Katzenelend auf Amrum …?! 


Katzer nach der Kastration

Jeder mit dem ich spreche, schaut mich verdutzt an, wenn ich auf das Thema Katzenelend auf Amrum komme. Und dann muss ich sagen: Ja, wir haben ein Katzenproblem. 

Ganz besonders mit herrenlosen verwilderten Katzen. Aber wo kommen die denn alle her? Das ist dann meist die zweite Frage. Aussetzen, Weglaufen, „Überproduktion“? Es gibt sicher verschiedene Ursachen. Aber eines haben alle diese Ursachen gemeinsam: Sie sind menschengemacht. 

Tierfreunde finden leider oft nur die halb verhungerten oder kranken Jungtiere, während das Muttertier höchstwahrscheinlich schon wieder trächtig ist. Und jedem Tierfreund tut es in der Seele weh, dieses Elend anzusehen. 

In diesem Jahr habe allein ich bereits 7 Katzen eingefangen oder von Findern übernommen und nach Föhr geschickt, wo sie versorgt, kastriert und eventuell, wenn alles gut läuft, vermittelt werden. Es gibt aber auf Amrum viele weitere tierliebe Menschen, die sich kümmern und helfen. Die tatsächliche Anzahl wird wohl um einiges höher sein. 

Und diese Tatsache hat mich bewogen, hier auf dieses Leid aufmerksam zu machen. 

Gerade auf Amrum sollte uns daran gelegen sein, dieses Problem in den Griff zu bekommen, da Katzen bekanntlich nicht nur Ratten und Mäuse fangen, sondern auch Vögel und besonders die Bodenbrüter. Aber auch im Sinne der Katzen selbst muss gehandelt werden. 

Wenn man bedenkt, dass eine weibliche Katze bereits mit 6 Monaten geschlechtsreif ist, also schon im Jahr ihrer Geburt trächtig werden kann, muss man kein Zahlengenie sein, um sich auszurechnen wieviel Katzen im Folgejahr versuchen zu überleben. Bei 2 Geburten im Jahr mit durchschnittlich 4 Babys……. 

Es soll auch auf Amrum Katzenhalter geben, die meinen ihre Katzen nicht kastrieren zu lassen, weil: „Das regelt die Natur!“ 

Nun, das ist auch richtig. Aber die Natur ist sehr grausam. Und Jeder, der schon mal ein halb verhungertes Katzenbaby gesehen hat, wird mir da beipflichten. 

Was kann man aber tun? In allererster Linie sollte jeder Katzenbesitzer seine Stubentiger kastrieren lassen. Besonders natürlich die Freigänger. Die Vorteile überwiegen hier eindeutig: 

-Kastrierte Katzen haben eine höhere Lebenserwartung 

-Die Gefahr für bestimmte Erkrankungen, wie zum Beispiel Gebärmutterentzündung, Katzenaids (FIV) oder Leukose (FeLV) sinkt. 

-Das Risiko für Verletzungen und Unfälle sinkt, weil kastrierte Katzen häuslicher werden. 

-Der strenge Geruch von paarungsbereiten Katern verschwindet. 

-Typische Verhaltensweisen der Rolligkeit-z.B. Schreien und Herumwälzen verschwinden. 

-Nachwuchs mit ungewisser Zukunft wird verhindert. 

Und hier können und sollten die Gemeinden und Ihre Vertreter aktiv werden und darüber nachdenken, ob es nicht sinnvoll wäre, eine Kastrationspflicht für alle Freigänger einzuführen. 

Es gibt in vielen Gemeinden, auch in Schleswig-Holstein, bereits eine Kastrationspflicht. Und wer soll das kontrollieren? 

Nun, wir haben Leinenpflicht für Hunde, ein Rechtsfahrgebot auf Autobahnen, innerorts 50 km/h, und keiner kann das ständig kontrollieren. 

Den Tierärzten und Abgabestellen würde es aber ein zusätzliches Argument bieten. Mancher würde eventuell noch einmal darüber nachdenken, bevor er/sie ein süßes Katzenbaby adoptiert, wenn man weiß, was alles damit verbunden ist. Denn Jeder ist für sein Tier verantwortlich! 

Das Amt Föhr-Amrum unterstützt jedes Jahr finanziell bei der Kastration herrenloser Katzen. Im gesamten Amtsbereich sind Frau Claudia Werner (Hundepension Tierisch Menschlich, Hemkweg 12, 25938 Wyk auf Föhr, Mobil 0152-53552192) sowie Frau Dr. Wibke Vollandt, Toftum 250, 25938 Oldsum, Mobil 0174-2127630) zuständig für aufgefundene Wild- und Haustiere. Aber auch Janine Bahr-van Gemmert (Tierärztliche Praxis, Hemkweg 17a, Mobil 0177-3300077) ist jederzeit bereit, Tiere aufzunehmen und zu versorgen. 

Bei Sichtung herrenloser Katzen kann man sich also an oben genannte Stellen oder das Ordnungsamt wenden. 

Wilde Katzen sind viel scheuer als gut gepflegte Hauskatzen und vermeiden den Kontakt zu Menschen. Sie suchen aber oft, vor allem in der kalten Jahreszeit, trockene warme Plätzchen. 

Meine Bitte: Schaut nicht weg! 

Lieber einmal mehr nachfragen oder anrufen. 

Danke für die Aufmerksamkeit und das Lesen bis zum Ende. 

In der Hoffnung, dass es besser wird…. 

Silke Wulfert für Amrum-News

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