbst befreien können, wenn sie darin bis zu den Knien oder noch tiefer eingesunken sind. Dann muss die Feuerwehr zur „Schlickrettung“ gerufen werden.

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Über Peter Totzauer

Dr. med. Peter Totzauer, Facharzt für Allgemeinmedizin, Facharzt für Anästhesie, Notfallmedizin, Spezielle Schmerztherapie, geb. 1954 in Fürth/Bay.,hat, bedingt durch den Beruf des Vaters, als Kind u.a. 4 ½ Jahre in Frankreich gelebt. Abitur 1974 in Köln, Studium der Humanmedizin an der Universität Bonn. Seit 1982 ärztlich tätig, davon viele Jahre als Oberarzt in der Anästhesie und als Leitender Notarzt in Euskirchen. War 2007 für ein halbes Jahr im Rahmen einer „Auszeit“ vom Klinikalltag bei seiner Lebensgefährtin Claudia auf Amrum. Dies hat ihm so gut gefallen, dass er seit Ende 2008 seinen Lebens- und Arbeitsmittelpunkt ganz auf die Insel verlegt hat und hier seit 2010 mit in der „Praxis an der Mühle“ arbeitet. Er hat zwei erwachsene Kinder, sein Sohn ist niedergelassener Physiotherapeut in Neuss, seine Tochter ist Lehrerin an der Öömrang Skuul.

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